ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:54 Uhr

Einsatzfahrzeuge jetzt mit Digitalfunk

Die Mitarbeiter des Kreis-Ordnungsamtes, hier Markus Kießler (l.) und Gerd Weber, unterstützten die Kommunen und Ämter bei der Einführung des Digitalfunks. Funkproben im Netzbetrieb, wie hier zur Leitstelle in Cottbus, gehören zum Testprogramm.
Die Mitarbeiter des Kreis-Ordnungsamtes, hier Markus Kießler (l.) und Gerd Weber, unterstützten die Kommunen und Ämter bei der Einführung des Digitalfunks. Funkproben im Netzbetrieb, wie hier zur Leitstelle in Cottbus, gehören zum Testprogramm. FOTO: Landkreis/Hoffgaard
Herzberg. Der Landkreis Elbe-Elster ist der Erste in Brandenburg, dessen Einsatzfahrzeuge nun komplett mit dem nichtpolizeilichen Digitalfunk ausgerüstet sind. Dies betrifft Feuerwehr, Rettungsdienst- und Katastrophenschutz. Rico Meißner

Landrat Christian Heinrich Jaschinski (CDU) und der Direktor des Zentraldienstes der Polizei Land Brandenburg, Frank Stolper, haben das Projekt Digitalfunk am Donnerstag in Herzberg vorgestellt. Alle Beteiligten zeigten sich zufrieden mit der Zusammenarbeit. Neben dem Landrat fand auch Frank Stolper nur lobende Worte: "Es war ein gelungener Auftakt für die Einführung der Digitalfunkausstattung in Brandenburg. Der Landkreis Elbe-Elster hat dabei eine fantastische Unterstützung gegeben."

Ebenfalls Jörg Vogler, der Projektleiter der Projektorganisation Digitalfunk BOS Brandenburg bestätigt, dass es "unerwartet glatt" gelaufen sei. Damit ging ein dickes Lob auch an das Ordnungsamt des Landkreises, das die Umstellung maßgeblich unterstützt hat.

Nachdem eine Expertenkommission aus Polizei und Feuerwehr wichtige Schwerpunkte definiert hatte, begann Anfang dieses Jahres die Digitalfunkausrüstung der kommunalen Einsatzfahrzeuge. Innerhalb von etwa sechs Wochen wurden 256 Fahrzeuge an 17 abgestimmten Standorten mit der neuen Technik ausgestattet und 213 Handfunkgeräte ausgeliefert - das sogenannte "Roll out". Der Einbau erfolgte während des laufenden Betriebes - mit der Herausforderung, dass keine Einsätze behindert werden durften. Gerd Weber, Leitstellenkoordinator des Landkreises, lobte denn auch die Kameraden, die durch gute Vorbereitung vor Ort den Technikern einen weitgehend problemlosen Einbau ermöglichten.

Im Schnitt brauchte ein Techniker für ein Auto einen Tag. "Das ist eine gewaltige Leistung", sagt Projektleiter Vogler. "Im Gegensatz zu Polizeifahrzeugen ist jedes Feuerwehrauto anders. Der Techniker sieht es also quasi immer zum ersten Mal."

Neben dem digitalen wird auch der analoge Funk zunächst weiterbetrieben. Eine komplette Umstellung erfolgt erst, wenn alle Landkreise ausgestattet sind, um einen "Flickenteppich" zu vermeiden, so der Projektleiter. Es sei vorstellbar, dass dies bis zum Frühjahr 2015 erreicht werden könne. Insgesamt müssen landesweit in diesem Jahr etwa 4000 Fahrzeuge umgerüstet werden. Im Gegensatz zum analogen Funk bietet die digitale Variante klare Vorteile. So kann das Handfunkgerät unter anderem eine Verbindung mit dem Autofunkgerät und direkt weiter zur Regionalleitstelle Lausitz in Cottbus herstellen. Damit wird auch in funktechnisch schwer zugänglichen Positionen, beispielsweise Kellerräumen, eine gute und direkte Verbindung ermöglicht.

Bei der anschließenden Präsentation von zwei Einsatzfahrzeugen im Verwaltungshof funktionierte dann auch die Sprechprobe tadellos. "Generell sind mehr als 96 Prozent der Fläche abgedeckt, auch größere Waldgebiete", erklärt Vogler. "Natürlich werden ein paar sehr kleine Funklöcher bleiben. Wir warten jetzt auf das Feedback der Kameraden. Gegebenenfalls sind immer Nachbesserungen möglich."