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| 13:08 Uhr

Am 3. und 4. März Tag der offenen Tür
Stetig kommen Neuzugänge für das Reich der alten Unterlagen

Nachschub für das Falkenberger Stadtarchiv. Rudolf Kutter wühlt sich zu Hause durch eigene Bestände und hat unter anderem mehrere Hefter mit Abschlusszeitungen und Fotos vom Falkenberger Gymnasium im Angebot.
Nachschub für das Falkenberger Stadtarchiv. Rudolf Kutter wühlt sich zu Hause durch eigene Bestände und hat unter anderem mehrere Hefter mit Abschlusszeitungen und Fotos vom Falkenberger Gymnasium im Angebot. FOTO: Sylvia Kunze / LR
Falkenberg . Falkenberger Stadtarchiv wächst kontinuierlich - und immer mehr Bürger helfen dabei mit. Von Sylvia Kunze

„Ich wollte eigentlich nie ins Archiv, weil Geschichte ein rotes Tuch für mich war“, sagt Ramona Heide. Seit 35 Jahren bei der Stadtverwaltung beschäftigt, hat sie die ersten Jahre ihres Arbeitslebens auch in anderen Abteilungen verbracht. Mittlerweile arbeitet sie mit Herz und Seele im „Gedächtnis der Stadt“, wie sie das Archiv gern nennt.

Seine Anfänge nahm es 1992, als das Land die Kommunen aufforderte, eigene Archive zu schaffen. In Falkenberg hat man diesen Auftrag sehr ernst genommen. Dort lagern im Reich der alten Unterlagen längst nicht nur Verwaltungsakten, die für bestimmte Zeit aufbewahrt werden müssen, sondern in den Regalen ist so mancher historisch wertvolle Schatz zu finden.

Das fängt bei der Gründungsurkunde der Stadt an, reicht über die historischen Karten zum Bestand des Rittergutes bis hin zu alten Bauakten aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, die von der damals noch in Falkenberg wirkenden Baufirma Erler stammen. An vielen der alten Akten nagt der Zahn der Zeit. Sie müssten dringend restauriert bzw. bearbeitet werden. „Auf machen Blättern ist kaum noch was zu erkennen“, bedauert Ramona Heide und hat sich dafür etwas einfallen lassen. Weil städtische Mittel für derartige Arbeiten nicht bereitstehen, begibt sie sich auf die Suche nach Restaurierungspaten.

„Vier alte Rittergutskarten haben es ganz nötig. Sie liegen mir am Herzen, weil sie sehr wertvoll sind. Sie haben alle Kriege überlebt und sollen nun so ein trauriges Ende finden?“, will sich die Falkenberger Stadtarchivarin mit dem aktuellen Zustand nicht zufriedengeben. Zugleich weiß sie inzwischen von vielen Falkenbergern und Einwohnern umliegender Orte, die ein großes Herz für die Geschichte haben. Vielleicht finden sich darunter wirklich Paten.

Auf jeden Fall helfen aber immer mehr Bürger mit, das Archiv mit derart wertvollen Beständen zu bestücken. Erst am Donnerstag schaute zum Beispiel Rudolf Kutter vorbei. Der Falkenberger, über viele Jahre Lehrer und später Leiter des städtischen Gymnasiums, hat in den eigenen Arsenalen noch so manche Erinnerung an einstige Schulzeit in Falkenberg sowie andere historische Unterlagen. „Auch wenn es Arbeit macht, ich sichte solche Bestände sehr gern und ordne die Unterlagen ins Stadtarchiv ein“, erzählt Ramona Heide.

Was von Bürgern so ins Archiv gegeben wurde, soll auch Teil 1 der Zeitreise ausmachen, die zum Tag der offenen Tür vorgestellt wird. „Ich habe Fotomaterial, das mehr als 50 dicke Ordner füllt. Das gibt ausreichend Stoff auch noch für einen Teil 2“, verspricht die Archivarin, die derzeit an mehreren Projekten arbeitet. Dazu gehören zum Beispiel das Sammeln von Kochbüchern und regionalen Rezepten sowie das verstärkte Anbieten von Schülerprojekten, „denn von denen profitieren beide Seiten. Die Schüler erfahren, was es im Archiv alles aufzuspüren gibt und fördern andererseits fast immer auch neues Material zutage“.

Die Kochbücher bzw. Rezepte sollen bei den Tagen der offenen Tür am 3. und 4. März noch eine besondere Rolle spielen. Mit der Bäckerei Getschmann an der Seite als Partner für die Versorgung der Besucher reift die Idee, vielleicht das eine oder andere Kuchen- oder Plätzchenrezept nachzubacken und das süße Naschwerk anzubieten.

Schnell mal durchblättern, was da alles „Neues“ ins Haus flattert, darunter auch eine alte Rezeptsammlung und andere interessante Unterlagen.
Schnell mal durchblättern, was da alles „Neues“ ins Haus flattert, darunter auch eine alte Rezeptsammlung und andere interessante Unterlagen. FOTO: Sylvia Kunze / LR