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| 15:01 Uhr

Das (blaue) Wunder von Lindenau

Lindenaus Mittelstürmer Danny Burda ist im Dresdener Stadtteil Striesen, unweit des Blauen Wunders, zu Hause.
Lindenaus Mittelstürmer Danny Burda ist im Dresdener Stadtteil Striesen, unweit des Blauen Wunders, zu Hause. FOTO: Uwe Hegewald
Lindenau. Zum Saisonbeginn 2015/2016 hat sich Danny Burda das blaue Trikot des SV Blau-Weiß Lindenau übergestreift. Mit der Rückennummer 9 lebt der 32-Jährige die klassische Mittelstürmer-Rolle perfekt aus. Uwe Hegewald

36 Tore stehen auf dem Konto des "blauen Wunders von Lindenau". Der Vergleich ist berechtigt, lebt Vollblut-Fußballer Danny Burda doch seit 15 Jahren im Dresdener Stadtteil Striesen, unweit der berühmten Elbebrücke "Blaues Wunder".

Pistolero, Torgarant, Knipser, Tormaschine oder Ballermann - es gibt eine Reihe von Synonymen, die mit ihm in Verbindung gebracht werden. Und sie sind berechtigt, wie etwa der 11. Spieltag der Kreisliga Süd beweist. Beim 13:0-Sieg der Park-Elf gegen die Reserve des SV Großräschen gelangen dem Kanonier am 8. November binnen 18 Minuten fünf Treffer. "Ich will schon Torschützenkönig werden und meinen Beitrag leisten, damit uns der Aufstieg in die Kreisoberliga gelingt", stellt der Dresdener klar. Es wäre das fünfte Mal, dass er eine Saison als Torschützenkönig abschließt. Danny Burda gibt zu, dass er eigentlich "nur" Mittelstürmer kann, "auch wenn es im Strafraum bloß begrenzte Laufwege gibt". Manchmal würden ihm zwei Verteidiger zur Seite gestellt, so der Torjäger mit einer bewegenden Fußballerlaufbahn.

Borea Dresden, die Sportvereine Bannewitz, Gröden, Ortrand und Radebeul stehen in seinem Spielerausweis. Mit der BSG Stahl Riesa gelang Danny Burda der Aufstieg in die sächsische Bezirksliga, mit dem Bischofswerdaer FV 08 der Aufstieg in die Sachsenliga. Die Fußballer-Schmiede durchlief der 1983 in Altdöbern Geborene beim Nachwuchs von FC Energie Cottbus (1996-2000). Aus jener Zeit stammt auch eine Anfrage von Werder Bremen, dort dem runden Leder nachzujagen. Das Fußballertalent lehnte ab.

Was bewog den Ausnahmespieler jedoch ausgerechnet beim SV Blau-Weiß Lindenau anzuheuern? "Dafür gibt es mehrere Gründe", sagt Burda: die Nähe zu Ortrand, wo er als Gießereimechaniker arbeitet, und die familiäre Vereins-Atmosphäre beim Kreisligisten. "Mit jungen und mit erfahrenen Spielern verfügen wir über eine ausgewogene und funktionierende Mannschaft. Erfolg stellt sich jedoch erst ein, wenn es auch außerhalb des Fußballfeldes klappt", begründet er. Seiner Meinung nach müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn Lindenau nicht der Aufstieg in die Kreisoberliga gelingt. "Wir können uns nur selber schlagen. Was wir zu Saisonbeginn erfahren mussten, als wir zwei schmerzliche Niederlagen kassierten", so der 32-Jährige.

Inzwischen befindet sich die Park-Elf auf Augenhöhe mit Annahütte und rangiert mit zwei Punkten aber auch einem Spiel weniger auf Tabellenplatz zwei. Danny Burda, der in seiner Fußballerlaufbahn bis auf wenige Muskelfaserrisse bisher von schweren Verletzungen verschont blieb, weiß weitere familiäre Gegebenheiten zu schätzen: So stehen die im benachbarten Gröden (Elbe-Elster) lebenden Eltern bei Heimspielen fast immer am Spielfeldrand, um mit "ihrem" Danny mitzujubeln. Und da sind dann noch die langjährige Lebensgefährtin und das 17 Monate junge Töchterchen, die jegliches Verständnis für das zeitintensive Hobby des Familienoberhauptes aufbringen.

Danny Burda, der eine spätere Trainertätigkeit nicht ausschließt, scheint in Lindenau aber irgendwie auch zu Hause angekommen zu sein. Bei einem Winter-Trainingslager im tschechischen Teplice will Blau-Weiß Lindenau den Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde legen. Zum Saisonabschluss geht es mit der Mannschaft ins Reich der Mitte. "Es wäre toll, wenn wir mit dem Meistertitel nach China reisen könnten. Die Mannschaft hat Charakter und sich Staffelsieg und Aufstieg verdient", so der Lindenauer Torgarant.