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| 14:55 Uhr

Natur und Umwelt
Ein außergewöhnlich warmer Mai

Drei junge Dachse kamen aus einer der vielen Röhren ins Freie.
Drei junge Dachse kamen aus einer der vielen Röhren ins Freie. FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg . Dem wärmsten April seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen folgte ein Monat in gleicher Weise mit neuen Rekordwerten – ein Wetterrückblick. Von Dieter Lehmann

Fakt ist, es wird wärmer auf unserer Erde! Der durch uns Menschen verursachte globale Klimawandel schreitet offenbar schneller voran. Wir sollten diese Erkenntnis akzeptieren und in uns wirken lassen, indem wir uns alle möglichst klimagerecht verhalten.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) betrug der Temperaturdurchschnitt des Monats Mai rund 16,0 Grad Celsius (°C). Er lag damit um etwa 3,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Damit war der Mai 2018 etwas wärmer als der Mai des Jahres 1889, dem bisherigen Rekordhalter. Dabei hatte der Monat in den drei ersten Tagen relativ kühl begonnen. Doch dann sorgte der hohe Luftdruck, der sich von Mittel- nach Nordeuropa verlagert hatte, für ein überaus sonnenscheinreiches und außergewöhnlich warmes Wetter in Deutschland. Die meisten Wetter-Stationen meldeten neue Mai-Rekorde. Es gab fast überall Sonnenschein pur, die Temperaturen erreichten bald sommerliches Niveau. Am 9. Mai meldete Lingen im Emsland ein Tagesmaximum von 30 °C. Dort wurde mit 34,2 °C auch die höchste Tagestemperatur des Monats in Deutschland gemessen.

Auf derartig frühsommerliches Wetter reagiert auch die Natur in besonderer Weise. Als ich am Abend des 7. Mai auf meiner Ansitzleiter an einem Dachsbau saß, kamen völlig überraschend drei junge Dachs aus einer der vielen Röhren ins Freie. Jahreszeitlich so früh hatte ich das zuvor noch nie erlebt.

Doch der Mai hatte auch einen schwerwiegenden Nachteil! Er war zu trocken, vor allem in Brandenburg. Die Niederschlagsmenge lag nur bei 15 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Der Monatsdurchschnitt von 54 l/m² wurde bei weitem verfehlt. Auch in Falkenberg war das so. Erst am 29. Mai gab es infolge eines Gewitters den ersten nennenswerten Niederschlag. Die Menschen hatten lange darauf gewartet: „Am Tag, als der Regen kam, lang ersehnt, heiß erfleht. Auf die glühenden Felder, auf die durstigen Wälder ...“, hatte im Jahr 1959 die französische Sängerin Dalida einst gesungen.

Erst zum Monatsende gab es höhere Niederschlagsmengen, meist nach den Zugbahnen der häufigen Gewitter. Blitz und Donner wurden von Hagel, Sturm und verheerendem Starkregen begleitet. In vielen Orten in Deutschland kam es nun sogar zu Überschwemmungen, wie am 24. Mai im Vogtland in Bad Elster und am 30. Mai in Wuppertal.