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| 16:18 Uhr

Die kleine Pause vom Schulalltag

In den Pausen ist die Bibliothek stets gut gefüllt, und die Mädchen und Jungen kommen nicht nur zum Lesen hierher.
In den Pausen ist die Bibliothek stets gut gefüllt, und die Mädchen und Jungen kommen nicht nur zum Lesen hierher. FOTO: dmu1
Schlieben. Die Brandenburger Schulbibliothek des Jahres 2017 befindet sich in Schlieben. Vor Ort sind "Macher" und Nutzer gleichermaßen stolz auf diese Auszeichnung. Sylvia Kunze

Die Schulklingel hat gerade den Beginn der nächsten Stunde eingeläutet. Die letzten Türen zu den Klassenräumen werden geschlossen. Es zieht Ruhe ein. Auch in der Schliebener Schul- und Stadtbibliothek, die sich in der Schule befindet und eben noch dicht bevölkert war. "In jeder größeren Pause ist hier Betrieb", weiß Antje Wieser, die "Chefin" der Ausleihe. Nur, dass in diesen Tagen vielleicht noch ein paar mehr Neugierige vorbeischauen. Schließlich wollen alle die Urkunde sehen, die der Einrichtung bescheinigt, die "Brandenburger Schulbibliothek des Jahres 2017" zu sein.

Auch Rosemarie Nauck hält das gerahmte Dokument in den Händen. Die von der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg verliehene Auszeichnung "ist verdient", sagt sie bestimmt. Die ehemalige Lehrerin, die als Rentnerin der Bibliothek die Treue hält und jüngst auch noch ihren Mann vom guten Lese-Angebot überzeugen und als Nutzer anmelden konnte, hat den Andrang eben noch miterlebt und weiß, dass dieser hier fast täglich herrscht.

Antje Wieser, die im November vorigen Jahres die Stelle von Carsten Neubauer übernahm, hat auf dessen gute Arbeit aufgebaut und die Offerten noch um einige erweitert. So gibt es inzwischen nach Alter gestaffelte vier Lesegruppen, die sich einmal im Monat regelmäßig treffen: die Lesemäuse, die Lesespatzen, die Leseraupen und die Lesefüchse. Mädchen und Jungen im Grundschulbereich finden darin bei Interesse Betätigung.

Überhaupt ist die Grundschule der "Hauptabnehmer" der Bibliotheksangebote. "Da geht Unterricht Hand in Hand, da bin ich Gast im Hort", berichtet Antje Wieser. Aber auch Schüler der Oberschule schauen regelmäßig rein, um Rechercheaufträge abzuarbeiten oder auch Lektüre für die Freizeit einzupacken.

Was die Schliebener Bibliothek vor allem ausmacht, mal abgesehen von der absolut genialen Lage direkt im Schulhaus, ist die Tatsache, dass es in ihr nicht nur um Hinkommen, Stöbern und Ausleihen geht, sondern dass sie ein Ort ist, an dem sich Mädchen und Jungen treffen. "Es geht hier nicht um ,psst und leise sein!', sondern um Lachen und die kleine Pause vom Alltag genießen können. Dass ich dabei Lust auf Lesen mache, versteht sich von selbst, steht für die Kinder aber erst einmal nicht im Vordergrund", berichtet die Schliebener Bibliotheksfrau.

Mehr als 90 Prozent der 500 angemeldeten Nutzer der von der Stadt getragenen Einrichtung, die natürlich auch Erwachsenen offensteht, sind Kinder und Jugendliche. Über 8500 Medien stehen zur Ausleihe bereit. Und täglich werden es mehr. Auf Antje Wiesers Schreibtisch türmt sich ein Berg "neuer" Bücher. Spenden von Einwohnern, die "ihre" Bibliothek damit unterstützen wollen. Dieses Miteinander spornt die junge Frau an ihrem noch recht neuen Arbeitsplatz, "an dem ich von Kindern und Erwachsenen ganz toll aufgenommen wurde", ebenso an, wie "die gute Zusammenarbeit mit Schule und Amt".

Sie hat noch so manche Idee für die Zukunft, zum Beispiel Märchentage, eine Veranstaltung zum Luther-Jubiläum oder eine Nacht in der Bibliothek mit Gruselgeschichten und Spuk.