Einer hohen Belastung muss der Unterbau hier standhalten. Erst nach erfolgreicher Bodendruckprüfung kann das neue Klärbecken aus Beton gegossen werden. Derzeit ist das Mühlberger Klärwerk auf 2400 Einwohnergleichwerte ausgelegt und stößt an seine Kapazitätsgrenze. „Mit dem Neubau erreichen wir noch einmal 2400 Einwohnergleichwerte“ , erklärt Bürgermeister Dieter Jähnichen, der gleichzeitig Betriebsleiter des städtischen Abwasser-Eigenbetriebes ist.
Während der Bauphase läuft der Ausbau parallel zum normalen Betrieb der Kläranlage. Mit Spannung erwartet der Betriebsleiter den Anschluss des neuen Beckens: „Das könnte ein bisschen kritisch werden. Läuft die Belüftung„ Kippt die Biologie nicht um“ Das wird sich erst dann zeigen.“ Etwa im März rechnet die Projektleitung mit der Inbetriebnahme der erweiterten Kläranlage.
Läuft alles wie geplant, kann der Umschluss der Lönnewitzer Teichkläranlage erfolgen. Bis es soweit ist, wird es allerdings noch etwas dauern. Dem Abwasser-Eigenbetrieb liegt inzwischen ein Schreiben vom zuständigen Ministerium in Potsdam vor, wonach eine Förderung in Höhe von 350 000 Euro für den Abwasserleitungsbau von Lönnewitz bis nach Mühlberg in Aussicht gestellt wird. Bis der ordentliche Bescheid ankommt, muss Mühlberg die Bereit stellung der Eigenmittel auf die Beine bekommen. Diese Baumaßnahme gehöre zu jenen, die auch bei der Erstellung des städtischen Haushaltes absolute Priorität genießen müssen, hatte Bürgermeister Jähnichen in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung das Parlament eingeschworen.
Die Abgeordneten brachten jetzt erst einmal die Finanzierung der Klärwerkserweiterung auf den Weg. Sie stimmten für die Aufnahme eines Kredites in Höhe von 215 000 Euro bei der Europäischen Investbank zur Sicherung des Eigenanteils der Stadt. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 484 000 Euro bei einer 50-prozentigen Förderung.
Albrecht Stamm aus Brottewitz hatte vor der Beschlussfassung in Anbetracht der Kreditaufnahme Auswirkungen auf die Abwassergebührenentwicklung hinterfragt. Die Erweiterung des Klärwerks sei nicht mit einer Erhöhung des Kubikmeterpreises verbunden, versicherte Jähnichen. Diese Summen seien bereits in der derzeitigen Kalkulation berücksichtigt. Allerdings: Es müsse alle zwei Jahre neu kalkuliert werden.

Zum Thema Andere Betriebsführung?
 Über die technische Betriebsführung des Eigenbetriebes Abwasser diskutierte das Mühlberger Stadtparlament im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. „Wir überlegen, diese in fachgerechte Hände zu legen“ , sagte Bürgermeister und Eigenbetriebsleiter Dieter Jähnichen auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Wie bisher sei die Arbeit nicht zu bewältigen. Ob die technische Betriebsführung im Rahmen eines Kooperationsvertrages oder über eine Ausschreibung an einen Dritten abgegeben wird, stehe derzeit noch nicht fest. „Es laufen jetzt erst Vorgespräche“ , so Jähnichen. Von den Abgeordneten habe er jetzt grünes Licht für weitere Verhandlungen erhalten.