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| 19:11 Uhr

Bundeswehr
„Wir müssen mehr fliegen“

Knut Brantin kennt den Standort Holzdorf seit vielen Jahren aus eigener Erfahrung.
Knut Brantin kennt den Standort Holzdorf seit vielen Jahren aus eigener Erfahrung. FOTO: Sven Gückel
Holzdorf. Oberstleutnant Knut Brantin führt seit März die Lufttransportgruppe in Holzdorf. Er äußert sich zum Tag der Bundeswehr, zur Zukunft des Standortes und zu Herzberg.  Von Sven Gückel

Seit März führt Oberstleutnant Knut Brantin die Lufttransportgruppe in Holzdorf. Auf den neuen Kommandeur der Lufttransportgruppe Hubschraubergeschwader 64 warten eine Vielzahl interessanter Aufgaben, bei denen es sich zu beweisen gilt.

Wegen der Internationalen Luftfahrausstellung ILA Ende April verzeichnete der Fliegerhorst Holzdorf so viele Flugbewegungen wie nie. Das Treiben auf dem Platz bot einen kleinen Vorgeschmack auf die Geschehnisse zum Tag der Bundeswehr am 9. Juni. „Die Vorbereitungen hierfür laufen auf Hochtouren”, sagt Oberstleutnant Brantin. Allerdings, so fügte der 43-Jährige an, „werden wir dabei nicht nur Spaß, sondern vor allem viel zu tun haben.” Denn um das Mega-Event abzusichern, müssen nach Aussage des Kommandeurs der Lufttransportgruppe mehr als 800 Soldaten und zivile Mitarbeiter des Standortes aktiv werden, sei es als Einweiser oder Ansprechpartner an den Infoständen. Immerhin werden etwa 50 000 Schaulustige erwartet.

Dass die Bevölkerung ein großes Interesse an einem Blick auf den Fliegerhorst hat, versteht Knut Brantin voll und ganz. „Wir wollen den Leuten zeigen, was hinter dem Zaun passiert, welches umfangreiche Spektrum die Bundeswehr aufzubieten hat und welche berufliche und technische Vielfalt sie ausmacht”, sagt er.

Für den Tag der Bundeswehr sind Vorführungen aller fliegenden Waffensysteme der Luftwaffe geplant. So werden beispielsweise die Kampfjets Tornado und Eurofighter, die Hubschrauber CH-53 und H145M und die Transportluftfahrzeuge Transall C-160 und A400M in Holzdorf zu sehen sein.

Knut Brantins Sicht reicht aber weit über die Geschehnisse Anfang Juni hinaus. Auch wenn die Baumaßnahmen auf dem Platz weitestgehend abgeschlossen und der Zielstruktur sehr nahe sind, werden auch in den kommenden Jahren noch zusätzliche Infrastrukturprojekte umgesetzt. Unter anderem gilt es zuerst, eine weitere Instandsetzungshalle zu errichten, die bereits das neue Hubschraubermodell aufnehmen kann, das die Bundeswehr ab 2023 einführen will. Zur Auswahl stehen zwei Modelle, die CH-53K von der Firma Sikorsky und die CH-47F-ER Chinook von Boeing.  

„Unser Kernauftrag lautet, einsatzbereite Kräfte zu stellen”, so Brantin. Regelmäßig stelle die Lufttransportgruppe Soldaten und Material, das entweder in Afghanistan, in Jordanien oder anderen Einsatzgebieten der Bundeswehr zum Einsatz kommt. Um diese Aufgabe auch in Zukunft zu erfüllen, bedarf es jedoch nicht nur leistungsfähigen Materials, sondern auch einer Anhebung der Flugstunden. „Wir müssen mehr fliegen”, ist deshalb eine Kernaussage von ihm, die man in der Truppe gern hört.

Der neue Kommandeur hat sich aber auch schon außerhalb des Standortes umgesehen. „Uns ist sehr daran gelegen, einen engen Kontakt auch zum zivilen Umfeld zu pflegen“, sagt der Oberstleutnant. Und damit liegt er auf einer Wellenlänge mit Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (parteilos). „Die Bundeswehr ist für uns ein wichtiger Standortfaktor. Sie sollte als Teil unserer Gesellschaft und damit auch unserer Stadt gesehen werden“, sagt er.

Auf der ILA in Berlin hat eine Abordnung der Lufttransportgruppe Holzdorf Technik ausgestellt. Deren Soldaten, im Bild Oberleutnant Jens Christian (M.), beantworteten die Fragen interessierter Besucher oder warben intensiv für den Tag der Bundeswehr am 9. Juni in Holzdorf.
Auf der ILA in Berlin hat eine Abordnung der Lufttransportgruppe Holzdorf Technik ausgestellt. Deren Soldaten, im Bild Oberleutnant Jens Christian (M.), beantworteten die Fragen interessierter Besucher oder warben intensiv für den Tag der Bundeswehr am 9. Juni in Holzdorf. FOTO: Sven Gückel