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Reisen, schlemmen und entdecken
Elbe-Elster wird zum Genießerland

 Vier Genießertouren und ein Ziel: den Elbe-Elster-Kreis noch bekannter zu machen. Dafür ziehen alle Protagonisten an einem Strang.
Vier Genießertouren und ein Ziel: den Elbe-Elster-Kreis noch bekannter zu machen. Dafür ziehen alle Protagonisten an einem Strang. FOTO: Rudow / LR
Elbe-Elster. Vier Touren durch das gesamte Kreisgebiet sollen Besucher mit konkreten Angeboten in die Region locken. Von Birgit Rudow

60 Akteure in 40 Orten – das sind die Protagonisten der vier Genießertouren in Elbe-Elster, die der Tourismusverband Elbe-Elster und der Verein pro agro kürzlich in Herzberg der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Unter dem Motto „Reisen, schlemmen und entdecken“ soll die Region mit diesen Touren noch bekannter gemacht werden. „Wir wollen das Genießerland Brandenburg nach außen vertreten und hoffen, dass sich viele Landkreise an Elbe-Elster ein Beispiel nehmen“, sagte pro agro-Chefin Hanka Mittelstädt.

Erfunden wurden die Genießertouren aber nicht in Elbe-Elster sondern von Ralf Weißmann, dem Gastwirt des Gasthofes „Zur Linde“ in Michendorf. Er hat 2016 dafür den „pro agro-Marketingpreis“ bekommen. 2014 haben sich Gastwirte aus der Nuthe-Nieplitz-Region zusammengefunden und die Genießertouren kreiert. Ralf Weißmann war zur Vorstellung der Elbe-Elster-Touren nach Herzberg gekommen und machte Mut. „Wir müssen das größer machen. Nur für eine Region ist diese Idee zu schade“, sagt er. Er sieht mit den Touren eine große Chance für Elbe-Elster, Leute aus Berlin, Potsdam und dem Speckgürtel in die Region zu locken. „Sie müssen aber genau wissen, wohin sie kommen sollen. Wichtig ist ein klares Angebot auf einem hohen Niveau“, so der Gastwirt.

Und genau darum hat sich der Tourismusverband gekümmert. Das  Team unter Leitung der neuen Geschäftsführerin Susanne Dobs hat intensive Arbeitswochen hinter sich. Im Juli haben die Akteure erstmals zusammengesessen und jetzt liegen die Flyer für die vier Genießertouren, die Natur, Handwerk, Kultur, Kunst und Kulinarik verknüpfen, auf dem Tisch.

Bei der Erlebnistour durch die Sängerstadtregion werden die Gäste auf besondere Sehenswürdigkeiten in Finsterwalde aufmerksam gemacht – vom Museum bis zum Brauhaus. Sie werden nach Doberlug-Kirchhain und Oppelhain geführt, zur Bergbaufolgelandschaft mit der F 60 und nach Sonnewalde mit seinem Schloss, dem Heimatmuseum und dem Planetenwanderweg. Die Sänger von Finsterwalde widmen der Genießertour sogar eine Strophe ihres Sängerliedes.

Vom Kettensägenschnitzer bis dahin, wo der Pfeffer wächst nennt sich die Tour durch die Kurstadtregion. Sie gibt den Touristen 21 Ziele vor, vom Erholungsgebiet Kiebitz in Falkenberg und dem Museum Mühlberg über das Barockschloss Martinskirchen, das Wonnemar und das Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda bis zum Pfarrgarten Saxdorf und zur Baumschule Graeff in Zeischa, wo mittlerweile sogar schon Pfeffer angebaut wird. Das sei für ihn eine neue Herausforderung, sagt Roland Graeff, der ebenfalls zur Vorstellung der Touren gekommen war. Bei dem Anbau auf etwa einem Hektar handelt es sich im Szechnan-Pfeffer, von dem die Fruchthüllen der klassischen Küche einen Zitrusgeschmack verleihen. Ab dem Frühjahr sollen Führungen in der Baumschule angeboten werden.

Die Elsterwerda-Schradenland-Tour trägt den Namen Natur-Tour mit Genuss-Garantie von der Heide bis zu den Grödener Bergen. Eingebunden sind zum Beispiel die Kaffeerösterei Loos und der Miniaturenpark in Elsterwerda, die Kleine Galerie „Hans Nadler“, der Pomologische Schau- und Lehrgarten Döllingen, das Gut Saathain oder der Grödener Heidebergturm.

Eine besondere Tour bietet der Bereich Herzberg-Schönewalde und Schlieben. Sie ist vor allem für Kinder interessant und heißt Kleine Füße-Tour – Ausflugstipps für kleine Entdecker. Ob Körbaer See, der Elsterpark mit dem Hochseilgarten in Herzberg, die Mühlen in Lebusa und Schönewalde, das Naturschutzzentrum Kleinrössen, Alpaca-Island in Hohenbucko oder der Tierpark in Herzberg – überall gibt es für die Jüngsten etwas zu entdecken. Ein besonderes Angebot sind bei dieser Tour die Stadtführungen für Kinder in Herzberg durch die Kinderstadtführer der Johannes-Clajus-Schule. Sie haben den Großen bei der Vorstellung der Genießertouren gezeigt, wie Kinder ihren Altersgenossen die Geschichte der Stadt mit Geschichten nahe bringen können.

Eingebunden in alle vier Touren sind auch kulinarische Angebote zum Schlemmen und Hinweise auf künstlerisches Schaffen. Für jede Tour gibt es ein kleines Faltblatt, das alle notwendigen Informationen enthält und die Gäste gezielt in und durch die Region locken soll. Zur Internationalen Grünen Woche im Januar werden die Genießertouren Elbe-Elster dann auch überregional vorgestellt.

Die Kinderstadtführer der Herzberger Johannes-Clajus-Schule haben eine Kostprobe ihres Könnens gegeben.
Die Kinderstadtführer der Herzberger Johannes-Clajus-Schule haben eine Kostprobe ihres Könnens gegeben. FOTO: Rudow / LR