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| 01:02 Uhr

Doch im Ernstfall wird’s oft eng

Falkenberg.. „Was wir an Leuten ausgebildet haben! Wenn man es recht bedenkt, dann könnten alle unsere Kameraden, die Mitte 30 und älter sind, die Beine hochlegen und im Fall einer Alarmierung sagen: ’Lass doch die Jungen fahren’“ , sagt der Falkenberger Stadtbrandmeister Sören Diecke und meint damit, „dass alle Kameraden auf einem sehr guten Ausbildungsstand sind.“ Dass letztlich jeder einzelne, egal welchen Alters, gefragt ist, wenn die Sirene oder der Pieper rufen, ist weiter der Tatsache geschuldet, dass viele Feuerwehrmänner tagsüber kaum vor Ort sind. Von Sylvia Kunze

Von den 161 Aktiven in der Falkenberger Feuerwehr (einschließlich der Wehren in den Ortsteilen) haben immerhin 159 die Ausbildung zum Truppmann absolviert, 66 die zum Truppführer, 29 die zum Gruppenführer und sechs zum Zugführer. Viele verfügen über weitere Zusatzkenntnisse, zum Beispiel Erste Hilfe, PA-Träger, Funker oder ähnliches. „Das sind Stunden ohne Ende, die die Kameraden da die Schulbank gedrückt haben, um die Befähigungen zu erlangen“ , lobt der Stadtbrandmeister den Einsatz aller.
Um dem Umstand gerecht werden zu können, dass sich aber auch in Falkenberg wochentags die Personalressourcen auf einem Minimum befinden, hat man längst die Alarm- und Ausrückeordnung auf diese Tatsache hin verändert. „Wenn es zum Einsatz kommt, dann rückt neben der Wehr im betreffenden Ort die Falkenberger Wehr fast immer aus. Außerdem werden meist zusätzlich noch die Nachbarwehren mit angefordert“ , beschreibt Sören Diecke das theoretische und praktische Szenario. Dieses habe sich in der Vergangenheit gut bewährt und letztlich wiederum Konsequenzen für die Ausbildung. „Die Kameraden, die noch da sind, müssen sich an allen Fahrzeugen auskennen. Diese Zusammenarbeit ist einfach nötig, sonst geht nichts mehr“ , schätzt er ein und ist gleichfalls froh, dass es damit im Stadtgebiet keine Probleme gibt. Kooperationen bei der Ausbildung bestehen zum Beispiel zwischen Beyern und Großrössen, die von Falkenberg und Schmerkendorf wolle man in den nächsten Wochen noch ausbauen und forcieren. „Das muss alles langsam zusammenwachsen“ , plädiert der Feuerwehrchef und schätzt ein: „Aber wir haben da schon einiges geschafft. Bei jedem Kameraden ist inzwischen die Erkenntis gereift, dass es ohne den aus dem Nachbarort nicht mehr geht.“

Hintergrund Einsatzgeschehen 2004
Im Vorjahr musste die Falkenberger Wehr zum Glück nur zu zehn Einsätzen ausrücken, so wenige, wie schon lange nicht mehr. Zwei davon waren Brände (je einer im Januar und im Dezember), bei den anderen waren Ölspuren zu beseitigen oder Hilfeleistungen bei kleineren Unfällen erforderlich. Schlussfolgerung der Verantwortlichen: um in Übung zu bleiben, die Ausbildung weiter intensivieren.