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| 08:00 Uhr

Erfahrungen gesammelt
Die Sache mit dem Berufswunsch

Tobias Heyde hat in seinem freiwilligen sozialen Jahr in der Grundschule in Falkenberg viele Erfahrungen sammeln können. Und den Kindern hat es großen Spaß gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Tobias Heyde hat in seinem freiwilligen sozialen Jahr in der Grundschule in Falkenberg viele Erfahrungen sammeln können. Und den Kindern hat es großen Spaß gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Falkenberg. Tobias Heyde konnte in seinem freiwilligen sozialen Jahr in der Falkenberger Grundschule viel lernen - auch über sich selbst. Von Sylvia Kunze

Ein Zeugnis hat es für ihn zum Schuljahresende am Mittwoch nicht gegeben, wohl aber ein herzliches Dankeschön für seine Arbeit und viele gute Wünsche für seinen weiteren (beruflichen) Weg. Tobias Heyde war davon ein Stück überwältigt. Der Jugendliche hat in den zurückliegenden Monaten ein freiwilliges soziales Jahr in der Lindgren-Grundschule und im städtischen Hort in Falkenberg absolviert. Er hat dabei viel gelernt - auch über sich selbst.

Arbeit mit Kindern hat noch vor einem Jahr gar nicht in seinem Fokus gestanden. Er wollte ein duales Sportstudium beginnen. Aber weil es im ersten Anlauf nicht gleich auf Anhieb mit einem Studienplatz klappte, suchte er nach Alternativen. Seine Freundin, die für sich ein freiwilliges soziales Jahr sozusagen als Plan B in der Hinterhand hatte, habe ihn darauf gebracht. Bei der Brandenburgischen Sportjugend war noch ein Platz frei, den sich Tobias sichern konnte - mit Einsatzgebiet in Falkenberg.

„Wir haben die FSJ-Stelle im zu Ende gegangenen Schuljahr erstmalig gehabt“, berichtet Schulleiterin Simone Lösler und fügt gleich hinzu: „Das war eine gute Entscheidung. Das wollen wir auch weiter anbieten, denn wir haben in dem Jahr nur gute Erfahrungen gesammelt“, lobt sie das gute Miteinander von Kollegen, Schülern und dem jungen Helfer Tobias Heyde. „Er war ein Riesengewinn und vielseitig einsatzbar. Er hat von der Arbeit im Sekretariat über die im Unterricht, in den Pausen und bis hin zum Nachmittagsprogramm im Hort alles kennenlernen können und weiß jetzt sehr gut, was ein Lehrer und ein Erzieher leisten“, berichtet sie vom großen Einsatzgebiet.

Das hat für den FSJ-ler einen richtigen Aha-Effekt gehabt. „Als ich mit der Arbeit begann, hatte ich es eher gar nicht so mit kleinen Kindern“, gibt er zu. Als jüngstes Geschwisterkind hatte er zuvor eher mit gleichaltrigen oder durch seine größeren Geschwister sogar älteren Jugendlichen zu tun. „Aber ich habe mit der Zeit festgestellt, dass mir die Arbeit mit den Kindern Spaß macht“, erzählt Tobias Heyde. „Na ja, so groß ist der Altersunterschied ja noch gar nicht“, setzt er hinzu. „Vielleicht bin ich deshalb so gut mit den Mädchen und Jungen klargekommen. Noch dazu liegt meine eigene Schulzeit ja auch nicht so weit zurück. Ich weiß also noch sehr gut, wie Schüler ticken.“

Vor einer Klasse zu stehen, habe ihm natürlich schon am Anfang etwas Überwindung gekostet. „Ich war immer aufgeregt, aber es hat funktioniert.“ Die guten theoretischen Instruktionen, die Teil seines Jahres waren und die er im Jugendbildungszentrum Blossin erhielt, haben ihm geholfen. Hinzu kamen die vielen Tipps und Hilfestellungen von den Lehrern der Grundschule. „Das war eine sehr gute Zusammenarbeit“, blickt Tobias zurück.

Absoluter Höhepunkt seines freiwilligen sozialen Jahres, so berichtet er, war der Besuch der Olympischen Winterspiele in Südkorea im Jugendaustausch über den Sportbund. Die Reise wird ihm immer in Erinnerung bleiben, insbesondere auch die große Eröffnungsfeier und die Wettkämpfe. Und da ganz besonders der Zieleinlauf von Olympiasiegerin Laura Dahlmeier. „Da hat man mich auch in einer kurzen Sequenz als Zuschauer im Fernsehen gesehen“, kann sich der 19-Jährige noch heute nicht das Grinsen verkneifen, wenn er daran zurückdenkt.

Im Schuljahr selbst war sein Highlight das Schulfest, zu dem er als eigenes Projekt ein Straßenfußballturnier organisiert hat, an dem alle Klassen teilnahmen und die Weltmeisterschaft schon mal „vorgespielt“ haben. Bei den jüngsten Jahrgängen gewann dabei sogar noch Deutschland ... „Alles hat gut funktioniert. Die Kinder haben geklatscht und gejubelt“, freut sich der aus Uebigau kommende Jugendliche über diesen Erfolg.

Er hat sich mittlerweile in Sachen Berufswunsch neu ausgerichtet. Jetzt will Tobias Lehrer werden. Die Bewerbungen sind bereits verschickt. Am liebsten würde er Sportlehrer in einer Grundschule werden wollen. „Dann kann er mich ablösen“, lacht Sportlehrerin Kornelia Hahn, die viel mit Tobias zusammengearbeitet hat.

Aber bevor es soweit ist, würde sich Schulleiterin Simone Lösler erst einmal freuen, einen neuen FSJ-ler an ihrer Seite zu wissen. „Die Stelle für das nächste Jahr ist noch frei“, fordert sie Jugendliche auf, eigene Erfahrungen zu sammeln.