ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:45 Uhr

Aufgeben ist der falsche Weg
Die Ideen der Bürger sind gefragt

 Architekten, Politiker und Unternehmer gaben den Startschuss für die geplante Diskussion.
Architekten, Politiker und Unternehmer gaben den Startschuss für die geplante Diskussion. FOTO: Sven Gückel
Falkenberg. Eine neue Ausstellung fordert Falkenbergerinnen und Falkenberg zum Mitgestalten auf. Von Sven Gückel

Der ländliche Raum hat es schwer. Die hier lebenden Menschen fühlen sich von den Ballungsgebieten abgehängt. Es fehlt an Arbeitsplätzen, der demografische Wandel dünnt die Orte immer mehr aus. Aufzugeben ist aber der falsche Weg. Vielmehr gilt es, sich auf das Positive zu besinnen und das als Chance für Neues zu nutzen. Sechs Litfaßsäulen und eine Fotogalerie sollen jetzt in Falkenberg dafür Denkanstöße liefern.

Sechs Litfaßsäulen säumen seit Sonntag den Weg zwischen dem Falkenberger Haus des Gastes und dem angrenzen Stadtpark. Die Säulen sind farblich unterschiedlich gestaltet und thematisch mit Texten und Bildern bestückt. Sie erzählen von Falkenbergs Geschichte, zeigen die Entwicklung der Eisenbahn am Standort auf, stellen Bildungseinrichtungen und Vereine der Stadt vor oder weisen auf die grüne Lunge hin, die den hiesigen Landstrich umgibt. Säule Nummer sechs stellt Entwicklungskonzepte vor, mit denen man den Weg in die Zukunft beschreiten könnte.

Zwei Jahre Vorbereitungszeit investierte die Brandenburgische Architektenkammer, um das Wesen der Stadt Falkenberg/Elster auf diese sechs Säulen zu bannen. Gerahmt werden sie von 20 Portraits, auf denen bekannte Gesichter der Stadt abgebildet sind. Stadträte, Vereinsvorsitzende, Unternehmer, engagierte Freiwillige, die allesamt eines eint: Sie leisten viel für die Entwicklung der Stadt und das Wohl ihrer Bürger.

 Mit Interesse lasen die Besucher die Biografien der ausgestellten, verdienstvollen Bürger der Stadt.
Mit Interesse lasen die Besucher die Biografien der ausgestellten, verdienstvollen Bürger der Stadt. FOTO: Sven Gückel

Kathrin Schneider (SPD), Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, deren Haus das Projekt fördert, kam am Sonntag selbst zur Eröffnung der Ausstellung nach Fallenberg und zeigte sich vom Ergebnis beeindruckt. Mit Hinweis auf den Namen der Schau „Stadt-Land gestalten“ fragte sie ihre Zuhörer, ob sie sich mit der vorhandenen Baukultur des Ortes stärker beschäftigten, sich künftig noch mehr einbringen und aktiv mitgestalten wollen. „Diskussionen, die dazu nötig sind, werden sicher unterschiedlichste Meinungen hervorbringen. Aber ich bin mir sicher, dass dies ein interessanter Prozess wird“, betonte sie. Jedermann erhalte so die Chance, sich in die Entwicklung der Stadt und ihrer Ortsteile einzubringen.

Sämtliche Stärken und Besonderheiten, die auf den Litfaßsäulen verankert sind, dokumentieren brennende Themen und Zukunftswünsche der im Stadtgebiet Falkenberg lebenden Menschen. „Gutes gilt es zu bewahren, anderes zu verbessern. Doch um die dafür nötigen Formate zu entwickeln, wollen wir mit Ihnen ins Gespräch kommen. Architektur heißt nicht, fernab der Öffentlichkeit Pläne zu entwickeln und umzusetzen“, stellte auch der Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer Christian Keller klar. Und fügte an: „Nur das gemeinsame Miteinander ist der richtige Weg in eine bessere Zukunft.“

Dass in diesem Gesprächsprozess auch das Ehrenamt eine tragende Rolle spielt, sollen die ausgestellten Portraits noch einmal demonstrieren. „Das Ehrenamt ist ein starker und leistungsfähiger Motor der Bürgerschaft. Ohne ihn würde vieles nicht so reibungslos laufen, wie es das tut“, betonte Bürgermeister Herold Quick. Wie Ministerin Schneider verwies auch er auf die Bedeutung der Eisenbahn, ohne die Falkenberg wohl kaum eine solche Entwicklung genommen hätte. Diesen besonders für die Wirtschaft noch immer wichtigen Knotenpunkt gilt es zu erhalten. Das Engagement des Logistikunternehmens BLT sei daher lobenswert und müsse Schule machen.

Noch bis Mitte Oktober ist die Open-Air-Ausstellung am Haus des Gastes zu sehen. Danach am Bahnhofsvorplatz und später in der Aula am Verwaltungsstandort in der Heinrich-Zille-Straße. Dort soll am 8. November um 17 Uhr auch eine öffentliche Diskussion mit Architekten stattfinden, zu der jeder Interessierte eingeladen ist.