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| 01:02 Uhr

„Dann machen wir es eben selber!“

Falkenberg.. Wenn sich vor dem schönen Eigenheim ein eher weniger schöner sandiger Gehweg erstreckt, dann wird die Lust auf einen Spaziergang schon sehr gemindert. So ähnlich ging es auch den Bewohnern der Theodor-Körner-Straße in Falkenberg. Von Antje Haupt

Bereits vor 14 Jahren verwandelte sich die einst so unbefahrbare Huckelpiste in eine vorbildliche Wohngebietsstraße, worüber die Freude der Anwohner selbstverständlich sehr groß war. Im Jahre 1991 war es jedoch noch nicht möglich, den Gehwegbau vollkommen abzuschließen. Doch hoch und heilig wurde versprochen, dass der 2,35 m breite Fußweg sofort im folgenden Jahr fertig gestellt werden sollte. Leider ist bis zum Jahre 2002 nicht viel geschehen. Die Fußgänger versanken weiterhin im Sand und flüchteten beim Rundgang lieber auf die ausgebaute Straße. Jenes Bild zwischen Neu und Alt war ein übler Anblick, der vor allem die Bewohner störte.

„Bewegt hat sich nichts“
„Ständig gingen von Seiten der Anwohner Anfragen an die Stadt, wann denn nun der versprochene Weg gemacht werde. Auf ein Rundschreiben hin erhielten wir zwar eine Genehmigung, doch bewegt hat sich nichts“ , so Otmar Lehmann. Ziemlich verärgert darüber nahm er dann letztendlich vor rund drei Jahren gemeinsam mit den Familien Wendler und Gärtner das Unternehmen selbst in die Hand und dachte sich: „Dann machen wir es eben selber!“ . Sie ließen mit viel Eigeninitiative vor ihren Häusern den Gehweg einheitlich pflastern. Am Ende des vergangenen Jahres schloss sich dann auch Familie Kunze den Vorreitern an und ließ den Sandweg vor ihrem Grundstück an der Ecke Theodor-Körner und Karl-Marx-Straße begehbar machen.
Diese Bauarbeiten an den Gehwegen schafften aber immer noch einen Gesamteindruck, der wohl eher Patchwork-Arbeiten glich. Und so entschieden sich weitere sechs Familien, es den anderen gleichzutun.

„Kann ja nicht so weiter gehen“
Vor drei Wochen rückten Bagger und Baumaschinen an, um den Weg vor den Häusern der Familien Normann, Heide, Heinrich, Polzin, Park, Leh mann und Preil endlich fertig zu stellen. „So langsam wird es ja nun Zeit, dass etwas passiert. Da muss halt unser eigener Geldbeutel herhalten. Es kann ja nicht noch jahrelang so weitergehen bis sich endlich einmal etwas bewegt“ , erklärte Jürgen Preil.
Daher nutzten sie nun die Chance des gnädigen Winters, der uns lange vom Frost und Schnee einigermaßen ferngehalten hatte. Für die folgenden Tage geriet der Verkehr auf der Körner-Straße mehr oder weniger oft ins Stocken, da durch die Bauarbeiten eine Straßenseite völlig blockiert wurde. Das musste aber nun einmal in Kauf genommen werden. „Wir sind wirklich sehr zufrieden. Die Arbeiten gehen sehr schnell voran. Und mit dem Wetter haben wir auch sagenhaftes Glück. Hätten wir -20°C oder Schnee gekriegt, wäre hier eh erst einmal Pumpe gewesen“ , so Jürgen Preil.
Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Da haben die Männer von der Wasserwirtschaft und der Dubroer Tiefbau GmbH Streubel ganze Arbeit geleistet. Aber auch die Hauseigentümer selbst scheuten sich keineswegs selbst mit anzupacken um das Verbundpflaster zu verlegen. Die Nachbarschaft greift sich hier eben immer noch gegenseitig hilfreich unter die Arme. Ab jetzt ist der Weg zum Nachbarn für alle nun endlich viel bequemer. Und der Spaziergang durch die Theodor-Körner-Straße ist auch für Besucher wieder angenehm.