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Drei Kantoreien – ein Oratorium

Die Herzberger Kantorei bei der Probe zum Luther-Oratorium im Herzberger Gemeindehaus. Kantorin Solveig Weigel arbeitet angestrengt aber mit sehr viel Einfühlungsvermögen mit den Sängerinnen und Sängern.
Die Herzberger Kantorei bei der Probe zum Luther-Oratorium im Herzberger Gemeindehaus. Kantorin Solveig Weigel arbeitet angestrengt aber mit sehr viel Einfühlungsvermögen mit den Sängerinnen und Sängern. FOTO: Rudow
Herzberg. Die Kantoreien Herzberg, Elsterwerda und Lauchhammer/Schwarz- heide arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Projekt – einem zeitgenössischen Luther-Oratorium. Birgit Rudow

Dienstagabend 19 Uhr: Im Gemeindesaal der evangelischen Kirche könnte man meinen, in eine Gymnastikgruppe geraten zu sein. Natürlich falsch. Die Sängerinnen und Sänger der Herzberger Kantorei machen sich warm. Nicht nur die Stimme, auch die Muskulatur muss locker sein. Den Takt gibt Kantorin Solveig Weigel vor. Schließlich müssen die Chormitglieder auch etwas leisten. Das Luther-Oratorium von Andreas Hantke ist keine leichte Kost. "Das sind für alle Beteiligten ungewohnte und neue Klänge, die nicht so geläufig sind. Auch für mich nicht. Aber wir haben uns Zeit genommen, uns reinzufinden. Zeitgenössische Kompositionen erlauben auch viele Freiheiten. Es macht Spaß", sagt die Kirchenmusikerin.

Die Aufführung des Luther-Oratoriums ist ein Gemeinschaftsprojekt von drei Kantoreien, weil zwei Kantoren zum Reformationsjubiläum die Idee dazu hatten und es gern machen wollten - Solveig Weigel und ihr Kollege Ronny Hendel, zuständig für die Kantoreien Elsterwerda und Lauchhammer/Schwarzheide. Aufgeführt wird es am 17. Juni in der Kirche in Elsterwerda-Biehla und am 18. Juni in der Stadtkirche in Herzberg. "Singen werden die Chöre der jeweiligen Kantoreien, das Orchester und die Solisten sind aber bei beiden Aufführungen dabei", sagt Solveig Weigel.

Das Orchester hat mit Streichern, Klavier, Flöte und Saxophon eine etwas unkonventionelle Besetzung. "Ich freue mich schon auf den Klang des Saxophons in unserer St. Marienkirche", sagt die Kantorin. Die Musiker kommen aus Dresden, Leipzig und Berlin, aber auch aus der Region. So ist der Cellist aus Finsterwalde und die Flötistin unterrichtet an der Kreismusikschule Gebrüder Graun. Luther-Solist ist der Bariton Alexander Emanuel Schmidt aus Leipzig, der dem Herzberger Publikum schon von den Aufführungen des Weihnachtsoratoriums bekannt sein dürfte. Als Sprecher konnte der professionelle Synchronsprecher Peter Reinhardt gewonnen werden.

Das Oratorium des Münchener Kirchenmusikers Andreas Hantke befasst sich mit dem Leben Martin Luthers in biografischer Anordnung, sagt Solveig Weigel. Das Besondere sei, dass viele Originalchoräle von Luther in das Oratorium aufgenommen wurden.

Die Herzberger Kantorei wird von Gastsängern aus der Region und traditionell von den Musikkursen des Melanchthon-Gymnasiums unterstützt. Diesmal von den Kursen der 10. und 11. Klassen, weil die 12. Klassen sich mitten im Abitur befinden. "Für die 10. Klassen ist es das erste große Werk und eine große Herausforderung. Sie haben auch beim Weihnachtsoratorium noch nicht mitgewirkt", so Solveig Weigel. Aber sie kann sich auf die große Unterstützung von Musiklehrerin Daniela Uhlig stützen. "Wir proben gemeinsam. Frau Uhlig setzt sich voll ein. Ohne ihre Hilfe würde es nicht funktionieren", sagt die Kantorin, die jetzt seit einem knappen Jahr in der Kirchengemeinde arbeitet. In Herzberg habe sie sich sehr gut eingelebt, sagt sie und sie freue sich auf das spannende Projekt Luther-Oratorium.

Zum Thema:
Für die Aufführung in Herzberg kosten die Karten an der Abendkasse 12 Euro (erm. 8 Euro) und im Vorverkauf 10 Euro (erm. 7 Euro). Sie sind im Vorverkauf ab dem 1. Juni im Tourismuspunkt in der Kirche Herzberg und in der Buchhandlung Jachalke am Markt erhältlich. Für die Aufführung in Elsterwerda-Biehla kosten die Karten 13 Euro (erm. 9 Euro) und im Vorverkauf 11 Euro (erm. 8 Euro). Es gibt sie ab 1. Juni in diesen Vorverkaufsstellen: Pfarrbüro Elsterwerda, Kirchstraße 1, Reformhaus Müller, Denkmalsplatz 6, Pfarrbüro Lauchhammer-Mitte, Dietrich-Heßmer-Platz 14 und Touristinformation Bad Liebenwerda.