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Der Fläming gibt den Seglern ordentlich Aufwind

Karsten Maixner aus Burg im Spreewald gibt die Koordinaten der Tagesaufgabe in das Navigationssystem seines Seglers ein.
Karsten Maixner aus Burg im Spreewald gibt die Koordinaten der Tagesaufgabe in das Navigationssystem seines Seglers ein. FOTO: Sven Gückel
Holzdorf. Ähnlich einem Schwarm Bussarde kreisen weiße Gleiter am Himmel über Holzdorf. 64 Segelflieger aus zehn Ländern stellen sich dem 18. Inter- nationalen Militärischen Segelflugwettbewerb. Sven Gückel

Gemächlich, ohne Hektik gehen die Teilnehmer den Tag an. Passend zu ihrem Arbeitsgerät lassen sie keine Unruhe aufkommen. Ab zehn Uhr, nach Ende des täglichen Briefings, befassen sie sich mit der Tagesaufgabe und bereiten ihre Maschinen vor. Spätestens zur Mittagszeit ist es dann aber soweit. Im Eiltempo rotieren die kleinen Schleppflugzeuge, bekommen den jeweils ersten der Startlinie am Schleppseil eingehängt und ziehen ihn auf eine Höhe von 500 Meter. Dort klinkt der Segler sich aus und zieht auf sich gestellt seine Kreise.

Der eigentliche Wettkampf beginnt, wenn alle Starter am Himmel sind. Wettkampfleiter Sven Baldauf gibt dann per Funk das imaginäre Abflugtor frei. Je nach Aufgabenstellung müssen die Segler eine vorgegebene Wegstrecke zurücklegen. Ihr Weg führt sie dabei zumeist über den Fläming in Richtung Berlin. "Dieses Terrain bietet optimale Bedingungen. Viel Wald und trockene Böden sorgen bei ausreichend Sonneneinstrahlung für eine gute Thermik und geben den Seglern ordentlich Auftrieb", verdeutlicht Baldauf.

Ein regelmäßiger Teilnehmer des Wettbewerbs ist Alexander Heide. Der 42-Jährige, der seit seinem 14. Lebensjahr im Cockpit eines Seglers sitzt, startet für seinen Heimatverein Aero-Team Klix. Dem Himmel über Holzdorf fühlt er sich besonders eng verbunden. Als aktiver Soldat gehörte der Stabsfeldwebel lange Zeit zur Holzdorfer Heeresfliegerunterstützungsstaffel und dient heute in der Lufttransportgruppe des HSG 64. Dass er als Lokalmatador ein gutes Ergebnis abliefern möchte, erhöht den Wettkampfdruck, der auf ihm lastet. Ruhiges Dahingleiten und das Genießen der Natur bleiben da außen vor. Vielmehr sucht auch Heide wie alle Teilnehmer den optimalen Wind, der ihn zu den gesetzten Wendepunkten bringt. Diese gilt es schrittweise zu passieren. Wer die Tagesaufgabe am schnellsten absolviert, erhält eine hohe Punktzahl. Diese in Summe führt am Ende zum Ergebnis des Wettbewerbs.

Fernab des Geschehens auf der Start- und Landebahn übt Jürgen Wittorf einen für die Sportler wichtigen Job aus. Als Angehöriger des Geo-Infodienstes der Bundeswehr hat er in einem Raum des Offiziersheimes Stellung bezogen und erstellt Wetterprognosen und gibt sein Wissen umgehend an die Wettkampfleitung weiter. "Die aktuelle, unbeständige Wetterlage bleibt uns noch etwas erhalten. Es ist sehr warm, jedoch durchwachsen. Für die Segler nicht immer optimale Bedingungen", resümiert er. Allerdings zeichne sich am Wochenende eine leichte Wetterbesserung ab.

Je nach Größe ihres Seglers starten die Teilnehmer in drei verschiedenen Wettkampfklassen. Piloten, die es im Verlaufe des Tages nichts bis ins Ziel nach Holzdorf schaffen und eine Außenlandung absolvieren, bekommen als äußeres Zeichen dafür einen Aufkleber in Form einer roten Kuh an ihr Segelflugzeug. Für das alle zwei Jahre stattfindende Event ist der Fliegerhorst Holzdorf mittlerweile zum siebenten Mal Gastgeber. Die Wettkämpfe dauern noch bis zum 10. August.