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| 01:06 Uhr

Einstieg in Hartz-IV-Phase verlief in Herzberg ruhig

Herzberg.. Bei der Einführung des Arbeitslosengeldes II habe es in der Herzberger Region keine Startschwierigkeiten gegeben, erklärte der Leiter der eigens dafür gebildeten Arbeitsgemeinschaft (Arge) von Landkreisverwaltung und Arbeitsagentur, Andreas Kanter, gestern Mittag auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Fehler in der Software zur Auszahlung der Gelder – wovon bundesweit die Rede war – habe man gemeinsam mit den Banken für den hiesigen Bereich bereits im Vorfeld beseitigt. Von Birgit Rudow <br> und Lothar Günther

Das Hauptproblem ist für Andreas Kanter eindeutig inhaltlicher Natur: „Es wird schwierig, allen Menschen, für die wir zuständig sind, ein Arbeitsangebot zu unterbreiten“ , erklärte er unumwunden. Die wirtschaftliche Situation in der Herzberger Region ist bekanntlich alles andere als rosig, so dass es sehr schwer sein dürfte, die entsprechenden Arbeitsstellen zu finden oder gar neu zu schaffen.

Mit Unternehmen zusammenarbeiten
Dabei allerdings sind in erster Linie die Wirtschaft und die Bundespolitik gefragt. Eine strukturschwache Region wie der Elbe-Elster-Kreis steht da allein auf verlorenem Posten. Dennoch arbeite man natürlich eng mit den einheimischen Unternehmern zusammen, um zu mehr Beschäftigung für die Arbeitsuchenden zu kommen.
In der Arge selbst steht man weiterhin vor der Aufgabe, das Personal umfassend zu schulen, betonte Andreas Kanter weiter. Das passiere sowohl durch Lehrgänge als auch durch „learning by doing“ - also die Qualifikation während der Arbeit selbst. Die Mitarbeiter der Arge rekrutieren sich schließlich aus den verschiedensten Bereichen und sind mit unterschiedlichen Voraussetzungen in das Team eingetreten. Doch die Kooperation mit den Mitarbeitern der Agentur für Arbeit sei ausgesprochen gut, hob der Arge-Chef ausdrücklich hervor.
Für sich selbst sehe er in seiner neuen Aufgabe eine echte Herausforderung, so Andreas Kanter weiter, die er unbedingt zur größtmöglichen Zufriedenheit besonders der betroffenen Bürgerinnen und Bürger lösen möchte. Leicht habe er sich die Entscheidung, diese Tätigkeit zu übernehmen nicht gemacht. Er sei sich auch über die Größe der Verantwortung von vorn herein absolut klar gewesen.

Widersprüche eingelegt
Die Arge betreut rund 9 630 Bedarfsgemeinschaften mit etwa 12 100 Bürgern in Elbe-Elster-Kreis. Einige von ihnen haben sich im Vorfeld der ALG-II-Einführung bei den Bürgerberatern der Arbeitslosenserviceeinrichtung in Herzberg (ASE) Rat geholt. „Die Menschen waren und sind verständlicherweise sehr verunsichert“ , sagt Lothar Klähn, Bürgerberater bei der ASE. Von denen, die zu ihm in die Sprechstunde kamen, hat rund ein Viertel Widerspruch gegen den ALG-II-Bescheid eingelegt. „Die Regelsätze sind verständlich“ , sagt Lothar Klähn. „Für viele sind aber die Regelungen zu Miete und Heizkosten unverständlich. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Widersprüche gegen die Bescheide noch zunimmt.“

Hintergrund Wo ist was?
 Das neu gebildete Job-Center für ALG-II-Empfänger im Landkreis Elbe-Elster befindet sich in Herzberg in den Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit in der Lugstraße 4. Telefonisch ist das Job-Center unter der Nummer 03535 / 248270 zu den üblichen Öffnungszeiten zu erreichen.
In der Außenstelle in der Uebigauer Straße 1 in Herzberg werden Leistungsfragen behandelt. Hier kann man den ALG-II-Antrag stellen und erhält Auskünfte zur Leistungserteilung. Geöffnet haben die Stellen:
Montag und Mittwoch von 8 Uhr bis 13 Uhr, Dienstag von 8 Uhr bis 13 Uhr und 14 Uhr bis 16 Uhr, Donnerstag von 8 Uhr bis 13 Uhr und 14 Uhr bis 18 Uhr und Freitag von 8 Uhr bis 12.30 Uhr.