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Ehrenamtsprojekt "Wünschewagen" stellt sich vor

Bei dem Termin des ASB-Wünschewagens in Herzberg haben sich ASB-Mitarbeiter Auto und Idee genau erklären lassen.
Bei dem Termin des ASB-Wünschewagens in Herzberg haben sich ASB-Mitarbeiter Auto und Idee genau erklären lassen. FOTO: sk
Herzberg. Besuch in Herzberg ist zugleich ein Dankeschön für die finanzielle Unterstützung des ASB-Regionalverbandes Elbe-Elster. Sylvia Kunze

In dieser Woche hat der vom ASB-Landesverband getragene "Wünschewagen" in Herzberg Station gemacht. Nicht nur, um Fahrzeug und Idee den hiesigen Mitarbeitern in der ASB-Regionalstellenverwaltung vorzustellen, sondern insbesondere auch, um ihnen zu zeigen, was das Engagement des Regionalverbandes Elbe-Elster bewirkt. "Er hat dieses Ehrenamtsprojekt mit 3000 Euro unterstützt", berichtet ASB-Landesgeschäftsführer Jürgen Haase und ist damit schon mittendrin in der Vorstellungsrunde des Wünschewagens.

Einmal noch das Meer sehen, einmal noch ein Konzert der Lieblingsband erleben oder einmal noch Familie oder Freunde in die Arme schließen. Für viele gesunde und vitale Menschen ist das selbstverständlich und alltäglich. Für sterbenskranke Menschen sind diese einfachen und bescheidenen Dinge oftmals letzte Herzenswünsche, die meistens unerfüllt bleiben. Pflegenden Angehörigen fehlen erfahrungsgemäß häufig die materiellen und finanziellen Möglichkeiten, einem geliebten Menschen seinen letzten Herzenswunsch erfüllen und einen glücklichen Moment schenken zu können.

Wünsche erfüllen - genau hier setzt der Wünschewagen an. Projekt und Fahrzeug "Der Wünschewagen - Letzte Wünsche wagen" vom ASB-Landesverband Brandenburg sind seit dem 3. September 2016 landesweit am Start. 23 Fahrten sterbenskranker Menschen hat der "Wunscherfüller auf vier Rädern" seither durchgeführt - kostenfrei. "Und vor Ort überall sehr viel positives Entgegenkommen erlebt. Das hat es uns bisher immer möglich gemacht, jede Tour zu einem kleinen Event werden zu lassen", berichtet Jürgen Haase.

Das Auto ist ein für diese Zwecke komplett ausgebauter Krankentransportwagen mit extra großen Fenstern und vielen Extras, die auch bei längerer Fahrzeit ein angenehmes Reisen ermöglichen. Das anspruchsvolle und äußerst sensible Projekt lebt vom reinen bürgerschaftlichen Engagement und von Spendengeldern. Mehr als 80 erfahrene Helfer und Helferinnen mit fachlichem Background engagieren sich in diesem landesweit einmaligen Projekt. Ehrenamtliche Organisationstalente für die Vor- und Nachbereitung der Reise verstärken das Wünschewagen-Team, das auf seinem Weg zum Zielort und zurück Unmengen an Details zum Wohle des Fahrgasts zu berücksichtigen hat und die auf jede Tour neu zugeschnitten werden müssen.

"Jeder Mensch, der sich auf seinem letzten Lebensweg befindet, soll die Möglichkeit auf die Erfüllung seines Herzenswunsches erhalten. Für den Fahrgast und seine Begleitung entstehen keine Kosten, weder für die Fahrt noch für etwaige Aktivitäten am Wunschort", bekräftigt der Landesgeschäftsführer in seinen Ausführungen.

Für den Elbe-Elster-Regionalverband sei es keine Frage gewesen, ob man dieses Ehrenamtsprojekt unterstütze, berichtet Geschäftsführer Norbert Herbrig. Erst recht in der Startphase, wo das Spendensammeln erst einmal anlaufen müsse. Die Mitarbeiter der Regionalstellenverwaltung in Herzberg haben ganz genau hingeschaut und zugehört, "damit wir das Angebot auch in unserer Region bekannt machen können. Ich denke, dass insbesondere unserer Pflegedienst davon wissen sollte und es den Patienten und deren Angehörigen vorstellen soll", sagt Herbrig. Einiges Infomaterial hat der Wünschewagen jedenfalls bei seinem Besuch in Herzberg gelassen.