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Ein großer Tag für kleine Abc-Schützen

Wem gehört die Zuckertüte, fragt am Sonnabend in der Grundschule Nehesdorf Klassenleiterin Ywonne Passin.
Wem gehört die Zuckertüte, fragt am Sonnabend in der Grundschule Nehesdorf Klassenleiterin Ywonne Passin. FOTO: Jürgen Weser
Elbe-Elster. Ein neuer Speiseraum, ultraschnelles Internet in Sicht und neue Lehrer in den Schulen für den Start in einen neuen Lebens- abschnitt – die Abc-Schützen in Elbe-Elster sind unter besten Vorzeichen eingeschult worden. Jürgen Weser, Sylvia Kunze und Mirko Sattler

Einschulung in Finsterwalde

Der neue Speisesaal hatte sich in einen Festsaal für 42 Mädchen und Jungen verwandelt, die am Sonnabend in der Grundschule Nehesdorf in zwei Durchgängen feierlich in die Schule aufgenommen wurden. Schulleiterin Sylke Magister hieß sie herzlich willkommen, Bürgermeister Jörg Gampe würdigte die Verbesserung der Lernbedingungen und Rainer Genilke übergab als Vorsitzender der Landesverkehrswacht die Capes zur Kennzeichnung der Schulanfänger im Straßenverkehr.

Stolz ist Elifnaz Uygur, dass sie jetzt in der Schule ihrer Schwester Iclas nacheifern kann, die bereits in die 2. Klasse kommt. Aufgeregt verfolgten die neuen Erstklässler das Programm. Esra Schneider und Emil Lindner sorgten dafür, dass ihre als Häschen und Zwerge verkleideten Mitschüler aus den neuen 3. Klassen die verloren gegangenen Zahlen und Buchstaben wieder herbei holten. Die werden gebraucht, denn "ihr lernt rechnen, lesen und schreiben" sangen die vier Finsterwalder Sänger.

Dann ging es mit Klassenleiterin Ywonne Passin und Hortnerin Katrin Bogott zur ersten Schulstunde. Die großen Schulmappen wurden mit Büchern gefüllt, wozu auch die Überraschung durch die Elbe-Elster-Sparkasse gehörte.

Inzwischen erfuhren die Eltern von Schulleiterin Magister Wichtiges über die Schule. Die neuen Schüler werden sowohl als reine erste Klasse und in die jahrgangsübergreifende Flex-Klasse aufgenommen. 265 Schülerinnen und Schüler zählt die Grundschule Nehesdorf insgesamt. Rainer Genilke gab Hinweise zum Verhalten ihrer Sprösslinge auf dem Schulweg und verwies auf Hinweisbanner, die in Nähe der Schulen angebracht werden. Bürgermeister Gampe würdigte das Ergebnis des neuen Speiseraumes und verwies auf weitere geplante Baumaßnahmen. Vor allem werde man mit den Stadtwerken das Glasfaserkabel für schnelles Internet bis in die Schule bringen, versprach er.

Endlich war es soweit. In Zweierreihen ging es in den Schulgarten, wo Jenna Engelmann, Gunnar Knepper und die anderen Kinder die gut gefüllten und großen Zuckertüten am schön gestalteten Zuckertütenbaum der besonderen Art fanden. Lehrerin und Hortnerin sorgten dafür, dass es keine Verwechslungen gab. "Natürlich freue ich mich auf die Schule", verriet Gunnar Knepper nach kurzem Überlegen. Emsig hatten die Muttis und Vatis mit Fotoapparaten und Handys erste Klassenfotos festgehalten.

Einschulung in Falkenberg

37 Mädchen und Jungen haben am Samstag im Falkenberger Haus des Gastes aufgeregt ihrer Einschulung entgegengeblickt. Wie schon in den Jahren zuvor sind sie zuerst einmal von den "Falkenberger Tanzmäusen" unterhalten worden. Ihr eigens für den Schulanfang einstudiertes Programm "Pippi Langstrumpf" beschäftigte sich mit der wohl bekanntesten Heldin von Astrid Lindgren, der Schriftstellerin, deren Namen die Schule trägt.

