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| 02:43 Uhr

Container für Herzberger Hortkinder

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Herzberg. Der städtische Hort in Herzberg braucht mehr Platz. Besuchen derzeit 259 Kinder die Einrichtung, so werden es mit dem neuen Schuljahr mindestens 290 sein. Um dem Rechtsanspruch auf einen Hortplatz gerecht zu werden, will die Stadt jetzt eine Containerlösung am Standort der Elsterlandgrundschule schaffen. Birgit Rudow

Die Stadt Herzberg wird zum neuen Schuljahr einen Containerkomplex in einer Größe von etwa 400 Quadratmeter für 80 Hortkinder auf dem Gelände der Elsterlandgrundschule aufstellen lassen und für zwei Jahre mieten. Dem haben sowohl der Bauausschuss als auch der Kultur- und Bildungsausschuss in dieser Woche zugestimmt. Und zwar einstimmig. Demzufolge ist davon auszugehen, dass auch die Stadtverordnetenversammlung am 23. April das Vorhaben billigt. Was ist passiert, das zu dieser Lösung bei der Hortbetreuung zwingt?

Die Leiterin des Herzberger Kultur- und Bildungsamtes, Karin Jage, hat mehrere Antworten auf diese Frage. Derzeit werden 259 Kinder im städtischen Hort betreut - an den Standorten Elsterlandgrundschule, Kita "Spatzennest", Kita "Flax und Krümel" und Johannes-Clajus-Schule. Laut Betriebserlaubnis dürfen hier insgesamt 270 Hortkinder betreut werden. Ab dem Schuljahr 2015/16 erhöht sich die Zahl der Hortkinder aber auf mindestens 290. "Die Hortbetreuung ist eine Pflichtaufgabe. Darauf haben die Eltern einen Rechtsanspruch. Wir müssen die Plätze also vorhalten", sagt Karin Jage.

Die Zahl der Hortkinder steigt, weil geburtenstarke Jahrgänge eingeschult werden, und weil mehr als in den vergangenen Jahren Kinder der 5. und 6. Klassen den Hort besuchen. "Das freut uns, weil es für uns als Träger ein Zeichen dafür ist, dass die Eltern mit der Hortbetreuung zufrieden sind. Die Entwicklung war aber nicht unbedingt vorauszusehen", so die Amtsleiterin. Auch sei zu bedenken, dass Plätze für Kinder von Asylbewerbern vorgehalten werden müssen.

Das Problem wird durch die Situation in einigen "Außenstellen" zusätzlich verschärft. Die Hortkinder der 1. Klassen der Elsterlandgrundschule wurden bisher in der Kita "Spatzennest" betreut. Die Kita braucht diese Räumlichkeiten jetzt aber selbst, um den Rechtsanspruch der Kitabetreuung ab dem ersten Lebensjahr abzusichern. Hortkinder der 5. und 6. Klasse haben bisher einen Vorraum in der Elsterlandhalle genutzt. Ab dem neuen Schuljahr macht diese Gruppe 40 Kinder aus. Der Vorraum ist dafür viel zu klein. "So entsteht ein zusätzlicher Platzbedarf für etwa 80 Kinder", sagt Karin Jage.

Die Stadt mietet die Container für zwei Jahre an. Das kostet für Erschließung (Wasser und Strom liegen an) und Tiefbauarbeiten, Miete, Heizung und Klimatisierung insgesamt etwa 200 000 Euro. Nach den zwei Jahren muss im Zusammenhang mit einer Neustrukturierung der Kita- und Schullandschaft in der Stadt eine neue Lösung her. "Die Container sind eine Übergangslösung. Wir wollen aber jetzt keine Tatsachen schaffen, die später nicht mehr gebraucht werden", sagt die Amtsleiterin.