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Ein glänzender Beitrag des Elbe-Elster-Kreises

Auch in der gut besuchten Herzberger Stadtkirche St. Marien punktete das Orchester am Sonntag mit seiner hohen stimmlichen Qualität.
Auch in der gut besuchten Herzberger Stadtkirche St. Marien punktete das Orchester am Sonntag mit seiner hohen stimmlichen Qualität. FOTO: Dieter Müller/dmu1
Elsterwerda/Herzberg. Eine in dreierlei Hinsicht eindrucksvolle Aufführung eines Luther-Oratoriums erlebten die vielen Besucher am Samstag in der Christuskirche in Elsterwerda-Biehla. In dreierlei Hinsicht deshalb, weil sowohl der zugrunde liegende Text dieses Werkes und seine Vertonung auf besonders neue Weise die Figur des Reformators erlebbar machten und die Interpretation dieses anspruchsvollen Werkes keine Wünsche offen ließ. Stephan Creuzburg / scu1

Gerhard Monninger, evangelischer Pfarrer i.R. aus München, hat das Leben und Schaffen Luthers und seine Bedeutung in eigentlich wenigen Worten eindrucksvoll charakterisiert, die eine, wenn auch nicht unbedingt neue, aber sehr intensive Darstellung seiner Persönlichkeit erlaubten. Und der Münchener Kantor Andreas Hantke hat in den 90er-Jahren auf der Grundlage dieses Textes ein Oratorium komponiert, das in seiner Musikalität, um es einmal so auszudrücken, von Beginn an regelrecht spannend war. Ob es romantische Züge waren wie im Eingangschor, ob polyphone Musik wie bei "Das Evangelium ist eine Kraft Gottes" oder die ganz moderne Musik beim Schlusschor: Das Ohr musste einfach zuhören und der Kopf auch.

Es ist der Verdienst von Elsterwerdas Kantor Ronny Hendel und der Pianistin Solveig Lichtenstein, die auch die Einstudierung vorgenommen hatten, dieses Werk entdeckt zu haben und es zur Aufführung brachten. Mit einer ganz großen Leistung der Kantoreien Elsterwerda, Lauchhammer-Schwarzheide und Herzberg warteten die Sängerinnen und Sänger mit hoher stimmlicher Qualität als geschlossenes Ganzes auf. Ein Glücksfall war auch der Bariton Alexander Emanuel Schmidt aus Leipzig. Der ehemalige Thomaner gestaltete die Rolle des Reformators mit sehr schöner Stimme - der große Stimmumfang ließ aufhorchen - besonders eindrucksvoll. Dass dieses Oratorium einen Erzähler aufgenommen hat, ist eine interessante Neuigkeit gewesen, und die wurde von Peter Reinhardt, Schauspieler und viel beschäftigter Synchronsprecher, ebenfalls aus Leipzig, in besonders souveräner Weise deutlich. Dazu passte das sehr gute junge Orchester, das mit Hingabe alle Aufgaben meisterte. Lobend genannt seien dabei die solistisch hervorgehobene Saxophonistin Miriam Kreher aus Bad Liebenwerda und die schon genannte Pianistin Solveig Lichtenstein.

Es war ein hervorragender Beitrag des Elbe-Elster-Kreises zum Lutherjahr, der am Sonntag auch in der gut besuchten Herzberger Stadtkirche St. Marien für Begeisterung bei den Zuschauern sorgte.