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| 18:32 Uhr

Elbe-Elster
Zehn Millionen Euro Fördergeld für das Elbe-Elster-Land

Elbe-Elster. Bis zum Jahr 2020 stehen der Region 18,7 Millionen Euro aus den europäischen Töpfen der ländlichen Entwicklung zu. 62 Projekte sind bewilligt. Von Birgit Rudow

Ob die Restaurierung der Frauenkirche und der Friedhofskapelle Mühlberg, Sanierungsarbeiten an Schulen, Kindereinrichtungen und Feuerwehrgerätehäusern, Umbauten von Dorfgemeinschaftshäusern und ländlicher Wegebau – viele Projekte im Landkreis können nur mit Fördermitteln aus den europäischen Töpfen realisiert werden.

Die Lokale Aktionsgruppe Elbe-Elster verfügt für die Förderperiode 2014 bis 2020 über ein Budget von 18,7 Millionen Euro. Etwa zehn Millionen Euro sind bis Ende vergangenen Jahres in bewilligte Förderprojekte geflossen. Eingesetzt werden die Mittel für die Umsetzung regionaler Entwicklungsstrategien und die Stärkung des ländlichen Raumes. Das Geld kommt wie in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes ELER.

Elbe-Elster ist eine von  321 Leader-Regionen in Deutschland. Für die Steuerung der Leader-Belange ist die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Elbe-Elster zuständig. Ihr gehören seit Ende 2015 der Verein Wald- und Heideland, der Wirtschaftsraum Schraden, der Landkreis Elbe-Elster, der Tourismusverband Elbe-Elster-Land, der Kreisbauernverband Elbe-Elster, der SüdBB Bauernverband, die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises und  die IHK Cottbus (Bereich Herzberg) an.

Wer meint, sein Vorhaben ist förderfähig, kann es bei der LAG einreichen. Der Vorstand bewertet die Projekte. Bis Ende 2017 waren dies insgesamt 185 in fünf Projektauswahlverfahren, erläuterte Regionalmanager Thomas Wude im Kreisentwicklungsausschuss des Kreistages. Er und sein Kollege Sven Guntermann begleiten die Prozesse in Elbe-Elster.

115 Projekte wurden von der LAG bis Ende vergangenen Jahres befürwortet, das heißt, zur Fördermittelbeantragung beim Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Luckau  zugelassen. 108 Akteure haben die Förderung beantragt. 62 der Vorhaben wurden vom Landesamt bisher bewilligt und mit etwa 10,5 Millionen Euro finanziell untersetzt, davon 9,9 Millionen Euro ELER-Mittel. 27 Anträge sind noch nicht entschieden.

Alle Vorhaben müssen spezielle Kriterien erfüllen. „Die LAG prüft die Anträge inhaltlich und Luckau betrachtet sie formal. Aus formellen Gründen kann es hin und wieder zur Ablehnung kommen“, so LAG-Manager Thomas Wude. Es komme aber auch vor, dass Akteure ihre Anträge aus verschiedenen Gründen selbst zurückziehen.

Aktuell wurden bisher neun Projekte privater Akteure oder Unternehmen, zwölf von Vereinen, fünf der LAG selbst, vier von Kirchen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie 32 von Kommunen und dem Landkreis Elbe-Elster  gefördert.

Für die Maßnahmen, die noch zur Entscheidung in Luckau liegen, sind etwa 3,3 Millionen Euro gebunden. Die acht Projekte im sechsten Auswahlverfahren, das gerade abgeschlossen ist, haben einen Umfang von 2,5 Millionen Euro. Somit stehen der LAG Elbe-Elster noch mindestens drei Millionen Euro zur Verfügung.

„Wir haben mit der LAG in den letzten Jahren viel für unsere Region bewegt“, sagt Sven Guntermann. Mehr als die Hälfte der zur Verfügung stehenden Mittel sind vergeben. „Damit stehen wir gegenüber anderen Landkreisen in Brandenburg sehr gut da“, so der Manager.

Neben den „großen Projekten“ gibt es noch eine Förderung für kleine lokale Initiativen. Diese Aktionen vor Ort unterstützt die LAG mit jährlich 50 000 Euro, maximal 5000 Euro für ein Projekt. Bislang sind drei Antragsrunden gelaufen. 34 lokale Initiativen kamen in den Genuss der Förderung. So wurde zum Beispiel der Aufbau eines Wasserspielplatzes im Naturschutzzentrum Kleinrössen unterstützt, der Aufbau einer Jugendgruppe für traditionelles Bogenschießen in Hirschfeld, die historische Schulstube in Frankena oder ein Grünes Klassenzimmer in Falkenberg.