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| 18:00 Uhr

Baugeschehen
Die Sanierung ist sehr aufwändig

Langsam kann man erahnen, wie die unter Denkmalschutz stehende Brücke über die Schwarze Elster bei Neudeck nach der Sanierung aussehen wird.
Langsam kann man erahnen, wie die unter Denkmalschutz stehende Brücke über die Schwarze Elster bei Neudeck nach der Sanierung aussehen wird. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Neudeck. Die Runderneuerung der Bogenbrücke über die Schwarze Elster bei Neudeck zieht sich hin. Von Sylvia Kunze

Eigentlich sollte die Sanierung der Bogenbrücke über die Schwarze Elster zwischen Neudeck und Kleinrössen längst abgeschlossen sein. Ende des vergangenen Jahres stand als erster Fertigstellungstermin auf dem Plan.

Eigentlich. Denn die Instandsetzung der unter Denkmalschutz stehenden, seit Jahren nicht mehr befahrenen Brücke gestaltet sich sehr aufwändig. „Wir können diese Sanierung keinesfalls mit den Abläufen an einer neu zu bauenden Brücke vergleichen“, macht Steffen Kulka, Bauüberwacher beim Landesbetrieb Straßenwesen, deutlich. „Es müssen teilweise ganz individuelle Lösungen, die den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde entsprechen, gefunden werden. Und die kosten Zeit“, erläutert er.  

So hat sich der Zeitverzug von Anfang an aufgebaut. Zuerst dauerte die Verpressung von Rissen in den Rundbögen weitaus länger, als noch vor Baubeginn gedacht. Dann folgten die vielen umständlichen Schalungen, unter anderem für die Kappen, sowie eine unerwartet lange Winterpause, die Baufortschritt nur langsam sichtbar werden ließen.

Inzwischen ist der aber nicht mehr zu übersehen. Die Südseite der Brücke hat deutlich Form angenommen. Dort ist die Arbeit bis zur Brückenkappe vorangeschritten. Man kann die Rundbögen und die Stirnwand schon sehen. Während nur die drei tragenden Bögen der Brücke des Bauwerks geblieben sind, sind alle nachfolgenden Aufbauten neu, nach altem Vorbild nachempfunden.

Auf der Nordseite wird gerade die Brückenkappe errichtet. Ein Blick auf die Bewehrung zeigt, dass die „Metallknüpfer“ ganz schön zu tun hatten. Sobald der Beton drauf ist, ist das aber nicht mehr zu sehen. Doch mit dem Beton gibt es derzeit Probleme. „30 Grad beim Betonieren der Brückenkappen sind die Schmerzgrenze. Heißer darf es nicht sein, sonst reißt der Beton“, sagt Kulka. Wissend, dass in diesen Tagen selten die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Für die beauftragten Firmen erschwert die Hitze das Arbeiten enorm. Weil viele Schritte von den Temperaturen abhängig sind, lässt sich der Einsatz vor Ort schlecht planen. Und das in einer Zeit, in der die Nachauftragnehmer aufgrund des Bauverzugs ohnehin schon fast hundertprozentig anderweitig vertraglich gebunden sind und auf diese Bauzeitverzögerung nicht warten.

„Nur gut, dass wir die Behelfsbrücke gleich daneben haben und Kraftfahrer keine langen Umleitungen fahren müssen“, meint der Bauüberwacher mit Blick auf den Kalender. Als aktueller Termin für die Verkehrsfreigabe der Brücke wird nun Ende September avisiert.

Bis dahin müssen zum Beispiel noch die Arbeiten an der zweiten Brückenkappe beendet werden, müssen die Geländer aufmontiert werden, muss die Deckschicht auf die Brücke aufgetragen werden, sind die Stirnwände und die drei Rundbögen noch einmal im Sandstrahlverfahren zu bearbeiten und sind die Straßenanschlüsse herzustellen.

An der unter Denkmalschutz stehenden Brücke kann nicht nach Schema F gearbeitet werden. Stattdessen sind viele individuelle Lösungen gefragt, wie zum Beispiel bei der Bewehrung. Doch das hat seinen besonderen Preis: Es dauert.
An der unter Denkmalschutz stehenden Brücke kann nicht nach Schema F gearbeitet werden. Stattdessen sind viele individuelle Lösungen gefragt, wie zum Beispiel bei der Bewehrung. Doch das hat seinen besonderen Preis: Es dauert. FOTO: LR / Sylvia Kunze