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| 14:21 Uhr

Jahresrückblick
Ein Jahr vollgepackt mit Wetterrekorden

 Am 18. Januar jährt sich Orkan „Friederike“, doch die Aufräumarbeiten dauern noch immer an. Teilweise musste schweres Gerät angefordert werden, um wie hier im moorigen Loben den Wald aufzuräumen.
Am 18. Januar jährt sich Orkan „Friederike“, doch die Aufräumarbeiten dauern noch immer an. Teilweise musste schweres Gerät angefordert werden, um wie hier im moorigen Loben den Wald aufzuräumen. FOTO: Heike Lehmann
Der Falkenberger Naturschützer nennt den „bereits eingetretenen globalen Klimawandel“ als Ursache für das Hitzejahr 2018. Von Dieter Lehmann

Das hinter uns liegende Jahr war das wärmste und sonnigste, aber leider auch eines der niederschlagsärmsten Jahre seit 1881, dem Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Mit 10,4 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Das Jahr 2018 übertraf damit den bisherigen Rekordhalter 2014 um 0,1 Grad.

Es begann mit einem ungewöhnlich milden, aber zum Glück sehr niederschlagsreichen Januar. In Falkenberg gab es keine einzige Frostnacht. Den wärmsten Tag erlebten wir am 25. Januar, mit einer Mittagstemperatur von 11,9 °C. Nachdem bereits am 3. Januar das Sturmtief „Burglind“ über uns hinweggezogen war, kam es am Nachmittag des 18. Januar zu einer Wetterkatastrophe. Aus Nordwesten kommend, fegte das Orkantief „Friederike“ über uns hinweg. Es war der schlimmste Sturm, den ich je erlebt hatte. Zahllose Bäume wurden entwurzelt, zerbrochen oder einfach umgeworfen. In unseren Wäldern sah es danach chaotisch aus. Verschiedentlich kann man dort noch heute die umgeworfenen Bäume sehen.

Im Februar und März gab es nur wenige Wintertage. Dann, Anfang April, schaltete das Wetter innerhalb weniger Tage von Winter auf Sommer um. Es wurde warm, viel zu warm. Aber es regnete zu wenig! Von Februar bis November blieben zehn Monate hintereinander zu trocken. Ganz zweifellos: Das Hitzejahr 2018 war eine Folge des bereits eingetretenen globalen Klimawandels!

Erst Anfang Dezember stellte sich das Wetter um. Die vorher über Monate hinweg dominierenden nördlichen Hochdruckgebiete wanderten nach Osten ab und machten den Weg für atlantische Tiefdruckgebiete frei, die nun mit ihren Ausläufern über Mitteleuropa hinwegzogen. Sie sorgten in Deutschland für die lang herbeigesehnten Niederschläge. Meist herrschte dabei eine milde Westströmung, so dass wir im Flachland abermals keine weiße Weihnachten erlebten.

Insgesamt war der Dezember mit seinem typischen Wetter – wolkenverhangener Himmel, zeitweilige Regenfälle – abermals zu mild. Ich selbst frönte wieder meinem Hobby der Vogelbeobachtung. Am Kiebitzer See hatten sich viele Kormorane versammelt. Hunderte Stockenten, einige Graugänse, sechs Silberreiher und sogar zwei nordische Sterntaucher konnte ich beobachten.