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Aktion
Charity-Initiator hofft auf die letzten Tage der Aktion

Hans-Peter Klie vor seinen Fragmenten in der Kolochauer Kirche
Hans-Peter Klie vor seinen Fragmenten in der Kolochauer Kirche FOTO: privat
Kolochau. "500 Fragmente für die Kolochauer Orgel" heißt es nur noch bis Ende des Monats. Bisher haben sich nicht so viele verkauft, wie Künstler Hans-Peter Klie es sich gewünscht hätte. Sylvia Kunze

Hans-Peter Klie, seit einigen Monaten in Kolochau ansässig, ist hin- und hergerissen. Zwar hat er für seine Charity-Aktion "500 Fragmente für die Kolochauer Orgel" durchaus Unterstützung und positive Rückmeldungen erfahren, aber er hatte gehofft, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt schon deutlich mehr Käufer für diese kleinen Kunstwerke finden. Mit denen hat es nämlich die Bewandtnis, dass der Großteil des Verkaufserlöses der Kolochauer Orgel, die einer dringenden Sanierung bedarf, zugute kommen soll.

Der Charity-Initiator vermutet, dass seine Aktion bisher an der Zielgruppe vorbeigegangen ist. Die sei nämlich nicht vordergründig in der Kunstszene zu suchen, sondern hier direkt vor Ort bei all jenen, die einen Beitrag zur Finanzierung der Orgelsanierung leisten wollen. "Ich würde mir wünschen, dass alle, die sich für Dorfkultur und Kultur auf dem Land einsetzen wollen, beherzt in die Tasche greifen und mit dem Betrag von 30 Euro etwas für die Zukunft der Region tun, hier nun besonders der von Kolochau. Wenn die Kultur in den Dörfern vernachlässigt wird, verarmt das ganze Dorfleben - und dazu gehören eben auch Orgel- und andere Konzerte und auch Ausstellungen in den Kirchen", beschreibt der Neu-Kolochauer, was ihn antreibt.

Die 500 Fragmente (500, weil im Jubiläumsjahr der Reformation und Teil einer thematischen Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Jubiläum selbst) würden zusammengesetzt den Holzschnitt "Die Frau im Spinnennetz" von Caspar David Friedrich ergeben. Klie hat den im Original nur 17,1 mal 11,9 Zentimeter großen Holzschnitt auf 3,75 mal 2,10 Meter vergrößert. Die damit etwa acht Quadratmeter große Abbildung wurde auf Karton ausgedruckt und in 500 dreieckige Fragmente geteilt, es sind rechtwinklige Dreiecke von jeweils etwa 15 bis 21 Zentimeter Schenkellänge. Diese 500 Fragmente des Holzschnitts wurden dann in 500 individuell gestaltete Rahmenwinkel eingepasst und warten seitdem, Käufer zu finden.

Aktuell liegen sie in der Kirche in Kolochau. Besucher können sie bei Interesse sofort erwerben. "Am besten, Sie rufen mich persönlich unter Telefon 0163 9702657 oder die Kirchengemeinde in Kolochau unter Telefon 035361 80458 an, dann können Sie direkt vor Ort in der Kirche Teile aussuchen und gleich mitnehmen. Es gibt dazu auch ein Zertifikat. Das kleine Kunstwerk ist ja gewissermaßen nur eine Erinnerung an die Aktion und könnte auch zu Weihnachten verschenkt werden", ruft Klie auf und setzt nach: "Und wenn dann, so Gott will, die Orgel zum Weihnachtsgottesdienst wieder spielt, wäre das doch eine tolle Sache."

Die Benefizaktion läuft allerdings nur noch bis Ende des Monats.