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Der Kies-Boden-Konflikt "eskaliert"

Mühlberg. Die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock und eine Delegation von Bündnisgrünen aus Brandenburg und Sachsen werden sich am Dienstag nächster Woche den Rekultivierungsstau bei den Kiestagebauen rund um Mühlberg ansehen. Vor einem Rundgang, so ist einer Pressemitteilung zu entnehmen, werde es um 11. red/fc

30 Uhr am Badestrand des Westsees ein Treffen mit der lokalen Bürgerinitiative "Für eine Heimat mit Zukunft" geben. Die Initiative begleitet seit Jahren die Auswirkungen und Neuaufschlüsse von Kiesgruben in der Region kritisch und macht auf Fehlentwicklungen aufmerksam.

Die umstrittenen Kiesgruben beschäftigten der Landtagsabgeordneten Heide Schinowsky (Bündnis 90/Die Grünen) zufolge schon länger den Brandenburger Landtag. Aufgrund der dramatischen Situation hätten sich, so die Abgeordnete "- anders als beim Braunkohleabbau - die Fraktionen von SPD und Linken nicht der Einforderung von Sicherheitsleistungen vom Rohstoffunternehmen" verweigert. Laut Beschluss des Landtages müssen die Kiesgrubenbetreiber nun Bürgschaften hinterlegen, welche beim Ausbleiben von Renaturierungsmaßnahmen eingelöst werden können.

"Kiesabbau rund um Mühlberg hat viel zerstörte Natur verursacht: Beide Kieswerke haben in den letzten 50 Jahren rund 550 Hektar Boden vernichtet und bisher hauptsächlich Wasser- und wüste Sandspülflächen hinterlassen", sagt Heide Schinowsky. Nach ihren Beobachtungen eskaliere im Mühlberger Raum "der Konflikt zwischen der landwirtschaftlichen Nutzung von ertragreichen klima-robusten Auenböden und dem Kiesabbau".

Zu Recht würden sich die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner wehren. Kritik übt sie an der Arbeitsweise des Landesbergamtes: "Die hier aufgeworfene Problematik hat anscheinend für die Genehmigungsverfahren des Landesbergamtes beim Kiesbergbau bisher keine Rolle gespielt und wird es vermutlich auch zukünftig nicht, wenn hier nicht eingegriffen wird."