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Denkarbeit im alten Pfarrhaus

In Kolochau ist am Samstag eine neue Ausstellung von Hans-Peter Klie (l.) eröffnet worden.
In Kolochau ist am Samstag eine neue Ausstellung von Hans-Peter Klie (l.) eröffnet worden. FOTO: sk
Kolochau. Jetzt ist das fünfteilige Projekt, das der Neu-Kolochauer Hans-Peter Klie im 500. Reformationsjahr umsetzen will, komplett. Sylvia Kunze

Nach den 500 Fragmenten, die seit einiger Zeit schon in der Gruppenausstellung "reFORMationen" im Schloss in Doberlug zu sehen sind und die am 2. Juli nach Kolochau umziehen werden und dann dort in der Kirche zu betrachten sind, sind Teil zwei bis fünf mit der Eröffnung der Ausstellung am Samstagnachmittag der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im alten Kolochauer Pfarrhaus hatten sich zu diesem Zeitpunkt neben Kunstinteressierten aus dem Dorf und aus der Region auch einige Berliner Gäste eingefunden. Klie, der zuvor in Berlin gelebt hat und auch jetzt noch regelmäßig vor Ort ist, hatte jedoch auf noch weitaus mehr Großstädter gehofft. "Leider haben nicht wenige abgesagt", konstatierte er.

Dabei hatte sich der "umtriebige Netzwerker", wie er in Künstlerkreisen wahrgenommen wird, richtig ins Zeug gelegt, um einen Ausflug aus der Hauptstadt raus aufs Land so angenehm wie möglich zu machen. Eine Kaffeetafel, ein Flötenkonzert, eine kleine Weinverkostung (natürlich gab es Schliebener Wein) und letztlich auch noch ein gemütlicher Ausklang mit Grillspezialitäten rundeten die Einladung zu seiner Ausstellungseröffnung ab.

In deren Einführung ging Gudrun Gorka-Reimus vom Kunstverein KunstHaus Potsdam darauf ein, mit welch ansteckender Begeisterung es der Gastgeber versteht, für seine Arbeit zu werben. Was sich nicht zuletzt in der Zahl der vielen Kolochauer manifestierte, die ebenfalls vorbeischauten und sich mit der Arbeit des "Konzeptkünstlers zwischen Kunst und Philosophie", wie die Laudatorin Klies Arbeit umschrieb, befassten. Seine Ausein andersetzung mit dem Glauben als Kern der Ausstellung lade ein zum Auseinandernehmen und neu Ordnen - genau so, wie der Künstler selbst es tut. "Das ist anstrengend, macht aber auch viel Spaß", lud Gorka-Reimus ein.

Die Teile zwei bis fünf des Projekts können unterschiedlicher kaum sein. "glauben, übersetzen" beispielsweise sind 40 farbige Textplakate, deren Ausgangspunkte die Themen Glauben und Übersetzen, Denken und Philosophie sind. "Disputationen" ist eine Wand- und Bodeninstallation von acht Videofilmen. "Abendmahl" und "Beichtstuhl" sind hingegen Montagen aus Objekten.

Ausstellung "Wie die Bilder nichts wären #02 - #05" (im alten Pfarrhaus und in der Dorfkirche Kolochau), bis 28. Oktober 2017, geöffnet nach Vereinbarung (Telefon 0163 9702657) und zu Sonderveranstaltungen, an Sonntagen 12 bis 18 Uhr.

www.hans-peter-klie.de

Zum Thema:
Freitag, 2. Juni, 19 Uhr: öffentlicher Philosophiezirkel zum Thema "Methapysik - zwischen beiden Welten" (zu Beginn "Zwischen beiden Welten" - ein Videofilm von Hans-Peter Klie, anschließend Diskussion)Freitag, 22. September, 19 Uhr: Martin Luthers 95 Thesen - Was sie wollten und was bleibt? Vortrag von Prof. em. Dr. Michael Stahl, anschließend DiskussionSamstag, 7. Oktober, 19 Uhr: FilmabendSamstag, 28. Oktober, 19 Uhr: Finissage der Ausstellung mit Film/Gespräch/Umtrunk