| 17:36 Uhr

Der "Heitere Blick" soll demnächst einem Aldi-Markt weichen

Lange wird der "Heitere Blick" wohl nicht mehr stehen.
Lange wird der "Heitere Blick" wohl nicht mehr stehen. FOTO: ru
Herzberg. Der Aldi-Markt in Herzberg soll einen neuen Standort bekommen und größer werden als der in der Leipziger Straße. Torsten Spaller von der Aldi-Nord Immobilienverwaltung und Thomas Wille vom Ingenieurbüro City Concept Leipzig haben vor kurzem im Herzberger Bauausschuss die Planungen dafür vorgestellt. Birgit Rudow

Der alte Standort des Einkaufsmarktes in der Leipziger Straße habe den Nachteil, dass er mit 700 Quadratmetern Verkaufsfläche sehr klein ist und die Kunden erst über das Gelände eines Autohauses fahren müssten, um auf den Aldi-Parkplatz zu gelangen, erklärte Torsten Spaller. Herzberg brauche keine "alte Kiste", sondern einen neuen modernen Aldi-Markt mit einem neuen Innenraumkonzept, sagte er. In dem aktuellen Markt sei das nicht möglich.

Aldi plant, den Standort am Hotel "Zum heitern Blick" in der Frankfurter Straße Ecke Dresdener Straße zu überbauen. Mit der Eigentümerin sei man sich einig, so Torsten Spaller. Die Inhaberin des Hotels Katrin Hirte hat das gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt. Das Vorhaben umzusetzen, würde bedeuten, dass Aldi das Gelände erwirbt, das Hotelgebäude abreißt (es befindet sich nicht im denkmalgeschützten Sanierungsgebiet) und dort einen neuen Markt mit 1041 Quadratmetern Verkaufsfläche und Parkplätzen errichtet. Das Dach des Marktes soll mit einer Fotovoltaikanlage versehen werden, der den Komplex von anderen Stromversorgern unabhängig macht, sagte Spaller.

Bauausschussmitglied Cornelia Böck (Linke) stellte gleich die Frage, ob sich ein so großer Markt für die kleine Stadt Herzberg überhaupt lohne. Man sei sich dessen bewusst, so Spaller, dass die Einwohnerzahl von Herzberg sinkt. Es gebe in der Stadt auch nur diesen einen optimalen Standort an der Schnittstelle zweier Bundesstraßen, an dem sich Aldi vorstellen kann, mit etwa 750 Kunden am Tag erfolgreich zu sein.

Eine weitere Frage der Ausschussmitglieder betraf die Lkw, die auf dem Parkplatz hinter dem Hotel immer gut parken konnten. Dafür, so Torsten Spaller, sei keine Regelung vorgesehen.

Die Abgeordneten fragten auch zur Nachnutzung für den alten Markt. Der befinde sich im Eigentum von Aldi. Die Nachnutzung werde sichergestellt. Vor einigen Wochen seien bereits potenzielle Interessenten vor Ort gewesen, so Torsten Spaller. Die Nutzung durch einen Nachmieter könne durch einen städtebaulichen Vertrag geregelt werden.

Wann der neue Markt eröffnen könnte, dazu wollte sich Spaller noch nicht konkret festlegen. Man sei nicht blauäugig, meinte er. Schließlich seien nach einem Grundsatzbeschluss durch die Abgeordneten eine Änderung des Flächennutzungsplanes und ein Bebauungsplan notwendig. Er rechne nach derzeitigem Stand mit dem Ende kommenden Jahres.

Der Abgeordnete Ulf Lehmann (Herzberg zählt) steht dem Vorhaben offen gegenüber. Auch beim Lidl-Markt sei ein altes, nicht genutztes Autohaus dem Markt gewichen, sagt er. Volker Lang (sachkundiger Einwohner) pochte noch einmal auf den städtebaulichen Vertrag und die Nachnutzung des alten Marktes. Insgesamt hat sich der Herzberger Bauausschuss positiv zu dem Vorhaben positioniert. Vier Abgeordnete stimmten ihm grundsätzlich zu. Cornelia Böck enthielt sich der Stimme.