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| 15:23 Uhr

Landwirtschaft
Drohne als neuer Mitarbeiter der Landwirte in Beyern

Die Agrargenossenschaft Beyern hat den Versuch gestartet: Schädlingsbekämpfung ohne Chemie. Eine Drohne wird mit Schlupfwespen, die sich tausendfach in den Kugeln befinden, bestückt.
Die Agrargenossenschaft Beyern hat den Versuch gestartet: Schädlingsbekämpfung ohne Chemie. Eine Drohne wird mit Schlupfwespen, die sich tausendfach in den Kugeln befinden, bestückt. FOTO: Agrargenossenschaft Beyern
Beyern. Biologischen Schädlingsbekämpfung wird wetterbedingt wieder abgebrochen. Von Sylvia Kunze

Die Landwirte der Agrargenossenschaft Beyern haben mit der biologischen Schädlingsbekämpfung auf ihren Maisfeldern Neuland beschritten und dem Maiszünsler, einem Schädling, der im Vorjahr schon aufgetreten ist, in den Maisstoppeln überwintert hat und in diesem Jahr aller Voraussicht nach weiter sein Unwesen treiben wird, den Kampf angesagt. Mit Schlupfwespen.

Rund 600 Hektar der landwirtschaftlichen Flächen der Genossenschaft werden alljährlich mit Mais bestellt, um das Grundfutter für die Rinderbestände, Futter für die Schweinemast und „Futter“ für die Biogasanlage zu sichern. „Im Vorjahr hatten wir wegen des Maiszünslers großen Einbruch zu verzeichnen. Er hat richtigen Schaden angerichtet“, so Vorsitzender Horst Bielagk. Um durch ihn verursachte Verluste bei der diesjährigen Ernte zu minimieren, habe man schon seit längerem über angemessene Schädlingsbekämpfung nachgedacht. Statt chemischer Keule wollte man es diesmal auf biologischem Weg probieren, berichtet Bielagk weiter.

Auf einem Feld sind deshalb vor einigen Tagen tausende Schlupfwespen ausgebracht worden. Sie wurden mittels einer mit Kugeln bestückten Drohne, in denen die Tiere gebündelt „verschickt“ werden, über der ausgesuchten Fläche verteilt. Ihre Aufgabe: Aus den Löchern der Kugeln herauskrabbeln und als natürliche Feinde nach erfolgreicher Suche die neuen Eigelege des Maiszünslers zerstören. 100 Quadratmeter sind auf diesem Weg „behandelt“ worden. Theoretisch müsste jetzt noch einmal mit dem zweiten Abwurf weiterer Schlupfwespen „nachbehandelt“ werden.

„Aber das werden wir nicht tun. Wir brechen das Experiment ab. Der Mais verreckt uns ohnehin - alledings wetterbedingt“, sagt Uwe Bäurich, Leiter der Pflanzenproduktion der Agrargenossenschaft Beyern, mit Blick auf das für die nächsten Tage angekündigte Wetter. Das müsste dringend Regen bringen, um den Mais annähernd zu retten, aber der ist nicht in Sicht. „Schade, dass aufgrund der Witterung der Versuch nun im Sande verläuft“, meint Bielagk, der gern gewusst hätte, ob Kurzzeitkollege Drohne mit seiner hilfreichen Fracht eine echte Alternative zu chemischen Mitteln in der Schädlingsbekämpfung sein könnte.