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Ehrennadel und Höllen-Wein

24 Mitglieder hat der Verein Herzberger Münzfreunde. Die meisten von ihnen sind auf dem Gruppenfoto zum Jubiläum vom Freitag vertreten.
24 Mitglieder hat der Verein Herzberger Münzfreunde. Die meisten von ihnen sind auf dem Gruppenfoto zum Jubiläum vom Freitag vertreten. FOTO: Rudow
Herzberg. Der Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Herzberger Münzfreunde am Freitagabend im Herzberger Bürgerzentrum war nicht irgendein Vereinsjubiläum. Er war Zeugnis dafür, dass die Arbeit der Münzfreunde in ganz Deutschland geachtet ist. Birgit Rudow

Der Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Herzberger Münzfreunde am Freitagabend im Herzberger Bürgerzentrum war nicht irgendein Vereinsjubiläum. Er war Zeugnis dafür, dass die Arbeit der Münzfreunde in ganz Deutschland geachtet ist. Auf den Tag genau nach 50 Jahren, als in Herzberg die Sparte Numismatik im Kulturbund gegründet wurde, kamen die Vereinsmitglieder, Familienmitglieder, Freunde aus anderen Münzvereinen und numismatischen Gesellschaften und auch lokale Politprominenz zusammen, um das Werk der Münzfreunde in anerkennenden und herzlichen Worten zu würdigen. Große Reden wurden dabei nicht geschwungen. Den Überbringern der Grußworte reichten wenige Sätze, um viel zu sagen.

Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk erinnerte an den Sensationsfund 1996 beim Bau der Straße in Frauenhorst, der überregional für Aufsehen sorgte. "Das war einmalig für den Verein und für Herzberg", sagte er. Vizelandrat Peter Hans, als Kämmerer und somit Hüter des Schatzes des Landkreises im weitesten Sinne Kollege der Numismatiker, dankte ihnen für ihre wertvolle Arbeit, ihre Forschungen und für so manche geprägte Gedenkmedaille.

Die meisten Herzberger verbinden mit den Münzfreunden vor allem das öffentliche Prägen von Medaillen zu den verschiedensten Anlässen. Die Arbeit des Vereins umfasst aber viel, viel mehr. Sie ist verbunden mit aufwendigen Recherchen und wissenschaftlicher Aufarbeitung. Wer sich ein umfangreiches Bild davon machen möchte, der sollte sich unbedingt die Ausstellung der Münzfreunde in der Galerie des Bürgerzentrums ansehen, die noch bis Donnerstag ganztägig geöffnet ist, und bei der die Vereinsmitglieder gern Auskunft geben. 18 Münzfreunde stellen dort zu 25 interessanten Themen aus. Sie reichen vom Kurfürstentraum über Fälschungen und Nachprägungen antiker Münzen, mittelalterliche Münzen in Herzberg, Duplikate des Frauenhorster Fundes, Münzen über den Preußenkönig Friedrich II, aus der Weimarer Republik, Münzen von olympischen Reiterspielen, den Raub von Münzen eines Vereinsmitgliedes 1990 bis hin zu numismatischem Beiwerk sowie Quetschmünzen oder Müllmarken. Die Ausstellung ist mit so viel Inhalt und Herzblut gestaltet, dass den Münzfreunden Schlange stehende Besucher zu wünschen sind. Eine Tombola und ein Quiz runden das Programm ab. Und wer zu Hause noch wertloses Geld hat, kann es als Spende gern mitbringen, so der Vereinsvorsitzende Horst Gutsche.

Er leitet die Gruppe der Herzberger Numismatiker von ihrem ersten Tag an. Und so war es folgerichtig, dass zahlreiche Gratulanten am Freitag das Jubiläum und die erfolgreiche Arbeit des Vereins mit dem Namen seines Vorsitzenden verbanden. Lutz Farohn, Leiter des numismatischen Arbeitskreises Brandenburg-Preußen, der am Samstag in Herzberg seine Frühjahrstagung abhielt, bezeichnete es als Herzensangelegenheit, dem Verein zum Jubiläum zu gratulieren. Dr. Rudolf Reimann, Präsident der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft, sprach vom Stolz auf den großen Zusammenhalt der Numismatiker in Mitteldeutschland und ehrte Horst Gutsche mit der Silbernen Ehrennadel der Gesellschaft. Wilko Krone, Vorsitzender der Potsdamer Münzfreunde, überreichte Horst Gutsche die Auszeichnungsmedaille seines Vereins mit der Ansicht des Potsdamer Schlosses, die es nur 15 Mal gibt. Jules Schröder aus Büdingen hatte Münzen der Schützenbrüder mitgebracht und Eckehard Gottwald von der Frankfurter Numismatischen Gesellschaft, zu der die Herzberger seit Jahren gute Beziehungen pflegen, hatte mit zwei Flaschen "Hochheimer Hölle" einen guten Tropfen dabei. Eine besondere Ehre für die Herzberger war es auch, dass der renommierte Numismatiker Prof. Dr. Bernd Kluge aus Berlin den Festvortrag des Abends hielt.