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| 13:52 Uhr

Bahn-Reisen
Wenn Umsteigen zum Problem wird

Wer beim Ein- und Aussteigen aus dem Zug sowie beim Wechseln der Bahnsteige nicht allein zurechtkommt, kann auf den Bahnhöfen in Falkenberg und Finsterwalde Hilfe anfordern. Ehrenamtler des DRK stehen dann zur Seite.
Wer beim Ein- und Aussteigen aus dem Zug sowie beim Wechseln der Bahnsteige nicht allein zurechtkommt, kann auf den Bahnhöfen in Falkenberg und Finsterwalde Hilfe anfordern. Ehrenamtler des DRK stehen dann zur Seite. FOTO: shootingankauf / shootingankauf - stock.adobe.com
Falkenberg/Finsterwalde. DRK-Ehrenamtler stehen auf den Bahnhöfen in Falkenberg und Finsterwalde zur Seite. Sylvia Kunze

 Wer gesund ist, muss sich um das Reisen keine Gedanken machen. Anders sieht es jedoch für alle Menschen aus, die mit einem Handicap leben oder Einschränkungen anderer Art erleben. Für sie kann eine Reise durchaus beschwerlich werden. Erst recht, wenn Barrierefreiheit noch nicht zu hundert Prozent gewährt wird.

So ist es beispielsweise Gesine Schneider aus Dobra neulich ergangen. Durch eine Knie-OP gehandicapt, bekam sie echte Probleme, als sie in Falkenberg umsteigen und ausgerechnet auf Bahnsteig 4 musste - der einzige auf dem Falkenberger Bahnhof, der nur über eine Treppe, noch dazu eine an nasskalten Wintertagen durchaus recht rutschige Metalltreppe zu erreichen ist. Gesine Schneider hatte eine Bekannte dabei, die ihr half. Die Dobraerin fragt sich nun, wie es Reisenden ergeht, die ohne Begleitung unterwegs sind, aber Hilfe benötigen.

„In Falkenberg und seit wenigen Monaten auch in Finsterwalde stehen dafür ehrenamtliche Kräfte der DRK-Ortsverbände Herzberg und Finsterwalde bereit“, berichtet Anett Heyne vom DRK-Kreisverband Lausitz, die das Projekt Bahnhofsdienst betreut. Allerdings handelt es sich dabei nicht mehr um einen derartigen Sanitätsposten, wie man ihn vielleicht noch aus DDR-Zeiten kennt. „Jetzt geht es ausschließlich um Hilfestellung beim Ein- und Aus- sowie Umsteigen“, betont die hauptamtlich bei der Hilfsorganisation Beschäftigte.

Ein Vertrag mit der Deutschen Bahn regele, dass Ehrenamtler des Deutschen Roten Kreuzes auf den beiden Bahnhöfen zum Einsatz kommen, weil es dort kein Servicepersonal der Bahn mehr gebe.

Angefordert würde die Hilfestellung über den Mobilitätsservice. Von dort käme dann die Anforderung, so Anett Heyne über den Verfahrensweg. Danach stünden mit Enrico Lehmann in Falkenberg und Kerstin Neumann in Finsterwalde zwei Personen bereit, um hilfsbedürftigen Reisenden, das könne zum Beispiel auch eine alleinreisende Mutti mit Kinderwagen und Kleinkindern sein, Hilfestellungen zu geben.

Durchschnittlich zwölf Einsätze kämen auf beiden Bahnhöfen im Monat zusammen. Aktuell in der Wintersaison weniger, dafür in der eigentlichen Reise- und Ausflugssaison wieder etwas mehr. „Wir haben bisher alle Anforderungen absichern können. Haben unsere beiden Stammhelfer mal keine Zeit, gibt es auch noch andere Ehrenamtler, die einspringen“, berichtet die DRK-Vertreterin und betont, dass es sich dabei um eine reine Rufbereitschaft handele -  ohne langes Ausharren der Helfer vor Ort und auch ohne medizinische Versorgung der Reisenden.

Und um noch einmal auf das Problem des bisher recht leidigen Zugangs zum Bahnsteig vier in Falkenberg zurückzukommen: Der soll laut Planungen der Deutschen Bahn im Zusammenhang mit dem avisierten Bau eines elektronischen Stellwerks und der damit zusammenhängenden Sanierung des unteren Bahnhofs verändert und mit einem neuen Aufzug versehen werden. Allerdings sind finanzielle Mittel dafür nach letzten Informationen erst für den Zeitraum zwischen 2020 und 2024 eingeplant.