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| 19:08 Uhr

Bilanz
Drama: alleinerziehender Storch verliert vier Junge

 Die zwei Störche auf dem Horst der Falkenberger Grundschule.
Die zwei Störche auf dem Horst der Falkenberger Grundschule. FOTO: Dieter Lehmann
Herzberg. Es leben immer weniger Weißstörche zwischen Elbe und Elster. Nahrungsmangel wegen der Trockenheit ist der Hauptgrund.

Das Jahr 2019 war abermals kein gutes Jahr für die Weißstörche in unseren Regionen. Im Altkreis Herzberg flogen aus 21 besetzten Horsten nur 46 Jungstörche aus. Viele der existierenden Horste blieben unbesetzt oder hatten nur vorübergehenden Besuch einzelner Störche.

Sabine Lehmann, die ehrenamtliche Betreuerin der Weißstörche im Altkreis Herzberg, sieht den Hauptgrund für die stagnierenden Bestände von „Freund Adebar“ im Nahrungsmangel. Die jungen Störche in den Horsten werden in den ersten Wochen fast ausschließlich mit Regenwürmern und Insekten gefüttert. Aber durch die extreme Trockenheit in diesem Jahr gab es während der Jungenaufzucht kaum Regenwürmer und nur wenig Insekten auf den Wiesen und Äckern. Hält die Trockenheit infolge des globalen Klimawandels auch in den kommenden Jahren an, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft noch weniger Störche geben.

Ein Beispiel für die Not der Störche ereignete sich in diesem Jahr auf dem Horst in Friedersdorf, südöstlich von Herzberg. Dort war aus ungeklärter Ursache ein Altstorch plötzlich „alleinerziehend“. Das ging auch eine Weile gut, bis Sabine Lehmann Mitte Juli den Notruf erhielt: Der Storch füttert nicht mehr! Doch bis für die Rettung alles organisiert werden konnte, war es unglücklicherweise schon zu spät. Die vier Jungen, die im Juni sogar noch beringt worden waren, konnten nur noch tot geborgen werden.

Dieser Vorfall wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) in Herzberg besprochen und ausgewertet, um in Zukunft gezielter und rechtzeitiger reagieren zu können.

In zwei anderen Fällen wurden in Brandis und Bernsdorf je ein Jungstorch aus ihren Nestern geworfen. Sie überlebten die Abstürze und wurden von Sabine Lehmann zum Revierförster Gernot Heindl nach Reddern gebracht. Die Familie Heindl kümmert sich seit Jahren in solchen Notfällen um die Jungstörche. Diese werden sachgerecht gefüttert und in den meisten Fällen können sie dann wieder in Freiheit gesetzt werden und ihren Zug in die Überwinterungsgebiete antreten.