ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:37 Uhr

Das halbe Dorf kämpft mit der Telekom

Brandis. Viele Bürger im Schönewalder Ortsteil Brandis haben die Nase voll. Seit zwei Wochen funktionieren bei ihnen weder Festnetz noch Internet. Birgit Rudow

Alle Anrufe bei der Störungsstelle der Telekom, Absprachen oder Monteursbesuche haben nichts gebracht. Hilferufend haben sich Brandiser in dieser Woche an die RUNDSCHAU gewandt.

Der erste, der Anfang der Woche am Reportertelefon der RUNDSCHAU (per Handy) angeklingelt hat, war Wolfgang Fink. Seit Freitag, dem 6. Januar, sei sein Telefon mit kurzen Unterbrechungen gestört. Mehrfach habe er die Störungsnummer im Callcenter angerufen, auch ein Monteur sei mehrmals vor Ort gewesen. Doch das Problem konnte er nicht lösen, so Wolfgang Fink. So langsam wurde der Brandiser ungeduldig. "Wenn die Telekom sagen würde, das dauert acht Tage, dann wärs ja in Ordnung. Aber die Reklamationen werden lax bearbeitet. Man erzählt uns immer wieder etwas anderes, und wir werden im Regen stehen gelassen", sagt er.

Die RUNDSCHAU hat sich mit dem Problem am 17. Januar an die Pressestelle der Telekom gewandt und bekam auch schnell eine Antwort. Der Anschluss des Kunden sei seit dem 16. Januar wieder funktionsfähig, heißt es darin. An der Behebung der gemeldeten Störungen in Brandis habe der technische Service der Telekom mit Hochdruck gearbeitet. Sollten vereinzelt Anschlüsse nicht funktionsfähig sein, werde den Kunden geraten, die Störung nochmals zu melden. Aufgrund des komplexen Fehlerbildes habe sich die Entstörung ungewöhnlich lange hingezogen. Dies bedauere die Telekom sehr, so die Pressesprecherin der Telekom. Wolfgang Fink konnte sich über diese Antwort nur wundern, denn sein Festnetzanschluss war auch am 19. Januar noch defekt. Auf diesen Hinweis reagierte die Telekom aber nicht.

So wie Wolfgang Fink sind und waren noch mehrere Brandiser betroffen. Am gestrigen Freitag reichte es Ortsvorsteher Roland Wienigk. Auch er wandte sich im Namen vieler Brandiser an die RUNDSCHAU und berichtete darüber, wie er seit dem 6. Januar fast täglich mit der Telekom in Verbindung steht, um Festanschlüsse und Internet wieder in Gang zu bekommen. Immer wieder habe er angerufen und zur Antwort bekommen, dass sein Anschluss eigentlich in Ordnung sein müsse. Per SMS angekündigte Rückrufe bzw. Monteursbesuche seien nicht eingehalten worden, klagt er. "Zwischenzeitlich waren Festnetz und Internet immer mal wieder in Ordnung, aber nur für wenige Stunden", so Roland Wienigk. Am 17. Januar sei ein Monteur gekommen und habe sich echt bemüht. Den Fehler habe er aber auch nicht gefunden, so der Ortsvorsteher. Bei der Störungsstelle habe er sein Problem immer wieder von vorn vortragen müssen, sagt er. Bis zur Beschwerdestelle der Telekom sei er schon vorgedrungen. Auf den versprochenen Rückruf warte er immer noch. "Nach 14 Tagen geht mir langsam die Hutschnur hoch", sagt Roland Wienigk. "Von der Störung sind viele Anschlüsse mit neuer Technik betroffen. Auch Firmen wie ein Kaminbauunternehmen oder die Gaststätte", sagt er. Zum Glück hätten viele ältere Brandiser noch einen analogen Anschluss. Die seien in Ordnung, so Roland Wienigk.

Auch Schönewaldes Bürgermeister Michael Stawski, der in Brandis wohnt, ist von den Telefonproblemen langsam genervt. Er selbst habe schon mehrmals bei der Störungsstelle angerufen, sagt er. Angekündigte Monteurstermine seien nicht eingehalten worden. "Man hört immer nur, es handele sich um eine größere Störung. Das dauert jetzt aber schon sehr lange", kann er die betroffenen Bürger verstehen. Dass sich jetzt am Wochenende etwas tut, damit rechnet in Brandis niemand. Doch alle hoffen darauf, dass die Telekom das Problem Anfang nächster Woche endlich behebt.