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Die tägliche Angst an Wiederauer B 101

Lösungssuche in Wiederau in großer Runde: Stadtbedienstete, Landkreismitarbeiter, Straßenmeister und Revierpolizisten widmeten sich den Sorgen der Wiederauer, die außerhalb des Ortes an der Bundesstraße wohnen und in Sachen Straßenverkehr um ihre Sicherheit bangen.
Lösungssuche in Wiederau in großer Runde: Stadtbedienstete, Landkreismitarbeiter, Straßenmeister und Revierpolizisten widmeten sich den Sorgen der Wiederauer, die außerhalb des Ortes an der Bundesstraße wohnen und in Sachen Straßenverkehr um ihre Sicherheit bangen. FOTO: sk
Wiederau. Marion und Roland Kluge reicht's. Seit etwa 20 Jahren fordern die beiden Wiederauer, die außerorts an der Bundesstraße 101 wohnen, mehr Sicherheit ein. Ein schwerer Unfall vor wenigen Tagen vor ihrer Haustür hat das Fass zum Überlaufen gebracht. "Wir geben jetzt so lange keine Ruhe, bis Lösungen gefunden sind", kündigen sie an. Sylvia Kunze

Ein Anfang ist mit einem großen Vor-Ort-Termin gemacht worden. Zu diesem haben sich neben einigen der 16 Bewohner der fünf betreffenden Häuser Stadtbedienstete, Landkreismitarbeiter, Straßenmeister und Revierpolizisten eingefunden. Es sind zwei Schwerpunkte, denen man sich widmen muss: der Sicherheit der motorisierten Verkehrsteilnehmer auf der Straße und der Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer.

Nicht der erste Unfall

Der Unfall mit drei Schwerverletzten und Schäden am Hoftor der Familie Kluge vor wenigen Tagen war nicht der erste, der sich in diesem Bereich ereignet hat. Allein Kluges müssen von einem getöteten Familienangehörigen, einem Unfall ihres Sohnes und eines weiteren Kindes sowie mehrmaligen Beschädigungen ihres Zaunes berichten. Nachbarn haben weitere Vorfälle beizusteuern. "Es ist lebensgefährlich, hier muss endlich etwas passieren!", fordern sie.

Eine Sofort-Lösung der Probleme hat keiner der Teilnehmer des Vor-Ort-Termins anzubieten. Wohl aber erste, kleine Schritte. So sichert Stefan Wagenmann, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises, erst einmal zu, ein Überholverbot in dem jetzt als Tempo-70-Strecke ausgewiesenen Straßenabschnitt anzuordnen.

Verkehrsüberwachung

Darüber hinaus solle eine über mehrere Tage dauernde Verkehrsüberwachung stattfinden, bei der ermittelt werde, wie viele Fahrzeuge welcher Größe und mit welcher Geschwindigkeit an den fünf Häusern vorbeirollen. Abhängig von der Auswertung dieser Daten seinen weitere Entscheidungen zu treffen. Möglich wäre bei entsprechender Belastung perspektivisch eine weitere Geschwindigkeitsreduzierung, der Bau einer Mittelinsel oder auch das Versetzen des Ortsschildes.

Kleine Anfrage

Parallel dazu wartet man ab, was eine erst dieser Tage vom Landtagsabgeordneten Rainer Genilke (CDU) gestellte Kleine Anfrage für Antworten der Landesregierung zutage fördert. Er fragt unter anderem an, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden könnten, um die Verkehrssicherheit, insbesondere auch der Fußgänger und Radfahrer, die bislang die Bundesstraße nutzen oder durchs Gras am Fahrbahnrand stapfen müssen, zu erhöhen.

Um Hilfe bitten

Außerdem will man die Brandenburger Verkehrsministerin, die Anfang Mai zur feierlichen Einweihung der neuen Brücke über die Schwarze Elster bei München kommen will, bei der Gelegenheit mit dem Wiederauer Problem konfrontieren und um Hilfe bitten.