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Ein Jahr lang Ferien für die „Innenkur“ im gesamten Schulhaus

Herzberg.. Nichts wird in der Elsterlandgrundschule mehr so sein, wie es die Schüler und Lehrer kennen, wenn sie das Schulhaus wieder betreten. Dieser Zeitpunkt ist jedoch noch fern. Nicht nach diesen, sondern erst spätestens nach den Sommerferien im nächsten Jahr wird es soweit sein. Nach der kompletten Außensanierung, deren I-Tupfen der fröhliche „bunte Anstrich“ war, erhält jetzt das Gebäude auch ein total neues Innenleben. Von Gabi Zahn

Schon in den letzten Schulwochen begannen die ersten Räumarbeiten. Bücher und Arbeitsmaterialien, die vorerst nicht mehr gebraucht wurden, verschwanden in Kisten und verließen das Haus zumeist in Richtung Realschule am Kaxdorfer Weg. Dort werden die Mädchen und Jungen der Elsterlandgrundschule das künftige Schuljahr verbringen. Auch der Hort erhält im Kellergeschoss sein Domizil, wo die Räumlichkeiten bereits diesem Zweck dienen. Die Stadt und die beiden Schulen haben mit vielen Helfern alles so geplant, dass der Unterricht so gut wie möglich ablaufen kann.
Bis Freitag dieser Woche soll das Gebäude restlos leer sein. Bürgermeister Michael Oecknigk hatte das Engagement des „Räumkommandos“ mehrmals gewürdigt. Während Hausmeister Werner Lambrecht und die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes gestern wieder einige Klassen als „erledigt“ abhaken konnten, Tafeln, Mobiliar und auch das Lehrerzimmer „vor die Schultür“ bugsierten, wo alles nach und nach auf den Multicar geladen und abtransportiert wurde, fand im Keller die erste große Bauberatung statt. Bauleiter Hartmut Walter von Pahn-Ingenieurbau wird das Geschehen vor Ort leiten. Gemeinsam mit den Vertretern der Firmen, die in den nächsten Monaten im Schulhaus werkeln, stimmte er vorerst den Zeitplan ab. Zunächst gilt es, sämtliche Heizkörper, die alten Leitungen und Kanäle sowie die Türen herauszunehmen. Erst dann kann der Einbau der neuen Systeme beginnen.
Freilich wurde das „Leerräumen“ der Klassenzimmer auch für ein Ausrangieren genutzt. Mit wachen Blicken haben Hausmeister Werner Lambrecht, Schulleiterin Irmtraud Pflaume und ihre Stellvertreterin Marion Siebert begutachtet, was nicht mehr länger zu nutzen ist. Bis jetzt kamen sieben Sperrmüllcontainer zusammen.
An den ersten beiden Ferientagen in der vergangenen Wochen waren sogar noch sämtliche Lehrer im Einsatz. Irmtraud Pflaume ist froh, dass es nun doch geklappt hat, alle Klassen in der Realschule unterzubringen. „Niemand muss in anderen Gebäuden unterrichtet werden. Es ist uns zwar klar, dass dies alles noch einen großen Organisationsaufwand bedarf, aber den wollen wir gern auf uns nehmen“ , sagte die Schulleiterin gestern. Ihr Schreibtisch steht mittlerweile ebenfalls in der Realschule. Einige Dinge, die im laufenden Schulbetrieb nicht benötigt werden, konnten im Haus der ehemaligen Gebäudewirtschaft zwischengelagert werden. „Es war und ist noch viel Kraft nötig, das Haus leer zu räumen und alle Sachen selbst vom obersten Geschoss ohne Fahrstuhl nach unten zu transportieren“ , macht Werner Lambrecht deutlich. Aber auf seinem Gesicht spielt ein Lächeln, als er, auf der Eingangstreppe stehend, auf die Männer zeigt, die gerade wieder einen großen Schrank auf die Ladefläche des Fahrzeuges heben. Die Mitarbeiter des Bauhofes haben bei der Aktion fleißige Helfer. Es sind Sozialhilfeempfänger, zum großen Teil russische Spätaussiedler.
Sozialamtsleiterin Barbara Peschel hat nicht wenige Lobesworte für sie übrig: „Sie sind absolut fleißig und fassen gern mit zu“ , sagt sie. Mit Wilfried Müller und Ilona Sochert habe die Stadt zwei Mitarbeiter, die es absolut gut verstünden, ein gutes Arbeitsklima für diese Helfern zu schaffen. Auch der Hausmeister ist zufrieden: „Ohne diese Leute hätten wir das alles nicht so zügig geschafft.“
Nicht mehr lange, dann hat auch er Urlaub. Irmtraud Pflaume und ihre Kollegin können dann die verdienten Ferien antreten, wenn das Schulgebäude ab voraussichtlich nächster Woche ganz den Bauleuten „gehört.“ .

Hintergrund Große Dimensionen
 Der Schulumbau soll 2004 mit einer Investitionssumme von insgesamt 2,5 Millionen Euro beendet sein. Mit der Aufnahme eines vom Land bewilligten zinslosen Darlehens von rund 1,4 Millionen Euro hat der Stadtrat in diesem Jahr die Voraussetzung für die weitere Sanierung geschaffen.