Rechtens wolle man handeln und „sich nichts zu Schulden kommen lassen“ , das war der Tenor der Anfragen von Konrad Just aus Wainsdorf, Siegfried Schwab aus Elsterwerda, Rudolf Hager aus Finsterwalde und vielen anderen Anrufern. Die Nachricht darüber, dass mit dem 1. April 2003 Gas- und Schreckschusswaffen künftig erlaubnispflichtig sind, hatte sie schon beunruhigt. Und dass der, der unberechtigt Waffen besitzt, dafür sogar drei Jahre in den Kahn wandern könnte, erst recht. Also wollten sie wissen: Was ist mit meinem alten „Knicker“ , der auf dem Küchenschrank liegt„ Was ist mit dem Luftdruckgewehr, der Schreckschusswaffe und dem Hirschfänger“ Braucht man dafür einen kleinen Waffenschein?
„Was machen Sie denn mit der Waffe“ , wollte Wolfgang Röschel zuerst von Anrufern wissen. Danach nämlich richtet sich, ob sie für Luftdruck- oder Schreckschusswaffen einen kleinen Waffenschein und eine Schießerlaubnis brauchen. Für einen Teil der Besitzer hatte sich das dann schnell erübrigt. Denn wer diese Art von Waffen nur in seiner Wohnung oder innerhalb seines „befriedeten“ Grundstücks hat, braucht gar keinen Waffenschein. Tritt er aber vor die Tür, braucht er ihn und will er dort auch noch schießen, braucht er eine Schießerlaubnis. Wenn aber jemand auf dem Grundstück mit solchen Waffen schießen will - und sie nicht nach außerhalb richtet, braucht er das nicht. Aufgepasst: Wer beispielsweise zu Silvester mit seinem Signalrevolver, der als Schreckschusswaffe gilt, auf der Straße mit buntem Geknall das neue Jahr begrüßen will, muss Waffenschein und Schießerlaubnis vorlegen können.
Trägt jemand solche Waffen, zum Beispiel auf dem nächtlichen Weg zur Arbeit, mit sich, muss er sich auch um einen Waffenschein kümmern - und erst wenn er ihn hat, darf die Waffe mitgenommen werden.
Viele haben die Waffe nur zu Hause - und das können sie auch so beibehalten. Allerdings fordert das neue Waffenrecht eine sichere Verwahrung. „Der Knicker gehört eben nicht auf das Vertiko“ , muss Wolfgang Röschel einem Anrufer erklären, „und auch nicht auf den Küchenschrank.“ Hier könnten Unbefugte an die Waffe kommen, was besonders bei Kindern verhängnisvoll sein kann. „Ein einfacher abschließbarer Blechschrank ist zur Verwahrung vorgeschrieben“ , sagt Röschel - und den muss sich manch einer jetzt besorgen. Den Jägern und Sportschützen allerdings obliegen da noch größere Sorgfaltspflichten.
Für ihre Waffen, die meist den Waffenschein erfordern, sind spezielle Schränke vorgeschrieben, die beispielsweise auch eine getrennte Lagerung von Waffen und Munition ermöglichen. Diese Waffenträger übrigens haben die gesetzliche Pflicht, sich selbstständig über die Regelungen im neuen Waffenrecht zu informieren.
Dass es da noch Nachholbedarf gibt, belegten einige Anrufe von Mitgliedern aus Schützenvereinen der Region. Wolfgang Röschel reist deshalb derzeit auch noch durch den Kreis, um vor Ort in den Vereinen dabei zu helfen. Und in den meisten Schützenvereinen weiß man den praxisnahen Rat zu schätzen. Schließlich kennt der Mann als stellvertretender Vorsitzender der Schützengilde Luckau 1990 e.V. auch „die andere Seite“ .

Bei Nachfragen: Wolfgang Röschel ist bei der Polizei unter 03531 / 78 13 70 erreichbar.