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| 15:12 Uhr

Schüleraustausch
Deutsch-russische Kontakte ohne Probleme

Platzwechsel heißt dieses Spiel in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Den deutschen und russischen Schülern hat es am Freitag nicht nur Spaß gemacht, sondern es hat auch zum besseren Kennenlernen beigetragen.
Platzwechsel heißt dieses Spiel in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Den deutschen und russischen Schülern hat es am Freitag nicht nur Spaß gemacht, sondern es hat auch zum besseren Kennenlernen beigetragen. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. 16 Jugendliche sowie vier Lehrerinnen einer Schule in St. Petersburg sind zu Gast in Herzberg. Von Birgit Rudow

Verzweifelt sucht Julia nach einem deutschen Wort. Dann fällt es ihr ein: „Kegeln“ sagt sie laut und bekommt dafür Beifall. Seit Donnerstag ist sie gemeinsam mit 15 anderen 14- bis 16-jährigen Mädchen und Jungen der Allgemeinbildenden Schule 569 in St. Petersburg für zehn Tage zu Besuch bei gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern des Herzberger Gymnasiums. Die Jugendlichen kennen sich bereits vom Besuch der Herzberger im vergangenen Jahr in St. Petersburg. Da war die Freude über das Wiedersehen groß.

Um sich persönlich wieder anzunähern, standen am Freitag erst einmal Kennenlernspiele auf dem Programm. Jeder Schüler musste seine Schulkameraden vorstellen und erzählen, was er oder sie  für ein Hobby haben. Auch die russischen Jugendlichen mussten das auf Deutsch bewältigen. Da konnte es mit dem Wort Kegeln schon mal schwierig werden. In St. Petersburg vor einem Jahr waren bei der gleichen Runde die Russischkenntnisse der Herzberger gefragt.

Etwa 240 der 850 Schüler der Petersburger Schule lernen ab der 5. Klasse Deutsch als zweite Fremdsprache. „Wir bieten Deutsch seit 2014 an. Erst fakultativ in der Arbeitsgemeinschaft und dann als Unterrichtsfach. Erst waren es nur 14 Schüler, die die Sprache lernen wollten. Doch das Interesse ist immer mehr gestiegen“, sagt Deutschlehrerin Marina Korolowa. Sie betreut mit ihrer Kollegin Margarita Zaschirinskaja und den stellvertretenden Schulleiterinnen Natalja Petrowa und Galina Kaschturowa die Schülergruppe. Die Kinder der Petersburger Schule haben bis zur 8. Klasse zwei Stunden Deutschunterricht in der Woche. „Ab der 9. Klasse kommt noch eine Stunde Landeskunde dazu“, so Marina Krolowa.

Im Herzberger Gymnasium können die Schüler ab der 7. Klasse Russisch oder Französisch als zweite Fremdsprache wählen. „Das Verhältnis hält sich die Waage“, so Russischlehrerin Susan Eichelbaum. Für die deutschen Schüler stehen bis Klasse 9 vier und ab Klasse 10 drei Wochenstunden Russisch auf dem Stundenplan.

Der seit 2014 bestehende Schüleraustausch ist sowohl für die Petersburger als auch für die Herzberger ein jährlicher Höhepunkt, bei dem jedoch in Intensivkursen und bei Wettbewerben auch hart an der Sprachausbildung  gearbeitet wird.

Daneben gibt es viele gemeinsame Freizeiterlebnisse. So geht es am Samstag zum Klettern und Geocaching in den Herzberger Kletterpark und am Dienstag bauen die Mädchen und Jungen mit Mario Gaudlitz vom ASB ein Floß und fahren damit von München nach Bomsdorf. Donnerstag ist Stadtrallye in Dresden angesagt. Immerhin lautet das Motto der Besuchstage „Wir finden gemeinsam zum Ziel – besser geht es mit Sport und Spiel“. Die russischen Jugendlichen freuen sich auch schon besonders auf die Diskothek und den Töpferkurs in der Schule.  Untergebracht sind die Gäste aus St. Petersburg während ihres Aufenthaltes in Herzberg stets in Gastfamilien. Zur Finanzierung des Austausches tragen die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch Hamburg, der Landkreis Elbe-Elster, die Stadt Herzberg und der Förderverein des Gymnasiums bei.