| 02:43 Uhr

Busse fahren sich die Spiegel ab

Würden die Busse in der Clara-Zetkin-Straße im Gegenverkehr an der Johannes-Clajus-Schule nicht auf die Gehwege ausweichen, wären die Spiegel bei jeder Begegnung futsch.
Würden die Busse in der Clara-Zetkin-Straße im Gegenverkehr an der Johannes-Clajus-Schule nicht auf die Gehwege ausweichen, wären die Spiegel bei jeder Begegnung futsch. FOTO: Rudow
Herzberg. In einer Woche beginnt das neue Schuljahr. An den Bedingungen für den Schülerverkehr in Herzberg hat sich nichts geändert, obwohl Busunternehmer Walter Jaich schon im März gefordert hat, einige Schwachstellen zu beseitigen. Birgit Rudow

Der Busunternehmer ist enttäuscht. Im März hatte er in einem Artikel in der Lausitzer Rundschau Herzberg aufgezeigt, was die Busfahrer im Schülerverkehr täglich beeinträchtigt und ärgert. Immerhin werden die Schulen mehr als 40 Mal am Tag angefahren. "Auf meine Vorschläge vom März hat niemand reagiert. Weder die Stadt noch der Kreis. Das finde ich nicht in Ordnung. Jetzt fängt das neue Schuljahr an und alles ist beim Alten", schimpft der Busunternehmer, der schon seit mehr als 20 Jahren für das Nahverkehrsmanagement Elbe-Elster im Schülerverkehr unterwegs ist.

Schwerpunkte seiner Kritik sind vor allem die Bedingungen für die Busse an der Clajus-Schule und an der Elsterlandgrundschule. An der Zufahrt zur Elsterlandgrundschule hat sich nichts geändert. "Die Karl-Liebknecht-Straße ist so schlecht, dass die Busse hinten aufliegen. Wir schleichen zur Schule und kommen nicht aneinander vorbei. Das ist eine Katastrophe", schimpft Walter Jaich. An der Clajus-Schule zeigt er der RUNDSCHAU, wie die Busse in der Clara-Zetkin-Straße auf dem Weg zum Wendepunkt zirkulieren müssen. Würden sie ordnungsgemäß auf der Straße bleiben, würde kein Spiegel den Tag heil überstehen. Im Winter spitzt sich die Situation noch zu. Der Wendeplatz, so Jaich, ist zu klein. Die Busse müssen voll besetzt rückwärts setzen. "Das darf eigentlich nicht sein", sagt der Unternehmer. Er hat vorgeschlagen, von der B 87 vor der Elsterbrücke eine kleine Straße zur Schule zu führen und die Schule faktisch im Ringverkehr anzufahren. Die Reaktion auf den Vorschlag war gleich null.

Als die RUNDSCHAU Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU) kürzlich damit konfrontierte, zeigte der sich überhaupt nicht erstaunt. Er habe die Idee für die Straße zur Schule am Deich entlang schon vor 20 Jahren gehabt, sagt er. Aber da spielten so viele Dinge rein, dass es keine Einigung gab. Die Stadt jedenfalls würde die Fläche zur Verfügung stellen, meint er. Was die enge und schlechte Zufahrt der Schulbusse zur Elsterlandgrundschule betrifft, so kenne er die Situation. Dem Bürgermeister schwebte eine neue gemeinsame Bushaltestelle für die Förderschulen und die Elsterlandgrundschule vor. "Da hat der Kreis aber nicht mitgemacht. Und jetzt müssen wir erstmal abwarten, was die Inklusion bringt", so Oecknigk.

Für Walter Jaich ist das kein Argument. Er muss annehmen, dass Stadt und Kreis die Probleme der Busunternehmen im Schulbusverkehr nicht interessieren. "Die Schulen sind alle toll saniert, aber an der Infrastruktur will man nichts machen", kritisiert er erneut.