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Das Antlitz der Region mitgestaltet

August 2011: Zur grundlegenden Umgestaltung des Stadtmuseums bekam Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (l.) einen Beirat an ihre Seite. Den Vorsitz übernahm Dr. Uwe Koch (2.v.l.).
August 2011: Zur grundlegenden Umgestaltung des Stadtmuseums bekam Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (l.) einen Beirat an ihre Seite. Den Vorsitz übernahm Dr. Uwe Koch (2.v.l.). FOTO: Böttcher
Herzberg/Mühlberg. Einer hat gefehlt, als am 20. Februar in Herzberg die Elbe-Elster-Kulturpreisträger 2014 geehrt wurden. Das Geheimnis um den Unbekannten ist am Freitagabend in Mühlberg gelüftet worden – beim Festkonzert anlässlich der Eröffnung des Museums "Mühlberg 1547". Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) sprach die Laudatio für Dr. Uwe Koch:

Am 24. September 1958 im Ostteil Berlins geboren, verlebte Dr. Uwe Koch dort seine Kinder- und Jugendjahre. Er studierte Soziologie und ist seit 1986 Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Ab dem Juli 1991 ist er im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg tätig. Im Jahr 2002 wurde ihm die Leitung des Referates 33, deren aktuelle Bezeichnung jetzt Referat für Museen, Denkmalschutz und Denkmalpflege und Erinnerungskultur lautet, übertragen. Ehrenamtlich ist Uwe Koch Stiftungsratsvorsitzender der Dr.-Gregorius-Maettig-Stiftung und Beisitzer im Präsidium der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.

Dr. Uwe Koch ist für das Kulturleben des Landkreises Elbe-Elster ein unentbehrlicher Partner, dessen konzeptionelle Ideen und gedanklichen Hilfestellungen weit über das hinausgehen, was sein Arbeitsauftrag als Vertreter eines Landesministeriums erfordert. Wie verlässlich und zielgerichtet seine Unterstützung für Projekte ausfällt, die ihn überzeugen, sei am Beispiel der inhaltlichen Profilierung der beiden Kreismuseen in Bad Liebenwerda und Finsterwalde im museologischen Bereich, aber auch bei der Rettung des Oberlaubenstalles von Lebusa auf denkmalpflegerischem Gebiet genannt.

Herausragend für unsere Region waren aber zwei konzeptionelle Ansätze, die nach jahrelangen Vorbereitungen ihren Kulminationspunkt im letzten und in diesem Jahr fanden beziehungsweise finden. Zum einen ist es die Durchführung der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung im Schloss Doberlug. Hiermit konnte erstmalig und über die Landesgrenzen hinaus unsere Region in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung mittels eines kulturellen Höhepunktes gelangen. Dabei war die Platzierung des Nachbarschaftsthemas zwischen Brandenburg und Sachsen ein Motiv, das unserer Region seine geschichtliche Prägung in das Bewusstsein holte, aber darüber hinaus ein Impulsgeber für die weitere Entwicklung sein wird. Für die Sanierung und Nutzung des einmaligen Schlossensembles in Doberlug war dieser Vorgang von ausschlaggebender Bedeutung. Gleiches lässt sich über seinen zweiten konzeptionellen Ansatz sagen: Das reformationsgeschichtliche Museum Mühlberg 1547 wird heute eröffnet. Vorausgegangen war sein kämpferischer Einsatz dafür, dass es überhaupt zur Rekonstruktion der desolaten Propstei kam. Die Verleihung des EU-Kulturerbe-Siegels an Mühlberg widerspiegelt ebenso das Engagement von Dr. Koch wie die Übernahme der Leitung des Fachbeirates bei der inhaltlichen Entwicklung des Museums. Die Rekonstruktion und museale Nutzung der Props-tei ist gleichfalls ein Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung des gesamten Klosterareals.

Dass das außergewöhnliche Engagement von Dr. Uwe Koch für unseren Landkreis mit der Realisierung dieser beiden, das kulturelle Antlitz unserer Region prägenden Objekte nicht beendet ist, bewies seine Einwilligung zur Leitung des Fachbeirates zur Entwicklung der zukünftigen Dauerausstellungen im Museum des Schlosses Doberlug. Für all das sagen wir herzlich Dank!