Nein, ein außergewöhnlicher Winter sei dies nicht, meint der Chef der Herzberger Straßenmeisterei, Mario Sasse. Bevor dieser so recht in Fahrt kam, waren schon längst knapp 1 000 Tonnen Streusalz bei der Straßenmeisterei eingelagert. „Anfang vergangenen Jahres schon liefen die Ausschreibungen, und im Sommer hatten wir das Salz bereits. Es kommt aus Polen und hat eine gute Qualität. Wir fordern mit der Ausschreibung jeweils gewisse Qualitätsparameter an“ , so Mario Sasse.
Am Donnerstag waren noch rund 300 Tonnen vorhanden, doch gestern früh ist schon wieder allerhand davon auf den Bundes- und Landesstraßen „verteilt“ worden. Zehn bis zwölf Tonnen Salz werden bei einem Einsatz der sechs Fahrzeuge der Straßenmeisterei verbraucht. „Das schwankt etwas“ , so Sasse. „Denn die Fahrer können zum einen die Streubreite beeinflussen und zum anderen die Streumenge. Die variiert zwischen fünf und 40 Gramm je Quadratmeter. Nicht immer ist die höchste Stufe erforderlich.“ Wenn nur noch 250 Tonnen Salz vorrätig sind, wird nachgeordert. Das haben die Verantwortlichen in der Straßenmeisterei jetzt getan, denn es sieht so aus, als wolle der Winter noch lange nicht aufgeben.
Von 3 Uhr früh bis 22 Uhr sind die Männer vom Winterdienst im Einsatz, wenn es die Witterungssituation erfordert. „Das ist gesetzlich so festgelegt“ , sagt Mario Sasse. „Wir bemühen uns aber immer, um 22 Uhr die Straßen so bearbeitet zu haben, dass die Kraftfahrer bis zum Morgen damit auskommen können.“
Dennoch gibt es immer wieder Beschwerden. „Die halten sich in diesem Jahr aber in Grenzen“ , sagt der Straßenmeisterei-Chef. „Aber wenn es urplötzlich glatt wird, können wir nicht überall zugleich sein. Wir fangen in Herzberg an. Und irgendeiner ist dann eben der letzte. Und der regt sich auf.“ Mario Sasse kann es verstehen, wenn Autofahrer nicht besonders erfreut sind, wenn bei ihnen im Ort früh um 6 Uhr bei Schnee und Eis noch nichts passiert ist. „Aber wir sind nicht für alles zuständig“ , sagt er. „Wir beräumen die Bundes- und Landesstraßen außerhalb der Ortschaften. Viele Kommunen, wie Schönewalde zum Beispiel, haben ihren eigenen Winterdienst. Die Straßenmeisterei bietet den Kommunen an, Bundes- und Landesstraßen auch innerhalb der Ortschaften zu räumen. Aber viele organisieren das selbst, auch aus Kostengründen. Auf Nebenstraßen sind die Städte und Gemeinden sowieso selbst für den Winterdienst zuständig.“
Größere Probleme hat es in der Straßenmeisterei in diesem Winter bisher noch nicht gegeben. Einige Fahrzeuge sind zwar schon acht bis neun Jahre alt und haben ab und zu mal ihre „Wehwehchen“ , doch die meistern die Mitarbeiter so, dass die Streufahrzeuge schnell wieder einsatzbereit sind. Bei den Wetteraussichten für die nächsten Tage bleibt zu hoffen, dass das auch so bleibt, und dass das georderte Salz bald in Herzberg eintrifft.