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| 10:30 Uhr

Straßenbau in Herzberg
Nächstes Projekt: Lange Straße

In die Lange Straße in Herzberg soll ab Sommer ein Regenwasserkanal für die Dresdener Straße gelegt werden. Anschließend wird die Straße grundhaft saniert. Die Anwohner sind davon der Kosten wegen nicht begeistert.
In die Lange Straße in Herzberg soll ab Sommer ein Regenwasserkanal für die Dresdener Straße gelegt werden. Anschließend wird die Straße grundhaft saniert. Die Anwohner sind davon der Kosten wegen nicht begeistert. FOTO: Rudow / LR
Herzberg. Bürger hadern mit grundhaftem Ausbau. Grund ist Regenwasserkanal für Dresdener Straße. Von Birgit Rudow

Von 2011 bis 2014 wurde in Herzberg die Berliner Straße (B 101) saniert. 2014 ging auch der Kreisel in Betrieb. Mit dem Beginn am Bau der Dresdener Straße soll 2019 der grundhafte Ausbau der B 101 im Herzberger Stadtgebiet abgeschlossen werden. Zuständig dafür ist der Landesbetrieb Straßenwesen.

Doch bevor der loslegen kann, muss die Stadt Herzberg die Lange Straße bauen. Grund: Es gibt nur eine Möglichkeit, die Entwässerung der Dresdener Straße abzusichern – durch einen Kanal in der Langen Straße, der das Wasser in den Binnengraben ableitet, durch den es dann in die Schwarze Elster gelangt.

Das ist ein Gemeinschaftsprojekt von Landesbetrieb und Stadt. Für den Kanal ist Cottbus zuständig, für die Sanierung von Straßen und Gehwegen die Stadt Herzberg. Reinhard Neupert vom städtischen Bauamt und Ingo Scheib vom Beelitzer Ingenieurbüro, das die Planung für die Lange Straße betreut, hatten deshalb die Anwohner zu einer Informationsveranstaltung ins Bürgerzentrum eingeladen.

Hier gab es zuerst einige technische Details: Die Straße bleibt 6 Meter breit, weil auch weiterhin in Notfällen der Umleitungsverkehr für die Bundesstraße hier durchgeführt werden muss. Sie bekommt eine Asphaltdecke und eine ordentliche Entwässerung. Die Fußwege werden beidseitig 1,50 Meter breit gepflastert, ebenso die Zufahrten. Gebaut wird in zwei Abschnitten. Der erste reicht von den Einmündung Dresdener Straße bis zum Binnengraben, der zweite vom Binnengraben bis zum Anger in Alt Herzberg. Baubeginn soll im August sein. Klar ist, dass nach dem Bau des ersten Abschnittes erst die Dresdener Straße gebaut wird, dann erst folgt der zweite Abschnitt der Langen Straße. „Wenn die Dresdener Straße und der zweite Abschnitt parallel gebaut würden, wäre der sanierte Teil der Langen Straße nicht erreichbar“, sagt Reinhard Neupert.

Als erstes wird der Durchlass am Binnengraben erneuert. Dann wird ein neuer Regenentwässerungskanal für die Dresdener Straße gelegt, laut Ingo Scheib ein DN 600-Kanal. An dieser Stelle gab es die ersten Hinweise der Anwohner. Sie berichteten, dass der Binnengraben auf seinem Weg in die Schwarze Elster vom so genannten Giftberg bis zur B 87 erneut verrohrt ist. Bei Hochwasser würde das Wasser des Binnengrabens zurückgedrückt werden. Das könnte der Graben dann nicht mehr aufnehmen. Dem Planungsbüro sei dies nicht bekannt, und auch in der wasserrechtlichen Genehmigung sei darauf nicht hingewiesen worden, so Ingo Scheib. Reinhard Neupert hat sich mittlerweile noch einmal mit den Technikern des Gewässerunterhaltungsverbandes (GUV) „Kremitz Neugraben“ kurzgeschlossen. Bei starkem Hochwasser würde das Wasser überall nicht ablaufen, sagt er. Wichtig sei, dass es zwischen der Langen Straße und dem Giftberg durchgängig fließen könne. „Der Gewässerunterhaltungsverband fängt in dieser Woche an, den Graben frei zu schneiden“, so Neupert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion waren die Kosten, die durch den Straßenbau auf die Bürger zukommen. Entgegen mancher Erwartung der Anwohner konnte Reinhard Neupert dazu noch keine konkreten Angaben machen, weil die Ausschreibung für die Arbeiten noch nicht erfolgt ist. Neupert erklärte, dass der Landesstraßenbetrieb wegen des Kanals die Kosten für 1,50 Meter Straßenbreite übernimmt, auf die Anwohner anteilig also nur 4,50 Meter umgelegt weden. 50 Prozent der Kosten trage sowieso die Stadt. Verschiedene Versorgungsträger würden ihre Leitung gleich mit reinlegen und somit Kosten übernehmen. Außerdem würden Anwohner des ersten und zweiten Bauabschnittes gemeinsam veranlagt, erklärte er.

Aber so sehr sich Reinhard Neupert auch mühte, den Bürgern zu erklären, dass die Stadt alle Möglichkeiten nutze, die Kosten für die Anwohner zu reduzieren, wollten viele sich davon nicht überzeugen lassen. Eine Reparatur würde genügen, meinen sie. Die Straße sei 1976 grundhaft ausgebaut worden. Die Bürger wollen auch nicht akzeptieren, dass sie jetzt dafür zahlen sollen, dass der Schwerlaststransport während des Wehrbaus viel Schaden angerichtet hat.

Auch wenn die Diskussion dazu in einem vernünftigen Rahmen ablief, war zu merken, dass die Anwohner sich sträuben. Klar ist aber auch, dass es ohne Kanal und Sanierung der Langen Straße keinen Ausbau der Dresdener Straße geben wird.