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| 18:17 Uhr

Ehrenamtlich zum Wohl der Tiere
Den Tierschutz täglich auf der Agenda

 366 Katzen hat der Tierschutzverein Südbrandenburg im vergangenen Jahr vermittelt. 230 Katzen wurden kastriert. Der Verein kann auf 19 Pflegestellen und eine gute Zusammenarbeit mit Tierärzten zurückgreifen.
366 Katzen hat der Tierschutzverein Südbrandenburg im vergangenen Jahr vermittelt. 230 Katzen wurden kastriert. Der Verein kann auf 19 Pflegestellen und eine gute Zusammenarbeit mit Tierärzten zurückgreifen. FOTO: Eric Melz/shutterstock.com
Herzberg . Der Tierschutzverein Tierhilfe Südbrandenburg arbeitet weiter an seinem Projekt Tierschutzzentrum in Falkenberg. Jetzt stehen auch Fördermittel in Aussicht. Von Birgit Rudow

Seit fünf Jahren besteht der Tierschutzverein Tierhilfe Südbrandenburg e.V., der 176 Mitglieder hat – Tendenz steigend. An seiner Spitze steht als Vorsitzende die Rechtsanwältin Ilona Bonhoff. Zum Vorstand gehören Mandy Berger, Anett Merwart, Anke Winkler, Anja Traube, Grit Radunz und Susanne Seidler. Sie sind ein schlagkräftiges Frauenteam mit ehrgeizigen Zielen für den Tierschutz im Elbe-Elster-Kreis. „Unsere Mitglieder kommen aus dem gesamten Kreisgebiet und sogar noch etwas darüber hinaus. Wir sind sehr gut vernetzt bis nach Annaburg, Schweinitz oder Wittenberg“, sagt Ilona Bonhoff. Mit dem zweiten Tierschutzverein des Landkreises in Finsterwalde verbindet die Tierhilfe Südbrandenburg ein gutes Verhältnis. „Wir vertreten die gleichen Interessen und haben einen guten Konsens mit den Finsterwaldern“, so die Vorsitzende.

Fördermittelantrag bis Ende August stellen

Schon lange vor der Schließung des Herzberger Tierheims wegen unhaltbarer Zustände im Februar vergangenen Jahres haben sich Mitglieder der Tierhilfe Südbrandenburg mit dem Bau eines neuen Tierschutzzentrums befasst. Jetzt, da der Landkreis ohne Tierheim dasteht, rückt dieses Vorhaben immer mehr in den Fokus auch der Öffentlichkeit. Im Juli hat die Lokale Aktionsgemeinschaft Elbe-Elster das Projekt „Errichtung eines Tierschutzzentrums (Neubau Katzenhaus, Hundehaus und Sozialtrakt in Holzrahmenbauweise)“ für die Leader-Förderung ausgewählt und vorgeschlagen. Für den Tierschutzverein bedeutet das, dass er einen Fördermittelantrag beim Landesamt in Luckau einreichen darf und gute Chancen auf die Bewilligung hat. „Bis zum 31. August muss der Antrag in Luckau vorliegen“, so Ilona Bonhoff.

Platz für 80 Katzen und 50 Hunde

Das Tierschutzzentrum soll auf einem 24 000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Schuhfabrik in Falkenberg entstehen. Über Spenden vor allem von regionalen Unternehmen in Elbe-Elster soll der Kauf des Grundstücks finanziert werden, das der Verein noch in diesem Jahr erwerben möchte. Für den Bau des Tierzentrums werden vorrangig die Leader-Fördermittel und Zuwendungen aus der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ verwendet, so die Vorsitzende.

In den vergangenen eineinhalb Jahren sind bisherige Vorstellungen für das Tierschutzzentrum immer wieder überarbeitet worden. „Wir müssen aus finanzieller Sicht natürlich realistisch bleiben und planen ein Baukastenprinzip, das sich den ursprünglichen Planungen anpasst. Im ersten Abschnitt soll ein Tierheim für 80 Katzen und 50 Hunde entstehen. Das können wir finanzieren. Das System ist dann jederzeit erweiterbar“, erläutert Ilona Bonhoff. Eine Bauvoranfrage wurde bereits gestellt und ist positiv beschieden worden.

Der Verein geht davon aus, dass das Projekt im Elbe-Elster-Kreis eine große Akzeptanz genießt. „Wir haben jedenfalls noch keine negativen Reaktionen erfahren“, sagt sie. Der Landkreis Elbe-Elster und vor allem seine Kommunen brauchen ein Tierheim vor allem für Fundtiere. Sich um diese zu kümmern, zählt zu den Aufgaben der Gemeinden. Ilona Bonhoff will demnächst den Kontakt zu den Kommunen aufnehmen und mit ihnen über die Bereitschaft zu entsprechenden Verträgen reden. 2020 soll mit dem Bau des Zentrums begonnen werden. Geplant ist eine Bauzeit von etwa zwei Jahren.

Katzen werden in 19 Pflegestellen betreut

Das Tierheim ist aber nur eine Säule der Arbeit des Tierschutzvereins Südbrandenburg. Im Fokus steht die eigentliche Tierschutzarbeit. Nach Informationen der Vorsitzenden hatte die Tierhilfe im vergangenen Jahr 364 Katzen im Bestand. 366 (mit Überhang aus 2017) konnten vermittelt werden. 230 Katzen wurden kastriert. „Wir haben 19 Pflegestellen. Das ist schon eine Größenordnung“, so Ilona Bonhoff. In die Pflegestellen werden Fund- oder Abgabetiere gebracht und dort bis zu ihrer Vermittlung betreut. Sie verteilen sich über den gesamten Elbe-Elster-Kreis. Selbst in Pratau, einem Ortsteil der Lutherstadt Wittenberg, unterhält der Verein eine Pflegestelle.

Er kümmert sich auch um wilde Katzen, lässt sie kastrieren und setzt sie wieder aus. Für diese Katzen sind neun Futterstellen eingerichtet – in Herzberg, Plessa, Elsterwerda, Finsterwalde, Annaburg, Schweinitz, Schlieben und Schönewalde.

Gute Zusammenarbeit mit Tierärzten

Immens wichtig ist für die Tierschützer eine enge Zusammenarbeit mit Tierärzten, die sie unterstützen. Die Tierhilfe Südbrandenburg hat diesbezüglich ein breites Netz aufgebaut. Sie arbeitet mit einer Tierarztpraxis in Bad Liebenwerda zusammen und mit den Tierärzten Christine Felgner in Dahme, Alexandra Leonhardt in Langennaundorf, Dr. Jörg Thienel in Schönewalde, Beate Pfützner-Bechler in Schweinitz, Anne Giebert in Herzberg oder Dr. Eigendorf in Kemberg.

Der Erfolg der ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitglieder ist auch abhängig von der Unterstützung und von Spenden aus der Region. Deshalb, so Ilona Bonhoff, strebt der Verein auch noch mehr  Transparenz in der Öffentlichkeit an. Der Internetauftritt der Tierhilfe Südbrandenburg wurde neu gestaltet. Hier erfahren Interessierte Neuigkeiten über die Arbeit des Vereins, vom Projekt Tierschutzzentrum (mit Planungsskizzen) bis hin zum Protokoll der jüngsten Mitgliederversammlung vor einigen Tagen.

www.tierhilfe-suedbrandenburg.de