Bereits seit den Osterferien hatten etwa 30 Tanzmäuse im Alter von 8 bis 10 Jahren gemeinsam mit ihren Trainerinnen und vielen Helfern daran gearbeitet. Ein Großteil von ihnen war gerade erst aus dem diesjährigen, wieder sehr abwechslungsreichen Tanzmäuse-Ferienlager zurückgekehrt.

Die Steppkes in den Zuschauerreihen rutschten trotz des kurzweiligen Programms aufgeregt auf ihren Stühlen herum. Aber dann war der große Augenblick gekommen, und sie erhielten ihre Zuckertüten. Danach ging es, angeführt vom Jugendblasorchester, in Richtung Schule, wo die Abc-Schützen in ihren zukünftigen Klassenräumen schon einmal Probe sitzen durften und die ersten Bücher erhielten.

Als Schüler in einer vom Land bereits bestätigten "Schule des gemeinsamen Lernens" erwarten sie beste Rahmenbedingungen. Wie Schulleiterin Simone Lösler stolz berichtet, sei man "komplett vollständig". Soll heißen, dass drei neue Lehrer das nun aus 21 Pädagogen bestehende Kollegium verstärken, außerdem zusätzliche Sonderpädagogen bereitstehen und auch eine sonderpädagogische Unterrichtshilfe das Team komplettiert. "Wir sind personell so gut aufgestellt, wie noch nie", freut sich die Schulleiterin über die gegebenen Bedingungen. Man müsse sich nun zwar in dieser großen Besetzung erst einmal koordinieren und Abläufe ausgestalten, aber "es sind super Bedingungen für unsere Kinder", ist Simone Lösler überzeugt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Nur in einer Klasse würden noch mehr als 25 Schüler lernen, ansonsten liege man überall darunter. Und auch baulich mühe sich die Stadt nach besten Kräften, gute Lernbedingungen zu schaffen. Das beweisen die aktuellen Baumaßnahmen ebenso wie die noch in Planung befindlichen.

Einschulung in Plessa

Mit einem bunten Programm des Schulchores, der Bläserklasse 5 des Jugendblasorchesters und der Arbeitsgemeinschaft Bläser, wurden die neuen Abc-Schützen am Samstagnachmittag in Plessa feierlich in die Reihen der Schüler aufgenommen.

Dazu war die Turnhalle schön feierlich geschmückt worden. Die 26 Schüler für den Standort Plessa und die 24 Schüler für den Standort Hohenleipisch sind nun Teil der insgesamt 180 Schüler der Goethe-Grundschule im Amt Plessa. 17 Lehrer, wobei in diesem Jahr zwei neue Lehrer dazu gekommen sind, kümmern sich liebevoll um die Schüler. "Unsere Schule hat eine Ganztagsausrichtung mit viel Förder- und Teilunterricht. Diese sichern unsere Lehrer, aber auch Kooperationspartner wie der Sport oder die Feuerwehr ab", verriet Cornelia Fischer, die stellvertretende Schulleiterin. Nach ihren Aussagen sind die jetzigen Abc-Schülerklassen die stärksten in der Schule. Im Durchschnitt lernen zwischen 18 und 20 Schüler in einer Klasse.

Noch etwas unsicher, was nun kommen mag, machten sich auch Celin Keck und ihre beste Freundin Ashley Obenaus (beide 6) am Samstag auf den Weg in die Sporthalle zur Einweihungsfeier. "Ich freue mich schon. Später möchte ich einmal Tierärztin werden", sagte die kleine Abc-Schützin, die sich schon riesig auf die Schokolade in der Zuckertüte freute. Sie sei aber natürlich auch superglücklich, dass ihre beste Freundin Ashley Obenaus mit in ihrer Klasse ist. Hilfe bekommen die Mädchen sicher von Celins großer Schwester Shirley, die derzeit die 3. Klasse besucht.