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| 02:41 Uhr

Dem kalten Wasser 517,5 Kilometer abgetrotzt

Stolz präsentiert das "Turtles Team" seine Urkunden vom 24-Stunden-Schwimmen.
Stolz präsentiert das "Turtles Team" seine Urkunden vom 24-Stunden-Schwimmen. FOTO: Kommolk/ikk1
Tröbitz. 24 Stunden am Stück wurden am Wochenende in Tröbitz geschwommen. 90 Teilnehmer trauten sich in das noch sehr kühle Nass. Sie schafften gemeinsam 517,5 Kilometer. Das Erlebnisbad machte seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Yvonne Kommolk / ikk1

"Nirgends ist es familiärer als in Tröbitz" sagt Mathias Bombis von der DLRG Bad Liebenwerda und fasst damit zusammen, was wohl die meisten dachten, die am vergangenen Wochenende am 24-Stunden-Schwimmen in Tröbitz teilgenommen haben.

Da es mehrere Sponsoren gibt, verteilt sich die Finanzierung auf mehrere Schultern. Karla Fornoville, nicht nur Gemeindevertreterin und stellvertretende Bürgermeisterin, ist Chefin dieser Veranstaltung. Als sie vor vier Jahren die Idee zu diesem Schwimmen hatte, konnte sie die Gemeinde und die Wasserwacht Falkenberg für diese Aktion gewinnen. Bereits im ersten Jahr hatten 100 Teilnehmer gemeldet, im zweiten Jahr waren es bereits 161. In diesem Jahr trauten sich nur 90 Teilnehmer ins sehr kühle Nass, wenn auch die Lufttemperatur angenehm war. Nachts fand man nur die "Härtesten" im Wasser. Christel Richter zeigte als älteste Teilnehmerin mit 69 Jahren, dass man nachts gegen drei Uhr nicht unbedingt schlafen muss, sondern durchaus auch mal 2000 Meter im beleuchteten Tröbitzer Schwimmbad zurücklegen kann.

Jörg Leminski aus Stralsund, der "verrückteste" 24-Stunden-Schwimmer, wie ihn manche hier nennen, legte allein in der Nacht 6000 Meter an einem Stück zurück, insgesamt schaffte er gute 25 Kilometer. Gerne hätte er noch mehr absolviert, aber die Außen- und Wassertemperaturen ließen nicht nur ihn vor Kälte zittern und blau anlaufen.

Herzblut und Ehrgeiz ließen auch nicht nach, als plötzlich schwarze Wolken aufzogen. Für 20 Minuten musste das Schwimmen kurzzeitig unterbrochen werden, um ein Gewitter vorbeizulassen. Regen allein war kein Grund, das Wasser zu verlassen. Selbst die Kleinsten legten sich ordentlich ins Zeug. Die drei siebenjährigen und somit jüngsten Teilnehmer Jolina Große, Johanna Socher und Bastian Emil Herrmann legten insgesamt 3700 Meter zurück. Jolina Große hatte bereits beim letzten Mal mitgemacht und schwamm damals eine Strecke von 300 Metern. Gern wäre sie in diesem Jahr noch mehr geschwommen, aber "Mama hat es nicht erlaubt, weil es so kalt war." Jolina gehört zum "Turtles Team". Die vier Mannschaften Turtles, bunt gemischt mit Teilnehmern aus und um Tröbitz, das Plansch-Team, die DLRG und das DLRG-Jugend-Team erreichten insgesamt 286 700 Meter, alle Teilnehmer zusammen schafften in 24 Stunden 517 500 Meter. Mathias Bombis sagt zum Abschluss: "Die Atmosphäre hier ist einmalig. Ein großes Lob an die Organisatoren. Wir werden hier rund um die Uhr verpflegt, die ganze Nacht ist die Sauna an. Und man kann hier zelten." Karla Fornille und Carola Jann-Lück von der Wasserwacht als Hauptorganisatoren dürfte es gelungen sein, wieder einmal zu zeigen, dass das Erlebnisbad Tröbitz seinem Namen alle Ehre macht.