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| 18:27 Uhr

Herzberg
Drei Jubiläen für die Clajus-Schule

Schulleitergenerationen zum Schuljubiläum: Ingrid Kasper, Lutz-Peter Müller, Gustav Ullrich, Ines Gebauer und Ernst Becker (von links). Sie alle haben an der Clajus-Schule ihre pädagogischen Spuren hinterlassen.
Schulleitergenerationen zum Schuljubiläum: Ingrid Kasper, Lutz-Peter Müller, Gustav Ullrich, Ines Gebauer und Ernst Becker (von links). Sie alle haben an der Clajus-Schule ihre pädagogischen Spuren hinterlassen. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Seit 30 Jahren steht der Schulbau am Kaxdorfer Weg. Er hat schon manches erlebt. Ines Gebauer ist seit August die neue Schulleiterin. Von Birgit Rudow

Feste soll man feiern, wie sie fallen, sagt der Volksmund. Und wenn es, wie bei der Herzberger Johannes-Clajus-Schule, gleich drei runde Geburtstage in zeitlicher Nähe sind, dann erst recht. Die Schulleitung hatte am Freitag zu einem kleinen Festempfang eingeladen, denn vor genau 30 Jahren wurde das Schulgebäude eingeweiht, vor 25 Jahren erhielt die Schule (damals noch als Gesamtschule an der Lugstraße) den Namen „Johannes Clajus, und vor genau zehn Jahren ist die Gesamtschule in das sanierte Gebäude am Kaxdorfer Weg gezogen.

Ines Gebauer, seit dem 1. August kommissarisch eingesetzte Schulleiterin, blickte am Freitag auf die Geschichte des Hauses zurück. Erbaut wurde das Schulgebäude im Kaxdorder Weg im Zuge der Errichtung von Herzberg Nord Ende der 1980er-Jahre. Am 1. September 1988 hat hier die Oberschule II, die sich zuvor in Alt Herzberg befand, ihren Schulbetrieb aufgenommen. Rudi Vater war der erste Schuldirektor in dem Haus. Mit dem Schuljahr 1990/91 wurde der Schulbetrieb in Grundschule und Realschule getrennt. Es gab zwei Schulleitungen. Die für die Realschule unter Leitung von Ingrid Kasper und die für die Grundschule unter Lutz-Peter Müller. Gleichzeitig bestand in Herzberg die Gesamt­schule in der Lugstraße, die Gustav Ullrich geleitet hat. 2005 wurden in Brandenburg alle Realschulen und Gesamtschulen zu Oberschulen, und als die Schülerzahlen in Herzberg rückgängig waren, und man sich für nur noch eine Oberschule in der Stadt entschied, zogen Schüler und Lehrer 2006 aus dem Kaxdorfer Weg in die Schule an der Lugstraße, wo es allerdings schnell eng wurde.

Fast gleichzeitig begannen im Kax­dorfer Weg die Bauarbeiten. In der Schule wurde um- und angebaut. Sie bekam eine Aula, wurde behindertengerecht ausgestattet und hell und freundlich gestaltet. Am 1. September 2008 ist ein bunter Schülerpulk durch Herzberg gezogen – von der Lugstraße in die schmucke Schule am Kaxdorfer Weg. Seitdem ist hier der Standort der Grund- und Oberschule. 2010 wurde die neue Turnhalle eröffnet, 2012 war der Schulhof fertig. Die Generation der Erstklässler von 2008 hat die Schule jetzt verlassen. Alle Schülerinnen und Schüler der Clajus-Schule heute sind also echte „Kaxdorfer Wegler“.

An der Clajus-Schule in Herzberg gibt es auch eine Arbeitsgemeinschaft Schach. Freitag wurde mit den großen Figuren gespielt.
An der Clajus-Schule in Herzberg gibt es auch eine Arbeitsgemeinschaft Schach. Freitag wurde mit den großen Figuren gespielt. FOTO: LR / Rudow

295 Mädchen und Jungen lernen heute an der Schule. Wie Ines Gebauer hervorhebt, kommen sie aus 34 Ortsteilen und Orten. Sieben Buslinien fahren die Schule täglich an, die mit der Grundschule, der Sekundarstufe 1 und dem produktiven Lernen drei Segmente anbietet. Als Ganztagsschule haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften mitzuarbeiten. Geschichts- und Umweltprojekte, die Initiative „Helping Hands“, die Patenschaft mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband oder die seit 2002 bestehende Patenschaft zur 38. Mittelschule im sibirischen Tschita runden das Angebot ab.

Roland Neumann, Bildungsdezernent des Kreises als Schulträger, fand viele lobende Worte für die Arbeit, die an der Clajus-Schule geleistet wird. Und er versprach, dass 2019 der (noch immer hochwassergeschädigte) Sportplatz für 900 000 Euro wieder hergerichtet wird, wenn die zugesagten Fördermittel fließen.

Es wurde am Freitag aber nicht nur geredet. Schüler haben ein kleines Theaterstück über Johannes Clajus aufgeführt und die Gäste von anderen Schulen und Einrichtungen, aus der Stadt, vom Kreis oder von anderen Partnern konnten sich anschauen, was viele der Arbeitsgemeinschaften auf die Beine stellen. Besonders herzlich begrüßt wurden die ehemaligen Schulleiter Ingrid Kasper, Lutz-Peter Müller, Gustav Ullrich und der erst vor wenigen Wochen in den Ruhestand gewechselte Ernst Becker.

Von ihm hat Ines Gebauer vorerst kommissarisch den Staffelstab übernommen. Die 53-Jährige ist, wie sie selbst sagt, seit 28 Jahren Lehrerin mit Leib und Seele. Sie hat an der Pädagogischen Hochschule Halle studiert und im Schuljahr 1990/91 ihre berufliche Laufbahn an der Oberschule II begonnen, also an der Schule, die sie heute führt. Später war sie an der Gesamtschule Uebigau und an der Gesamtschule an der Lugstraße in Herzberg. Sie hat an der Clajus-Schule Deutsch und Naturwissenschaften unterrichtet, die Steuergruppe geleitet und hat sich als Ganztagskoordinatorin und Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache weitergebildet. Nach langer Bedenkzeit und in Absprache mit der Familie hat sie sich entschieden, das Schulleiteramt kommissarisch zu übernehmen, sagt sie. „Ich sehe mich aber nicht so sehr als Schulleiterin, sondern eher als Kopf eines Teams“, meint sie und lobt ihre engagierten Kolleginnen und Kollegen.

Ihre Tür steht (fast) immer offen, denn neben dem Tagesgeschäft sichtet sie derzeit noch viele Akten, um sich einzuarbeiten. Auch wenn sie Schule und Kollegen gut kennt, wäre sie derzeit ohne ihre Stellvertreterin Uta Reich und die Schulsekretärin Martina Heyde ganz schön aufgeschmissen, sagt sie. Ines Gebauer hat sich darüber gefreut, dass Schulleiter(innen) aus dem Umfeld ihr Unterstützung angeboten haben. Miteinander reden, das ist ihr sehr wichtig. Gern möchte sie das Ganztagsangebot noch erweitern. Das gegenseitige Hospitieren möchte sie stärken, „um die Vielfalt des Unterrichts zu bereichern“. Und den beiden Studentinnen und den beiden Seiteneinsteigerinnen will sie Mentoren zur Seite stellen.

Ines Gebauer ist auch stolz darauf, das Schiff „Johannes-Clajus-Schule“ steuern zu dürfen. Das Schulfest am Freitag war eine schöne Demonstration dessen, was in diesem „Schiff“ steckt.