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| 13:07 Uhr

Bauen im Sanierungsgebiet
Der Herzberger Neumarkt ist der reinste Buddelplatz

 Auf dem Neumarkt in Herzberg wird derzeit von mehreren Gewerken gebuddelt, was das Zeug hält. In dieser Woche wurden unter anderem Antennen- und Telekomkabel tiefer gelegt.
Auf dem Neumarkt in Herzberg wird derzeit von mehreren Gewerken gebuddelt, was das Zeug hält. In dieser Woche wurden unter anderem Antennen- und Telekomkabel tiefer gelegt. FOTO: Dieter Müller
Herzberg. Die Sanierung der 125 Meter langen Straße schreitet voran. Ab der kommenden Woche ist die Zufahrt zur Tiefgarage gesperrt.

So mancher Herzberger wirft derzeit ab und an mal einen neugierigen Blick in den Neumarkt. Die etwa 125 Meter lange Straße im Herzberger Sanierungsgebiet wird nach einer mehr als zweijährigen „Findungs“-, Stillstands- und Planungsphase nun endlich saniert. Ursprünglich hatten sich die Planer einmal einen einspurigen geschwungenen Bereich in der Straße mit Sitzgelegenheiten und weniger Parkplätzen vorgestellt, doch das machten weder die Anwohner noch der Denkmalschutzschutz mit. Die jetzige Variante ist schlicht und einfach – im Groben bleibt alles wie es gehabt, nur eben neu.

Letztes großes Straßenbauprojekt im Sanierungsgebiet

Die Sanierung ist auch bitter nötig. Das historische Pflaster war total uneben, so dass es zu Wasseransammlungen gekommen ist. Den Bäumen fehlte Raum und ihre Kronen waren ein Hindernis für Lkw. Die Straßenbeleuchtung war völlig unpassend. Und: Der Neumarkt ist neben dem kleinen dritten Abschnitt der Torgauer Straße das letzte Straßenbauprojekt der Stadt Herzberg im Sanierungsgebiet und wird aus Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz gefördert, die die Stadt unbedingt noch nutzen will.

Regenwasserkanal und neue HWAZ-Hausanschlüsse

Nach Pfingsten haben die Arbeiten am Neumarkt begonnen. Laut Informationen aus dem Herzberger Bauamt ist die Hälfte der Fahrbahn offen und die Steine des Gehweges auf der östlichen Seite wurden entfernt. Der andere Gehweg (auf der Sparkassenseite) bleibt so lange bestehen, bis die andere Seite fertig ist. Der HWAZ hat bereits Hauswasseranschlüsse erneuert. In dieser Woche sollen auch Antennen- und Telekomkabel tiefer verlegt werden. Ab Montag nächster Woche kommt der Rest der alten Fahrbahn raus, um einen Regenwasserkanal zu errichten. Dann ist die Tiefgarage an der Sparkasse vorerst nicht mehr erreichbar.

Der Straßenbereich wird aus Denkmalschutzgründen wieder mit den alten Steinen gepflastert. Allerdings soll er dann glatt sein. Normales Mosaikpflaster bekommt der östliche Gehweg. Der westliche Fußgängerweg wird mit Platten gestaltet, damit Kinderwagen oder Rollatoren problemlos geschoben werden können. Schon im Februar wurden alle Bäume am Neumarkt entfernt. Sie werden komplett durch Rotdornbäume ersetzt.

Bausumme wird zu 80 Prozent gefördert

Die Arbeiten am Neumarkt führt die Firma Ezel aus Torgau aus. Wenn alles glatt läuft, sollen sie Ende November beendet sein. Reinhard Neupert vom Herzberger Bauamt ist optimistisch, dass dieser Termin gehalten werden kann. Als reine Baukosten sind für dieses Projekt 375 000 Euro veranschlagt, die zu 80 Prozent aus dem Städtebau-Programm gefördert werden.

Eine schlechte Nachricht aber gibt es für die Neumarkt-Anwohner doch. Die Schwengelpumpe, seit Jahzehnten ein Wahrzeichen der Straße, ist kaputt. Sie hat einen Riss und kann auch nicht mehr repariert werden. „Aber wir werden die Pumpe ersetzen“, verspricht Reinhard Neupert.

Schon 25,5 Millionen Euro aus Förderprogramm erhalten

Seit der Einführung 1991 ist die Stadt Herzberg im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz  vertreten. Es dient vorrangig dem Erhalt innerstädtischer Flächendenkmäler und fördert kommunale sowie private Projekte. Herzberg hat bisher 25,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem Programm erhalten und damit Straßen, Wege, Plätze oder Gebäude im Stadtkern saniert. Was infrastrukturell noch aussteht ist der letzte Abschnitt der Torgauer Straße (die Arbeiten sollen im Herbst ausgeschrieben werden) der Mühlgraben im Innenstadtbereich und Wege an der Stadtmauer sowie die Sanierung von Teilen der Stadtmauer selbst. Dazu gibt es derzeit aber noch keine konkreten Projekte, sagt Heidrun Reichelt, im Bauamt zuständig für die Stadtsanierung.

Ein Großvorhaben innerhalb des Sanierungsgebietes wäre dann noch der Botanische Garten einschließlich Villa. Hier beschäftigen sich Stadt und Planer derzeit mit den gärtnerischen Anlagen. Ein erstes Konzept dazu soll in der Stadtverordnetenversammlung im August vorgelegt werden.

 Auf dem Neumarkt in Herzberg wird derzeit von mehreren Gewerken gebuddelt, was das Zeug hält. In dieser Woche wurden unter anderem Antennen- und Telekomkabel tiefer gelegt.
Auf dem Neumarkt in Herzberg wird derzeit von mehreren Gewerken gebuddelt, was das Zeug hält. In dieser Woche wurden unter anderem Antennen- und Telekomkabel tiefer gelegt. FOTO: Dieter Müller