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| 13:48 Uhr

Kriminalstatistik
Minusrekord: 5607 Straftaten in Elbe-Elster 2018

FOTO: dpa / Patrick Seeger
Elbe-Elster. Die Aufklärungsrate liegt bei 53 Prozent. 20 Prozent der Tatverdächtigen sind Jugendliche. Von Birgit Rudow

Die Polizei im Landkreis Elbe-Elster hat im vergangenen Jahr 5607 kriminelle Straftaten registriert. Damit ist deren Zahl weiter zurückgegangen. 2017 waren es 5875, im Jahr 2012 sogar 7116. 53 Prozent aller Straftaten 2018 wurden aufgeklärt. Vorgestellt hat die Zahlen kürzlich der Leiter der Polizeiinspektion Elbe-Elster Thomas Ballerstaedt. Erfasst sind in der Statistik alle Fälle, die bei der Polizei angezeigt wurden, und die die Polizei an die Justiz weitergegeben hat, so Ballerstaedt. Nicht enthalten sind Verkehrs- und Staatsschutzdelikte.

Finsterwalde ist „Spitzenreiter“

Diebstahlshandlungen machten im vergangenen Jahr 37,4 Prozent aller Delikte aus, Rohheitsdelikte von Raub bis Körperverletzung 15,6 Prozent, Vermögensdelikte 13,2 Prozent und sonstige Straftaten (wie Sachbeschädigungen oder Brandstiftung) 26,1 Prozent. Aufgelistet auf die Kommunen im Elbe-Elster-Kreis entfielen 1630 aller Straftaten auf die Stadt Finsterwalde (plus 0,9 Prozent zum Vorjahr), 660 auf Doberlug-Kirchhain (+2,2), 572 auf Elsterwerda (-3,4), 567 auf Bad Liebenwerda (-5,3) und 495 auf Herzberg (-10,8).

Gaunerpärchen in Schlieben

Betrachtet man nur die Diebstähle, so verzeichnet die Statistik in Elbe-Elste im vergangenen Jahr 2098 Diebstahlshandlungen (2415 im Jahr 2017), von denen ein Viertel aufgeklärt wurde. Mit 613 Diebstählen ist in Finsterwalde eine Zunahme von fast zwölf Prozent zu verzeichnen. „Das beschäftigt uns weiter“, so Ballerstaedt. Auffällig ist auch eine deutliche Zunahme im Schradenland (46). Das waren 30 Prozent mehr als 2017. Grund ist ein bekannter Täter, so der Polizeichef. Ähnlich ist die Steigerung um 25 Prozent (insgesamt 30 Taten) im Amt Schlieben zu erklären, wo die Polizei ein Gaunerpärchen dingfest gemacht hat. Deutlich abgenommen haben im vergangenen Jahr insgesamt die Diebstähle aus Firmen und Büros (119 weniger als 2017) sowie aus Kellern (61 weniger).

Von den im vergangenen Jahr ermittelten 2030 Tatverdächtigen sind 20,5 Prozent unter 21 Jahre. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen insgesamt lag im Landkreis 2018 bei 15,1 Prozent. Schaut man sich hier die einzelnen Kommunen genauer an, so liegen Herzberg (15,9) Prozent und Elsterwerda (18 Prozent) über dem Kreisdurchschnitt, die meisten Kommunen aber darunter. Im Schradenland waren nur 2,4 und in Falkenberg 2,5 Prozent aller Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft. „Ausreißer“ in der Statistik ist Doberlug-Kirchhain, wo deren Anteil bei 41,2 Prozent lag. „Das heißt aber nicht, dass es in Doberlug-Kirchhain drunter und drüber geht“, so Thomas Ballerstedt. Begründet sei die hohe Zahl durch die Aufnahmeeinrichtung des Landes im Ort. Es handele sich vorrangig um Straftaten innerhalb der Unterkunft. Auch Ladendiebstähle spielten eine große Rolle, so Ballerstaedt. Von Montag bis Freitag sei in der Spätschicht die Bereitschaftspolizei in der Einrichtung vor Ort.