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Clajus-Schule will am Projekt "Produktives Lernen" festhalten

Lehrerin Manuela Fehse erklärt Tim und Katja Claußner, sowie Maik Wilhelm (v.l.) die Vorteile des Projektes Produktives Lernen.
Lehrerin Manuela Fehse erklärt Tim und Katja Claußner, sowie Maik Wilhelm (v.l.) die Vorteile des Projektes Produktives Lernen. FOTO: Rico Meißner
Herzberg. "Alle Schüler und Eltern, die ein Interesse daran haben, können heute hier alle ihre Fragen loswerden." Damit umreißt die stellvertretende Schulleiterin der "Johannes Clajus" Grund- und Oberschule Herzberg Uta Reich den Grundgedanken des Tages der offenen Tür zum Thema "Produktives Lernen" am Samstag. Rico Meißner

Einige interessierte Besucher haben sich bereits kurz nach der Eröffnung eingefunden.

Das "Produktive Lernen" ist ein Projekt, das sich an Schüler ab der neunten Klasse richtet. Konkret beinhaltet dieses Bildungsangebot in der Regel zwei Tage lernen in der Schule, drei Tage lernen und arbeiten in einem Betrieb. Im positiven Fall kann so ein anerkannter Abschluss für alle Berufe ohne Fachschulstudium erreicht werden.

Das Angebot richtet sich vor allen Dingen an Jugendliche, die mit dem "normalen" Schulablauf nicht so gut zurechtkommen. "Wir hatten hier auch schon Schulabbrecher in dem Programm, die auf diese Weise einen Abschluss erreicht haben", sagt Uta Reich stolz. Immer wieder stand das Projekt auf der Kippe, weil der Schule, hauptsächlich mit der Begründung der höheren Kosten die benötigten Stunden abgesprochen wurden. "Wir beantragen es in jedem Jahr neu", so Reich. "Im Moment sieht es so aus, als bekämen wir wieder den Zuspruch für den gegenwärtigen Stundenstand. Wir könnten zwar mehr gebrauchen, aber wir sind soweit zufrieden." Auch für die Unterstützung durch den Landkreis ist sie dankbar.

Einer von jenen, die am Sonnabend in den ausliegenden Informationsmaterialien und Arbeitsbeispielen blättert, ist Tim Claußner. Im Moment besucht er die achte Klasse an der Schule. "Ich finde das Angebot sehr interessant. Es macht einen positiven Eindruck", sagt der Schüler. "Ich habe gerne Abwechslung." Und was interessiert ihn? "Irgendetwas mit Werkstatt wäre schön. Vielleicht im Kfz-Bereich."

So sieht es auch seine Mutter Katja Claußner: "Das scheint eine gute Variante zu sein, einen Abschluss zu machen." Zumal ihr Sohn "lieber arbeitet, als die Schulbank zu drücken". Insgesamt gibt es lediglich sieben Schulen in Brandenburg, die das Modell anbieten. Die Schüler können sich die Betriebe selber wählen oder nach vorliegenden Angeboten entscheiden. Ein kleines Problem seien manchmal die Eltern, sagt Uta Reich. "Da ist die Skepsis manchmal größer als bei den Schülern selbst", meint sie. Weil einige Eltern eben der Meinung seien, die Kinder müssten doch "normal" zur Schule gehen.

Inzwischen sind aus dem Projekt Einzelhandelskaufleute, Elektriker, Kfz-Mechatroniker und viele andere Berufswege mehr geworden. Ein deutliches Zeichen dafür, dass es eine, wenn auch nicht in jedem Einzelfall, Erfolgsgeschichte ist. In einem ist Uta Reich deshalb sicher: "Solange wir Schüler finden, die ein Interesse an dem Projekt haben, wollen wir es in jedem Fall weiterführen."