| 17:30 Uhr

Das Herzberger Tierheim ist dicht

Herzberg. Seit Jahren steht das vom Tierschutzverein Elbe-Elster e.V. betriebene Tierheim in Fermerswalde bei Herzberg in der Kritik. Jetzt hat der Landkreis die Betreibererlaubnis für den Verein widerrufen, so der Rechtsdezernent des Landreises Elbe-Elster Dirk Gebhard zur RUNDSCHAU. Birgit Rudow

Im Februar 2015 hatte das Veterinäramt schon einmal einen Aufnahmestopp für das Tierheim angeordnet. Im September 2015 wurde er wieder aufgehoben. Der Heimbetreiber sei Auflagen nachgekommen bzw. habe Veränderungen in die Wege geleitet, hieß es damals. Am 5. April dieses Jahres folgte der nächste Aufnahmestopp. "Grund waren fehlende Sachkundenachweise und fehlende Vereinbarungen, wie diese nachgeholt werden sollten. Außerdem gab es Verstöße gegen den Impfstatus und tierärztliche Untersuchungen sowie erhebliche Mängel in der Dokumentation darüber, welche Tiere abgegeben wurden", so Dirk Gebhard. Ein Widerspruch gegen den Aufnahmestopp durch den Betreiber sei am 26. Juni zurückgewiesen worden. Der Aufnahmestopp war also rechtskräftig. "Dagegen hat der Betreiber aber weiter verstoßen, die Mängel nicht beseitigt und die Sachkundenachweise nicht vorgelegt", sagt der Rechtsdezernent. Daraufhin hat der Kreis am 15. August die Betreibererlaubnis widerrufen und alles vorbereitet, die Tiere (laut Kreis etwa 30 Hunde und 30 Katzen) in anderen Tierheimen unterzubringen. Das konnte aber nicht vollzogen werden, weil der Tierschutzverein einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Verwaltungsgericht gestellt hat. "Diesen hat das Gericht in der vergangenen Woche in einem ausführlichen Beschluss abgelehnt", sagt der Dezernent. Theoretisch könne sich der Betreiber noch an das Oberverwaltungsgericht wenden, aber das Tierheim dürfe jetzt vom Tierschutzverein nicht mehr weiter betrieben werden.

Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen die Tiere bundesweit an andere Heime abgegeben werden. "Das ist für uns ein gewaltiger Akt", so Gebhard.

Es sei nicht so, dass die Tiere im Herzberger Tierheim gelitten hätten oder nicht gepflegt wurden", sagt er. "Die dort Tätigen, die allerdings sehr oft gewechselt haben, sind mit sehr großer Tierliebe an ihre Aufgaben herangegangen. Das Problem bestand aber darin, dass der Tierheimleitung die Fähigkeit und der Wille fehlten, das Tierheim unter den geforderten Bedingungen zu führen", so der Rechtsdezernent. Die Kommunen, die ihre Fundtiere bisher in Fermerswalde abgegeben haben, müssten sich jetzt andere Tierheime als Partner suchen, sagt er.

Die Leiterin des Tierheimes und Vorsitzende des Tierschutzvereins Elbe-Elster Almut Meißner war gestern telefonisch nicht zu erreichen.