Während die Module der von der Frankfurter Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in der ehemaligen DDR (BStU) zur Verfügung gestellten Ausstellung "Postgeheimnis? Die Stasi und die Cottbuser Briefe" schon angebracht sind, arbeitet die Falkenberger Archivarin Ramona Heide noch immer emsig an der städtischen Präsentation "Post & Postzollamt Falkenberg". "Ich habe nicht gedacht, dass es so viel wird", sagt sie mit Blick in die Aula am Verwaltungsstandort in der Zille-Straße. Dort sind inzwischen beide Ausstellungen aufgebaut. Dort finden am heutigen Abend die Buchlesung sowie am Samstag und Sonntag die Tage der offenen Tür im Archiv statt. Abgerundet wird der Themenkomplex am Dienstag mit der Beratung und dem Vortrag der Frankfurter BStU-Außenstelle.

Die Archivarin freut sich, dass sie ein so kompaktes Paket schnüren konnte. Möglich sei das aber nur geworden, weil sie auf die Zusammenarbeit mit vielen anderen Partnern baue.

Die Idee zum Thema lieferte ihr vor mehreren Monaten eine E-Mail, in der die Autoren des Buches "Geteilte Geschichte" um eine Zuarbeit aus dem städtischen Archiv baten. Kaum war der Plan gefasst, die Historie von Post und Postzollamt näher zu beleuchten, ging es an die Vorbereitungen. Schnell zeichnete sich ab, dass die städtische Ausstellung mit vielen Leihgaben angereichert wird. Nur einige Beispiele: Der Förderverein vom Eisenbahnmuseum steuert einen original Post-Transportwagen bei. Eisenbahnfan Matthias Winter kramt in seinem Fotoarchiv und sucht alle die Aufnahmen heraus, auf denen Postwagen zu sehen sind. Aus privaten Archiven ehemaliger Post-Mitarbeiter tauchten Filme auf, die den Bau des Postzollamtes, Sportfeste und Betriebsfeiern dokumentieren — und selbstverständlich am Wochenende über die Leinwand flimmern. Darüber hinaus sind mehrere Stelltafeln mit vielen Informationen, Ablichtungen, persönlichen Erinnerungen und Fotos von einst gefüllt. Auch Chroniken liegen aus.

Wichtiger Baustein im Gesamtpaket ist das Buch "Geteilte Geschichte" von Ingolf Kern und Stefan Locke. In diesem ist ein Kapitel dem Falkenberger Postzollamt unter der Überschrift "Irgendwie, irgendwo, irgendwann ..." gewidmet. Die Autoren werden es am heutigen Freitagabend vorstellen und signieren. Buchhändlerin Sabine Voigt hält ausreichend Exemplare bereit.

Nach diesem Auftakt lädt das Falkenberger Stadtarchiv am Samstag und Sonntag zum Tag der offenen Tür ein. "Seit der letzten Einladung dieser Art hat sich in den Räumen meiner Arbeitsstätte schon wieder einiges getan", verrät Ramona Heide und spielt damit auf die neue Rollanlage an, die erst vor wenigen Monaten eingebaut worden ist. Dann noch die beiden Ausstellungen — es gibt viel zu Entdecken. "Und damit sich alle dabei viel Zeit lassen können, lädt eine Kaffeetafel zum Ausruhen ein", erzählt Ramona Heide.

Bäckermeister Viko Getsch mann steht dafür als Partner bereit. Eigens für das Wochenende hat er sich besondere Gebäckkreationen einfallen lassen, zum Beispiel Blätterteig-Posthörner und leckere, mit Marzipan gefüllte Briefe. "Mal sehen, wie es ankommt", meint er und setzt hinzu: "Die gibt es nur an diesem Wochenende und nur hier, nicht im Laden." Er hofft genau so wie die Archivarin, dass an der Kaffeetafel viele Erinnerungen ausgetauscht werden und sich so manches Gespräch entspinnt.

Zum Thema:
Freitag, 4. März: 19 Uhr Eröffnung der Ausstellungen "Postgeheimnis? Die Stasi und die Cottbuser Briefe" und "Post & Postzollamt Falkenberg" sowie Buchlesung "Geteilte Geschichte"Samstag, 5. März, und Sonntag, 6. März: 13.30 bis 18 Uhr Tag der offenen Tür mit KaffeetafelDienstag, 8. März: 15 bis 19 Uhr persönliche Beratung zur Antragstellung auf Akteneinsicht durch Mitarbeiter der Frankfurter Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR (BStU); 17 bis 19 Uhr Vortrag "Beobachten — Verfolgen — Zersetzen. Das Wirken der Stasi in Falkenberg" mit BStU-Außenstellenleiter Rüdiger Sielaff