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| 02:37 Uhr

Ein Mann für den Stadt-Klimaschutz

Wollen Hand in Hand arbeiten und das städtische Klimakonzept umsetzen: Bürgermeister Andreas Claus, Klimamanager Daniel Willeke und Regionalkoordinatorin Erneuerbare Energien Yvonne Raban (v.l.).
Wollen Hand in Hand arbeiten und das städtische Klimakonzept umsetzen: Bürgermeister Andreas Claus, Klimamanager Daniel Willeke und Regionalkoordinatorin Erneuerbare Energien Yvonne Raban (v.l.). FOTO: sk
Uebigau-Wahrenbrück. Die Stadt Uebigau-Wahrenbrück ist die erste Kommune im Landkreis, die einen Energiemanager beschäftigt. Am 1. Februar begann Daniel Willeke seine Arbeit. Sylvia Kunze

Die Hauptarbeit vom neuen städtischen Angestellten Daniel Willeke besteht dieser Tage noch aus Händeschütteln. Der Doberlug-Kirchhainer, auf den die Wahl aus 56 Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet für diese Stelle fiel, geht dabei ganz zielgerichtet vor. Denn er weiß, welche Partner er in den nächsten drei Jahren seines aktuell erst einmal befristeten Arbeitsverhältnisses in der Stadt er an seiner Seite braucht. Willeke bringt für seinen Job ausreichend Erfahrung mit, hat er doch bereits für die Stadt Dessau-Roßlau als Klimamanager und danach auf Bundesebene als Vernetzer und Berater der Klimamanager gearbeitet.

In Uebigau-Wahrenbrück geht es für den jungen Mann wieder in die Praxis zurück. Leitfaden für sein Handeln ist das städtische Klimaschutzkonzept, in dem insgesamt 38 konkrete Maßnahmen festgeschrieben sind. Das erste Vorhaben ist bereits umgesetzt. Es betraf das Einstellen des Klimaschutzmanagers, "und war nach der Konzepterstellung der zweite Schritt, den das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz als Fördermittelgeber fordert", erläutert Bürgermeister Andreas Claus (parteilos).

Er hat maßgeblich gedrängt, sind kommunal der Senkung des Kohlendioxidausstoßes und der besseren Energiebilanz zu verschreiben, die nicht zuletzt perspektivisch die Stadtkasse entlasten soll. "Die Frage ist, zahle ich das alles selbst, oder hole ich mir dafür eine Förderung?", so Claus. Uebigau-Wahrenbrück hat sich die Zuschüsse gesichert. Das Förderprogramm des Bundesministeriums verschaffte den Stadtverantwortlichen von Uebigau-Wahrenbrück von Anfang an finanzielle Erleichterung: sowohl beim Erstellen des Konzepts als auch jetzt in der Folge bei der Finanzierung der Stelle (nur 15 Prozent des Managerlohns muss aus der Stadtkasse entnommen werden) und dann bei der Umsetzung weiterer Vorhaben.

Claus weiß um die Bedenken in eigenen städtischen Reihen und darüber hinaus, ob es sinnvoll sei, dass sich eine nicht üppig finanziell ausgestattete Stadt derartige zusätzliche Personalkosten auferlegt. Und sieht statt einer Bürde viel eher eine Chance: "Erfahrungen zeigen, dass ein Klimamanager mehr einspart, als dass er kostet."

Keine bloße Behauptung. In einer Faktensammlung zur nationalen Klimaschutzinitiative listet das Bundesministerium dafür einige Beispiele, unter anderem auch aus dem einstigen Wirkungsfeld Willekes, Desslau-Roßlau, auf. Demnach wurden dort allein durch Umstellung auf LED-Beleuchtung 15 000 Euro pro Jahr gespart. Die Einführung von Bio-Erdgas führte zu einer weiteren jährlichen Einsparung von 61 000 Euro. Doch nicht nur die Kommune profitiert. Beispielsweise Energiesparberatungen in Familien sichern diesen eine jährliche Ersparnis zwischen 100 und 150 Euro.

Und genau da sieht der Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück auch die Zukunft seiner Stadt. Daniel Willeke soll Klimaschutz und damit einhergehende Energiekostensenkung auf städtischer Seite vorantreiben. Schwerpunkte werden die Straßenbeleuchtung und die Effizienz kommunaler Gebäude sein. Allein in diesen beiden Bereichen fände sich in den 21 Ortsteilen reichlich Betätigungsfeld - wenn denn die Stadtfinanzen den nötigen Spielraum lassen, um Umrüstungen auszufinanzieren.

Gleichfalls soll der Klimamanager auch Partner für alle Unternehmen und für alle Einwohner im Stadtgebiet sein. "Ich kenne unzählige Ansprechpartner. Ich weiß, wo es für die unterschiedlichen Vorhaben Fördermittel gibt und was nötig ist, um an diese zu gelangen. Ich kann Tipps geben, was Sinn macht und an wen man sich wenden kann", beschreibt Daniel Willeke, was er leisten kann. "Es soll Bürgersprechstunden geben und wir wollen Beratungsmöglichkeiten anbieten", blickt Claus parallel schon einmal in die Zukunft.

"Viele Aktivitäten laufen bereits im Stadtgebiet. Mit dem Klimamanager bekommen sie jetzt noch eine höhere Qualität", ist der Bürgermeister überzeugt.