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| 15:24 Uhr

Monatsrückblick
Das Grau in Grau ist mit Wetterextremen gespickt

Sturmschäden im Schmerkendorfer Waldpark.
Sturmschäden im Schmerkendorfer Waldpark. FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg. Der erste Monat des Jahres bringt kaum Sonne. Von Dieter Lehmann

Das Wetter bietet ein einziges Grau in Grau. Die Sonne haben wir im Januar nicht oft gesehen. Und wenn schon, dann nur für kurze Zeit. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gab es in Deutschland noch nie so wenig Sonneneinstrahlung wie bisher in diesem Winter.

Aber nicht nur das. Der Januar 2018 war alles andere als ein Wintermonat. Mit seiner deutschlandweiten Durchschnittstemperatur von 3,8 Grad Celsius (°C) war er um 4,3 Grad wärmer als das Mittel der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Damit war er der sechstwärmste Januar seit Beginn der flächendeckenden Temperaturmessungen im Jahr 1881.

Dafür war der erste Monat des Jahres ungewöhnlich niederschlagsreich. In den Hochalpen lagen zum Teil mehr als 5 Meter Schnee. Der Luftkurort Zermatt in der Schweiz war für Tage von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten. So erfreulich die Rekordschneemengen für die Wintersportler auch gewesen sein mögen, war dies jedoch mit Nachteilen verbunden. Anschließendes starkes Tauwetter führte zu Hochwasser in zahlreichen Flüssen, vor allem am Rhein.

Bei uns, im Land Brandenburg, fielen rund 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²), natürlich als Regen. In Falkenberg habe ich 61 l/m² gemessen. Das waren rund ein Drittel mehr als der langjährige Januardurchschnitt.

Das Schlimmste jedoch waren abermals die Stürme. Das Sturmtief „Burglind“ am 3. Januar verlief noch einigermaßen erträglich. Aber dann kam „Friederike“! Dieses Orkantief hatte sich am 16. Januar über dem Nordatlantik gebildet. Am 18. Januar fegte es über Deutschland hinweg. Die dabei gemessenen Spitzenböen zählten zu den höchsten, die es je gab. Die höchste Windgeschwindigkeit mit 203 km/h wurde auf dem Brocken gemessen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war „Friederike“ der stärkste Wintersturm seit dem Orkan „Kyrill“, der am gleichen Tag vor elf Jahren über Deutschland gewütet hatte. Beim diesjährigen Orkan „Friederike“ kamen in Deutschland acht Menschen ums Leben. Schäden von über eine Milliarde Euro wurden verursacht. Nach Angaben der Deutschen Bahn richtete der Orkan Millionenschäden am Schienennetz an. Der Eisenbahnverkehr musste in fast ganz Deutschland  für mehr als einen Tag völlig eingestellt werden. Grund dafür waren zahllose durch den Sturm gefällte Bäume, die auf den Schienenstrecken lagen.

Auch in unseren Wäldern sah es und sieht es schlimm aus. Überall entwurzelte oder umgebrochene Bäume. Viele Waldwege sind noch immer unbefahrbar. Ich glaube, noch nie zuvor wurden in unserer Region so viele Bäume durch Stürme umgeworfen wie in den zurückliegenden Monaten!

Projektionen für die Zukunft zeigen nach Auswertung verschiedener Quellen eine Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Stürmen über West- und Mitteleuropa voraus.