Die Verwaltungsleitung und die Stabsleiter des Verwaltungsstabes des Landkreises Elbe-Elster sind unter Leitung von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski am Sonnabend zusammengetreten, um weitere Maßnahmen für die kommende Woche im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu koordinieren.

In einer am Samstagabend herausgegebenen Pressemitteilung heißt es, dass es nach Angaben des Gesundheitsamtes bislang sechs bestätige Fälle von Covid-19-Infektionen im Kreisgebiet gibt. Eine Person befinde sich unter ärztlicher Kontrolle, dem infizierten Mann gehe es den Umständen entsprechend gut, seine engen Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Isolation und weisen der Mitteilung zufolge bislang keinerlei Krankheitssymptome auf. Die weiteren Erkrankten befänden sich ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Insgesamt halten sich dem Landkreis zufolge aktuell rund 60 Kontaktpersonen auf amtsärztliche Anweisung hin in häuslicher Isolation auf.

Fachressorts beraten Vorgehen wegen Coronavirus

„Sämtliche Fachressorts der Kreisverwaltung haben zum Teil in gesonderten Gesprächen zusammen mit den Vertretern der Krankenhäuser, des Rettungswesens, der Polizei, des Katastrophenschutzes und weiterer Behörden die erforderlichen Aufgaben festgelegt“, informierte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. „Im Mittelpunkt der Gespräche stand und steht die Aufrechterhaltung der Handlungs- und Funktionsfähigkeit des Landkreises vor dem Hintergrund der durch die Landesregierung Brandenburg angekündigten Schließungen der Kitas und Schulen für kommenden Mittwoch“, sagte der Landrat.

Konzept für Betreuung nach Kita- und Schulschließungen

„Unser oberstes Ziel ist es, zu Wochenbeginn zusammen mit den Kommunen und unserem Amt für Jugend, Familie und Bildung ein Konzept vorzulegen, dass die alternative Betreuung von Schul- und Kitakindern im Landkreis für Eltern sichert, die in Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur tätig sind“, betonte der Landrat. Zu diesen Tätigkeitsbereichen zählen beispielsweise Medizin, Pflege, Versorgung (Energie, Wasser, Lebensmittel, Arznei), Polizei, Justiz, Feuerwehr, Bildung, Erziehung oder Verwaltung etc.

„Für die Kinder und Jugendlichen dieser arbeitenden Erziehungsberechtigten müssen wir gemeinsam mit unseren kreisangehörigen Kommunen schnellstmöglich eine geordnete Notbetreuung sichern. Auslöser war die Ankündigung der Potsdamer Staatskanzlei, zur Eindämmung der Corona-Epidemie landesweit an Kitas und Schulen bis zum Ende der Osterferien vorerst keine reguläre Betreuung und keinen regulären Unterricht ab Mittwoch mehr anzubieten“, so der Landrat. Zuvor seien die Bürgermeister und Amtsdirektoren der Kommunen über das aktuelle Geschehen unterrichtet worden.

Der Landkreis vertraue darüber hinaus auch auf das verantwortungsvolle und eigenständige Agieren von Veranstaltern im Sinne der Eindämmung der Corona-Pandemie. Dazu sei auch die Ankündigung der Veranstalter des Kammermusikfestivals in Finsterwalde zu zählen. Die Verantwortlichen hatten dort beschlossen, die komplette Veranstaltungsserie abzusagen. Auch der Landkreis sei sich der Verantwortung bewusst und sagte bis Ende April alle kreislichen Kulturveranstaltungen ab.

Ordnungsamtsleiter Reiner Sehring erklärte zudem, dass es vorerst keine kreisliche Ausbildung im Bereich Brand- und Katastrophenschutz gäbe. „Die Feuerwehren und die Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes nehmen in der täglichen nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, aber auch im Zivil- und Katastrophenschutz eine zentrale Rolle ein. Die Gewährleistung der Einsatzbereitschaft dieser Einheiten gilt es daher in kritischen Situationen besonders zu schützen. Aus diesem Grund haben wir entschieden, vorerst bis Ostern, keine kreislichen Ausbildungen für Feuerwehr und Katastrophenschutzeinheiten mehr durchzuführen“ unterstrich Christian Heinrich-Jaschinski.

Ausschuss und Kreistag tagen

Die Sitzung des Kreisausschusses am 16. März sowie die Sitzung des Kreistages am 30. März als beschließende Gremien des Landkreises finden nach gegenwärtigem Stand statt.

Der Landrat appellierte an die Bürgerinnen und Bürger von Elbe-Elster, die notwendigen Maßnahmen des Landkreises und der Kommunen zu unterstützen. „Bitte bleiben Sie besonnen und achtsam. Halten Sie die angeordneten Maßnahmen ein und folgen Sie den ausgesprochenen Empfehlungen. Damit übernehmen Sie Verantwortung für sich und Ihre Mitmenschen. Ich bitte ausdrücklich alle, die kreisliche Telefonhotline nicht unnötig zu blockieren und in einem höflichen Umgangston mit dem Gegenüber umzugehen. Es stehen viele Informationen auch online zur Verfügung. Wir haben allein in der vergangenen Woche mehrere hundert Anrufer betreut.“

Aktuelle Informationen für Bürger zur neuartigen Coronavirus-Thematik gäbe es im Internetauftritt des Landkreises Elbe-Elster unter www.lkee.de. Dort sei unter anderem ein Frage-Antwort-Katalog abrufbar.

Nach wie vor gelte: Husten, Schnupfen oder Fieber können viele Ursachen haben. Der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist dann begründet, wenn die betreffende Person an Erkrankungen der Atemwege bzw. unspezifischen Symptomen leidet und zuvor in einem Risikogebiet war oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Ist das der Fall, sollte man sich telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 melden.

Alle Infos zum Coronavirus in der Lausitz gibt es fortlaufend in unserem Liveticker.